Das Geheimnis der CS: Was macht sie besser als die UBS?

Während die UBS noch Verlustlöcher stopft, verdient die CS schon wieder Geld wie Heu. Unterschied pro Tag: 44 Millionen Franken.

  • Publiziert: 24.04.2009, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Marcel Speiser & Silvio Bertolami
Wer Anfang Jahr 1000 Franken in Aktien der CS investiert hat, hat heute 1512 Franken auf dem Konto. Wer aber 1000 Franken auf die UBS gesetzt hat, besitzt nur noch 924 Franken. Unterschied: 588 Franken.Noch grösser ist der Unterschied zwischen den Banken beim Ergebnis: Die CS macht im ersten Quartal 2 Milliarden Franken vorwärts, die UBS 2 Milliarden rückwärts. Unterschied: 4 Milliarden. Das sind 44 Millionen – jeden Tag.Ist die CS wirklich so viel besser als die UBS? Wie sind die Unterschiede zu erklären? Fünf Themen stehen im Vordergrund:Vertrauen: Das ist das Wichtigste, was der einst stolzen UBS noch fehlt. Man traut ihr nicht mehr über den Weg. Zu oft hat das abgetretene Führungsduo Peter Kurer und Marcel Rohner blauäugigen Optimismus verbreitet. Und die Neuen? Kurer-Nachfolger Kaspar Villiger dient zwar als direkter Draht nach Bern, gilt aber als Banken-Leichtgewicht. Oswald Grübel, der das Ruder von Rohner übernommen hat, wird zwar zugetraut, die UBS auf Kurs zu bringen. Doch er ist noch zu kurz im Amt, um schon Spuren bei den Zahlen zu hinterlassen.USA-Krise: Sie ist für die UBS noch nicht ausgestanden. Genüsslich führt die US-Justiz amerikanische Steuersünder vor, die ihre Schwarzgeld-Konten bei der UBS hatten. Das früher lukrative Geschäft mit reichen Steuer-Vermeidern erweist sich als Bumerang. Davon ist die CS völlig unberührt.Bankgeheimnis: Wegen der UBS und ihren US-Geschäften musste die Schweiz das Bankgeheimnis aufgeben und steht unter internationalem Dauerbeschuss. UBS-Kunden wissen nicht mehr, ob ihr Geld bei der Grossbank sicher ist – und ziehen ihre Millionen reihenweise ab. Man weiss ja nie, was noch kommt. Andere Banken nehmen das Geld der verunsicherten UBS-Kunden gern. Auch die CS.Abschreiber: Die UBS hat in den ersten drei Monaten 3,9 Milliarden abgeschrieben, die CS bloss 1 Milliarde. Der Unterschied von fast 3 Milliarden erklärt sich laut Analysten nicht allein damit, dass Grübel so viel wie möglich ins erste Quartal packte, um nachher umso besser dazustehen. Die UBS steckte schlicht tiefer drin im Sumpf der amerikanischen Schrottpapiere. Sie musste Staatshilfe in Anspruch nehmen, die CS nicht.Finanz-Polster: Die UBS hat gerade genug eigenes Kapital, um alle Vorschriften zu erfüllen. Und muss Firmenteile verkaufen, um sich wieder Luft zu verschaffen. Die CS dagegen hat genug Spielraum. Ihre Kernkapitalquote – quasi das finanzielle Polster – liegt mit über 14 Prozent deutlich höher als bei der UBS. Und Solidität ist derzeit gefragt.Kein Wunder strotzt CS-Chef Brady Dougan vor Selbstvertrauen. Und sagt zu seinem Ex-Kollegen Grübel, der ja von der CS zur UBS wechselte: «Ich wünsche Osi und der UBS viel Glück.»

Heute ab 10 Uhr

Die CS-Generalversammlung live auf blick.ch
play <b>UBS: -2 Mrd.</b> UBS-Boss Oswald Grübel schielt zu seinem Ex-Arbeitgeber. (Keystone)

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