Otto’s will den Ski-Markt mit Billig-Preisen aufmischen Jetzt heissts Anschnallen!

Letztes Jahr waren sie noch ein Experiment. Doch Kunden überrannten Otto's Ski-Verkaufschalets. Jetzt geht Chef Mark Ineichen in die Offensive.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Keinen einzigen Passagier befördert Uber-Heli floppt am WEF
2 Schweizer Homepage sagt es voraus So soll das iPhone 8 aussehen
3 Sein Sohn starb 2015 Biden spricht am WEF über den Kampf gegen Krebs

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
10 Kommentare
Fehler
Melden

Ende Oktober starten die ersten Skigebiete in die neue Wintersaison. Für Otto’s-Chef Mark Ineichen (45) beginnt das Geschäft mit dem Schneesport bereits jetzt. Am 12. Oktober eröffnen auf einen Schlag sechs Ski-Outlets.

Der Innerschweizer Warenpostenverkäufer wagte sich in der vergangenen Skisaison erstmals mit drei Skiposten in Sursee LU, Uetendorf BE und Siebnen SZ in den Ski-Outletmarkt. Jetzt kommen drei weitere in Gamsen, Collombey (beide VS) und Riazzino TI hinzu. Den Standort Uetendorf gibt es nicht mehr, dafür einen neuen in Münsingen BE. «Wir haben die Anzahl unserer Ski-Outlets und damit die ­Verkaufsfläche auf diese Wintersaison hin verdoppelt», bestätigt Ineichen seine Offensive.

Der älteste Sohn von Firmengründer und Politiker Otto Ineichen (†70) will in dieser Saison 5000 Paar Ski verkaufen. «Das ist aufgrund unserer Erfahrungen in der letzten Skisaison realistisch», sagt Ineichen.

Ski-Outlets von Otto’s versprechen bis zu 70% Rabatt auf Sport-Artikel play
Otto's ködert Kunden mit breitem Angebot an Marken-Skier zu Tiefpreisen. Philippe Rossier

 

Letzten Winter verkaufte Ineichen gegen 3000 Paar Ski, knapp 1000 Paar pro Outlet. Zum Vergleich: Ein kleiner Sporthändler setzt 100 bis 150 Paar pro Laden ab. Bei sehr grossen Händlern gehts bei 600 Paar Ski los.

Ineichen zählt sich darum zu den führenden Skiverkäufern im Land. Experten schätzen den diesjährigen Skimarkt auf 210'000 Paar. Von diesem Fachmarkt will sich Otto’s ein Stück abschneiden. «Die ersten grossen Markenhersteller beliefern uns nun direkt», sagt Ineichen. Um wen es sich dabei handelt, will der Luzerner nicht verraten.

Die meiste Ware holen seine Leute immer noch über Grauimporte aus Europa, den USA und Südamerika in die Schweiz.

Ski-Outlets von Otto’s versprechen bis zu 70% Rabatt auf Sport-Artikel play
Otto's-Chef Mark Ineichen in seinem Ski-Outlet in Sursee LU. Philippe Rossier

 

Freuen dürfen sich Schnäppchenjäger: Die Markenware ist nicht nur 30 bis 70 Prozent günstiger als bei der Konkurrenz.

Ineichen will nun auch das Sortiment Langlauf- und Kinderski ausbauen. «Und bei Fischer geben wir wieder Vollgas», sagt Ineichen mit einem Augenzwinkern.

BLICK-Leser erinnern sich: Im Oktober 2015 machte Otto’s den Skihersteller Fischer mit Graumarkt-Importen hässig. Der Streit eskalierte, sogar die Wettbewerbskommission schaltete sich ein. Dank seinen sechs Skiposten gehört Ineichen zu den Schweizer Top-Wintersportverkäufern wie Ochsner Sport und Intersport. Letzterer nimmt die Kampfansage gelassen. «Wir betreiben derzeit vier Outlets», sagt Patrick Bundeli (48), CEO Intersport Schweiz.

An den Standorten Volketswil ZH, Regensdorf ZH, Hägendorf SO und Conthey VS seien über 60'000 Sport-Markenartikel im Angebot. «Mit 30, 50 und 70 Prozent Rabatt», so Bundeli.

Eines haben Otto’s und seine Rivalen gemeinsam: Alle hoffen nun, dass es möglichst bald bis runter ins Mittelland schneit.

