Das ärgert Konsumenten am meisten Werbeanrufe, miese Garantie, versteckte Dating-Kosten

Unerlaubte Werbeanrufen, fehlende Garantieleistungen oder unlauterer Wettbewerb: Bei den Konsumentenschützern sind dieses Jahr wieder Tausende Beschwerden eingegangen.

Genervt am Telefon play
Top-Ärgernis der Schweizer: Werbeanrufe. Anchiy

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Jedes Jahr präsentiert die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) ihre Ärgerliste. Sie wird immer länger. Spitzenreiter 2016 ist ein alter Bekannter: Nach wie vor nerven sich die Schweizer am meisten über unerwünschte Werbeanrufe. 

Wegen diesen nervigen Anrufen sind bei den Konsumentenschützern 4374 Beschwerden eingegangen. Mit eingerechnet sind dieses Jahr auch Beschwerden, welche Konsumentenschützer aus der Westschweiz (FRC) und dem Tessin (ACSI) gesammelt haben. 

Trotz der hohen Zahl sind die Konsumentenschützer optimistisch. «Bei diesem Thema ist im kommenden Jahr mit einer Beruhigung zu rechnen, zumal drei der grossen Telekomanbieter 2017 Werbefilter zu installieren versprechen», heisst es in einer Medienmitteilung (BLICK berichtete). 

Händler schlagen Garantieleistung aus

Am zweitmeisten ärgern sich die Schweizer über fehlende Garantieleistungen. 3656 Fälle sind bei den Konsumentenschützern registriert worden. Beispiele dafür: Wenn der Händler sich etwa weigert, das Gerät nach mehrmaligen Einschicken komplett auszutauschen. Oder wenn der Hersteller die Garantie beim Handy ablehnt, da der Käufer den Schaden selber verursacht haben soll – obwohl sich der Kunden keiner Schuld bewusst ist.

Auch unlauterer Wettbewerb sorgt für viel Ärger. Wenn etwa bei einer Online-Dating-Plattform versteckte Kosten auftauchen, aber mit einem Gratis-Abo geworben wird. 1968 Fälle haben die Konsumentenschützer hier registriert.

Was zudem noch für Ärger sorgt: Unerlaubte Inkasso-Forderungen, Abgas-Bschiss bei VW oder nicht nachvollziehbare Roaming-Kosten. 

Insgesamt sind bei den drei Konsumentenschutzorganisationen dieses Jahr 20'661 Beschwerden eingegangen. (bam)

Publiziert am 05.12.2016 | Aktualisiert am 15.01.2017

Die Ärgerliste des Jahres – und was Sie dagegen tun können

1. Telefonverkäufer – 4374 Fälle
Sie sind das grösste Ärgernis im Schweizer Konsumalltag: Callcenter, die Konsumenten trotz Sterneintrag im Telefonbuch mit ihren Werbeanrufen belästigen, heisst es bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). Oder ihnen einen ungewollten Kaufvertrag unterjubeln. 
So wehren Sie sich: «Installieren sie den Werbefilter der Swisscom beim Festnetz, melden Sie uns Gesetzesbrecher per Onlineformular», sagt Konsumentenschützerin Sara Stalder.

2. Elektronik-Händler – 3656 Fälle
Immer dieser Garantie-Ärger: Der Drucker muss schon wenige Monate nach dem Kauf in die Reparatur und funktioniert auch später nicht wie versprochen. Dennoch weigert sich der Händler, den Drucker auszutauschen. Oder: Der Handy-Hersteller zahlt trotz laufender Garantie die Reparatur nicht. Er behauptet, der Kunde habe den Schaden verursacht. Der Hersteller spekuliert darauf, dass es dem Besitzer zu mühsam ist, das Gegenteil zu beweisen.
So wehren Sie sich: «Beharren Sie standhaft auf Ihrem Recht und melden Sie die Verweigerer. Diese müssen ihrer gesetzlichen und vertraglichen Pflicht nachkommen. Da gibt es kein Wenn und Aber!»

3. Wettbewerbsverzerrer – 1968 Fälle
Ein Single meldet sich auf einer ausländischen Dating-Plattform an. Der Online-Anbieter wirbt mit kostenloser Nutzung, um einen Konkurrenzvorteil zu erlangen. Will der Single das Angebot effektiv nutzen, flattert ihm jedoch eine Rechnung mit Abo-Gebühren ins Haus.
So wehren Sie sich: «Bezahlen Sie nichts, was Sie nicht bestellt haben. Auch wenn Ihnen unbewusst ein Vertrag untergejubelt werden soll – das geht nach Gesetz nicht.»

4. Inkasso-Firmen – 1409 Fälle
Eine Rechnung geht verloren. Die Mahnung, die dann eintrifft, stammt nicht vom eigentlichen Gläubiger, sondern von einem Inkasso-Büro. Solche Firmen gehen knallhart vor. Manche verlangen nicht nur Verzugszinsen, sondern machen einen zusätzlichen «Verzugsschaden» geltend. Das ist illegal. Und dann drohen sie noch mit einer Betreibung. Negative Beispiele laut SKS: Intrum Justitia, EOS Schweiz AG, Inkassolution. 
So wehren Sie sich: «Nicht einschüchtern lassen. Ungerechtfertigte Beträge wie diesen unsäglichen Verzugsschaden müssen Sie nicht bezahlen.»

5. VW-Dieselverkäufer – 1373 Fälle
Ein VW-Kunde will seinen vom Dieselskandal betroffenen Audi verkaufen. Unmöglich – oder nur mit starkem Preisnachlass. Andere nerven sich, dass der Motor nach dem Software-Update komische Geräusche von sich gibt oder dass sie keinen Schadenersatz erhielten.
So wehren Sie sich: «Schreiben Sie sich auf unserem Gruppenvergleichs-Portal Stichting Car-Claim ein. Das haben europaweit bereits hundertausend Betroffene gemacht.» 

6. Telekom-Firmen – 1369 Fälle
Anbieter von Mobiltelefonie sind in diesem Jahr besondere Nervensägen. Die häufigsten Reklamationen betreffen laut SKS Salt und M-Budget. Die Rede ist von Abo-Fallen, ungerechtfertigten oder nicht nachvollziehbar hohen Roaming-Kosten.
So wehren Sie sich: «Kontrollieren Sie jede Rechnung. Notfalls können Sie an die Schlichtungsstelle Ombudscom gelangen.» (rzu)

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3 Kommentare
  • Alexander  Schmieden aus Muri
    06.12.2016
    Werbeanrufe ?
    Für mich kein Problem - kurzerhand auflegen.
    Bei einer Inkassofirma habe ich selbst mal einen Besuch "abgestattet" - seitdem herrscht Ruhe .
  • Beat  Wenger 05.12.2016
    Und was nützt mir nun die Rangliste? Mich nerven die gleichen Sachen, nochviel nervt mich, dass niemand etwas dagegen unternehmen will.
    Ich hoffe dass die swisscom auch ihre eigenen Werbeanrufe blockieren wird. Im Schnitt werde ich einmal pro Monat von der swisscom belästigt um den Mobilefunkanbieter zu wechseln.
  • Danni  Stufer 05.12.2016
    Hatte mit Acer auch so ein Erlebnis. Lausigste Qualität, das Ding zerfiel von Selber. Trotz Garantie hiess es, es sei ein Totalschaden, den ich selber verursacht hätte. Am Schluss habe ich es geschafft, das Ding selber wieder zum Laufen zu bringen, aber mein Fazit ist klar: Ich werde nie wieder Acer kaufen!