Das steht im Geheimvertrag mit den Erben Was die Franzosen bei Sika wirklich wollen

ZÜRICH - Der Geheimvertrag zwischen der Familie Burkard und Saint-Gobain zeigt, dass die öffentlichen Versprechen der Franzosen nur leere Worte sind. BLICK liegt der Vertrag vor.

Haelg, chairman of the board and CEO Jenisch of Swiss chemicals group Sika, address a news conference in Zurich play
Nach dem Verkauf an Saint-Gobain ist es aus mit der Selbständigkeit von Sika. ARND WIEGMANN

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Nach dem Verkauf an Saint-Gobain ist es aus mit der Selbständigkeit von Sika. Das zeigt der im Dezember 2014 abgeschlossene Geheimvertrag zwischen dem französischen Baukonzern und den Geschwistern Burkard. Sie verpflichten sich, Sika mit Haut und Haaren auszuliefern.    

Im Vertrag, welcher BLICK vorliegt, verpflichten sich die Geschwister, sämtliche Verwaltungsräte zu entfernen, die sich gegen den Deal sperren. Zudem erklären sie sich bereit, den Sika-Chef darauf einzuschwören, dass er den Verkauf unterstützt. Beides zeugt vom Versuch, Kontrollinstanzen zu umgehen. 

Stossend auch: Die Einhaltung der Gesetze sei vorausgesetzt, steht zwar im Vertrag, gleichzeitig diktiert Saint-Gobain-Chef Pierre-André de Chalendar (58) aber Bedingungen, welche das Börsengesetz ritzen. So verlangt er, dass gewisse Gruppen informiert würden, «bevor eine öffentliche Ankündigung gemacht wird».  

Als Ziel nennt de Chalendar, dass Sika «ein Mitglied der Saint-Gobain-Gruppe wird». Nach Abschluss müssen die Burkards eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen, für welche die Franzosen die Traktandenliste vorgeben. Das steht im Widerspruch zu de Chalendars öffentlichen Versprechen, Sika bleibe selbständig.   

Auch die «Sonntagszeitung» berichtete gestern über den Vertrag. Dieser nennt «Pflichten und Richtlinien», welche Sika zu erfüllen habe. Ein Sprecher räumte gegenüber der Zeitung ein, die Bestimmung sei nicht haltbar: «Die Familie kann die Sika nicht ohne deren Zustimmung zu etwas verpflichten.»  

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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8 Kommentare
  • Harald  Beutler 14.11.2016
    Wenn Saint-Gobain die Aktien besitzt, ist die Sika per se nicht mehr selbständig. Das müsste jedem klar gewesen sein. Chalendar meinte wohl, dass die SIKA eine gewissermassen unabhängige eigene Gruppenleitung sowie den Namen behalten könne. Etwas anderes ist gar nicht vorstellbar. Ob er das einhält, werden wir sehen. Klar ist für mich: Hier wird durch den Widerstand des VR sowie gewisse Richter am freien Eigentumsrecht gesägt, was gefährlich ist. Jeder Aktionär wusste, dass es Namenaktien gibt!
  • Schaya  Gasser aus Basel
    14.11.2016
    Die öffentlichen Versprechen sind immer ver-sprecher und im nachhinein gaaaanz anders gemeint wie nach aussen zu verstehen gegeben wurde...
    Es gibt keine Geschäft das zum Wohle aller dient - Punkt. Ein Geschäft hat immer Gewinn ab zu werfen. Wo Gewinn ist, sind im Finanzstrategischen Markt immer viele Verlierer.
  • Annemarie   Setz 14.11.2016
    Ich bin immer wieder entsetzt, wie geldgierige Erben alles verhökern wollen, um noch mehr Geld zu scheffeln. Für diese Familie gilt ganz einfach Fremdschämen.
  • Philipp  Rittermann 14.11.2016
    ich bin zumindest schon mal ein wenig beruhigt, dass die kohlegeile besitzerfamilie das erfolgreiche ch-unternehmen nicht einfach "mir nichts, dir nichts" ins ausland verhökern kann.
  • alex  english 14.11.2016
    Aber das aktuell die Gerichte gegen bestehendes Techt entscheiden? Viele Familienbetriebe haben ähnliche Set Ups und das geht Richtung Enteignung. Fakt ist das 2.5 Mia ausländisches Geld in die Schweiz käme. Das die Familie Burkhard in anderen Betrieben ausbaut und Arbeitsplätze schafft und geschaffen hat wir nie erwähnt.
    Die Erhöhung des Buy Out Betrags zeigt auch das der VR sich günstig die Firma schnappen wollte... Komplexe Situation, aber etwas weniger einseitige Berichterstattung wäre nett
    • alfred  Ferner aus stansstad
      14.11.2016
      Auf den Punkt korrekt gesagt ! aber na ja , dieses möchte keiner (leider) lesen oder besserer gesagt " interessiert kein ! Saint Gobain wird gewinnen , dauert aber mir reden später !...
    • Lichtenhagen  Peter aus Adliswil
      14.11.2016
      @Alex English: Sie glauben allen ernstes daran das diese Familie die 2,5 Mrd in der Schweiz reinvestieren würde? Vor allem nach diesem Gabren denke ich eher dass das Geld auf Guernsey oder den Virgin Islands parkiert würde. Natürlich um Steuern zu optimieren. Und wenn es reinvestiert wird dann nur um noch mehr Geld zu machen und das heisst wieder eine Firma ans Ausland verkaufen. Apropos Saint-Gobain will nur SIKA um das Bunsiness einzuverleiben.