Das Inkasso der Billag ist zu teuer

  • Publiziert: 17.02.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Marcel Speiser

55 Millionen nimmt die Billag für das Eintreiben der TV- und Radiogebühren. Im Vergleich zum Ausland ist das viel.

Eine Billag gibt es auch in Deutschland. Dort heisst sie GEZ. Die Gebühreneinzugszentrale treibt im Auftrag der Staatssender ARD und ZDF die Fernseh-Gebühren ein.

Bei den Deutschen ist die GEZ ähnlich verhasst wie die Billag bei den Schweizern. Obwohl sie das Inkasso im Verhältnis viel günstiger besorgt als die Billag.

Laut dem GEZ-Geschäftsbericht für das Jahr 2007 hat sie umgerechnet 10,9 Milliarden Franken an Gebühren eingezogen. Aufgewendet hat sie dafür 239 Millionen – oder 2,2 Prozent der Gebühren.

Wie sieht dieses Verhältnis bei der Billag aus? Genau lässt sich das nicht berechnen. Weil die Billag auf dem Internet keinen Geschäftsbericht veröffentlicht und mit Zahlen ohnehin geizig ist.

Klar aber ist: Fürs Inkasso der TV- und Radiogebühren kassiert die Billag 55 Millionen Franken. Für die helvetischen Staatsmedien der SRG springen dabei gut 1,1 Milliarden Empfangsgebühren heraus.

Das Billag-Inkasso kostet also 4,9 Prozent der Gebühren. Im Verhältnis ist die Billag damit mehr als doppelt so teuer wie die GEZ.

Sicher: Die Billag hat – weil sie in der Schweiz eintreibt – höhere Kosten bei den Löhnen oder bei den Mieten für Büros. Zudem bekommt die SRG nicht den gesamten Gebührentopf. Auch für private Radios und Fernsehstationen gibts ein paar Millionen.
Doch am schiefen Verhältnis von Kosten und Ertrag im Vergleich zur GEZ ändert das wenig. Die Billag kostet die Gebührenzahler zu viel.

Billag-Sprecher Jonny Kopp wehrt sich: Die Firma habe den Inkasso-Auftrag zwei Mal im Wettbewerb gegen namhafte Konkurrenten gewonnen. Dabei seien Wirtschaftlichkeit und Qualität die zentralen Kriterien gewesen.

Fragen zum Gewinn beantwortet die Billag allerdings nicht. Ihre Wirtschaftlichkeit lässt sich nicht überprüfen.

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