Publiziert am 10.10.2016 | Aktualisiert am 22.12.2016
teilen
teilen
0 shares
10 Kommentare
Fehler
Melden

10 Kommentare
  • Francesco  Compratore 10.10.2016
    Bei Skiern geht es ja nicht nur um den Preis, sondern auch um den Service. Kann Ottos diesen bieten?
    Man kann nicht einfach einen Ski kaufen und sofort damit auf die Piste. Werden die Bindungen fachmänisch eingestellt? Wenn nicht, haben wir einfach mehr Skiunfälle mit Verletzungen. Glaube nicht, dass Ottos solches fachmänisches Personal zu günstigen Preisen anstellen kann. Dann gehe ich doch lieber in ein Fachgeschäft mit geschultem Personal und zahle einwenig mehr für die Ski.
    • Stefan  Heiniger 10.10.2016
      Fachgeschäft mit geschultem Personal, kann sein muss aber nicht. Glauben Sie im ernst, dass jedes kleine Fachgeschäft eine teure schleif- und Wachsmaschine im Keller hat? Träumen Sie weiter.
      Mit diesem Volumen kann es gut sein, dass Ottos eine Serviceteam inkl. Maschine anschafft und wenn die Kapazität nicht ausgelastet ist auch noch für andere den Service anbietet.
    • Francesco  Compratore 10.10.2016
      @Stefan Heiniger, ich habe vom einstellen der Bindung gesprochen. Die muss auch auf den Skifahrer eingestellt werden, um Beinbrüche zu verhindern. Ja, ich kenne einige kleine Fachgeschäft, mit wenigen Angestellten, die auch den Schleif- und Wachsservice anbieten.
  • Werner-René  Zwicky aus Chur
    10.10.2016
    Ein Unternehmer wie Mark Ineichen tut dem Hochpreisland Schweiz nur gut. Es gibt genug andere Unternehmer (in fast allen Branchen), welche das Gefühl haben, dass in der Schweiz die Noten an den Bäumen wachsen und man die Konsumenten so richtig melken kann. So schnell, wie Roman Meyer aus Aarau meint, geht die Sportbranche nicht in Konkurs. Es geht nur etwas langsamer, bis die Brieftasche der Unternehmer prall gefüllt ist. Ein grosses Dankeschön an Mark Ineichen.
    • Monte  Reto 10.10.2016
      Danken Sie Hr. Inneichen auch dann, wenn hunderte Fachgeschäfte zumachen müssen, das Personal entlassen wird und Konkurs gehen? Die Leute denken einfach nicht weiter als die eigene Nase. Glauben Sie etwa, Ottos stellt Fachpersonal zu hohen Löhnen ein, um gute Beratung zu bieten für die "Schnäppchen"? Da irren Sie und alle die billig einkaufen aber gewaltig. Man sagt nicht umsonst; Wer billig kauft, kauft zweimal!
    • Stefan  Heiniger 10.10.2016
      Herr Monte, billig und günstig ist nicht das Selbe. Wenn ich mich recht erinnere hat einer der von Ottos Grauimport betroffenen Ski-HERSTELLER den Händler welcher Ottos die Skis verkauft hat von seiner Verkaufsliste gestrichen (ich meine Blick hat berichtet). Somit sollte jedem klar sein, dass es die Hersteller sind welche den Fachgeschäften die Waren zu teuer verkaufen und diese können dann gar nicht anders. Darum sind Grauimporte zu begrüssen um den Herstellern die Rote Karte zu zeigen.
  • Monte  Reto 10.10.2016
    Die Retourkutsche für all die Leute, die Fachgeschäften den Verdienst nicht mehr gönnen und dauernd auf billig, billig, billig aus sind wird eines Tages kommen. An dem Tag wo sie nämlich professionelle Beratung zum Kauf von Skiern möchten, sind die Sportfachgeschäfte alle zu oder in Konkurs gegangen. Aber eben, Geiz ist geil scheint Mode zu sein. Je weniger ein Händler verdient, desto weniger zahlt er Steuern, desto weniger stellt er qualifiziertes Personal ein und desto weniger Löhne zahlt er.
    • Monte  Reto 10.10.2016
      Hab ganz vergessen; Siehe Beispiel Migros oder Coop. Bietet alles billiger an und zahlt ziemlich tiefe Löhne. Die Fr. 700 Mio., die Migros jedes Jahr Gewinn macht stossen niemanden auf?
  • Meyer  Roman aus Aarau
    10.10.2016
    Otto macht das nicht gut, er zieht die Sport Branche in den Konkurs.

    Warum verschenkt er die Ski, muss er kein Geld verdienen um den Mitarbeiter die Löhne zu Bezahlen.

    Klar möchte er Gratis-Werbung in den Medien, aber bitte nicht so.

    Er sollte nicht nur an sich denken, es gibt noch andere Gewerbler die Geld verdienen müssen.



    • Paul  Strassmann 10.10.2016
      Ich habe noch die Zeit erlebt, wo Schreinereien ihre selbst gefertigten Skis verkauften. Diese wurden abgelöst von Sportfachgeschäften. Später kam die Migros, verkaufte die Noname-Marken günstig. Irgendwann merkten die Konsumenten, dass es sich dabei um dieselben Marken handelt, die im Fachgeschäft teuer verkauft werden. Und jetzt folgen diese Outlet-Stores. Einige passen Service & Leistung an, andere gehen unter. Wer einfach dasselbe Produkt zu überhöhten Preisen verkaufen will, hat ausgedient.