Falle Teilzeitarbeit Darauf müssen Sie achten!

  • Publiziert: 01.09.2006, Aktualisiert: 03.01.2012
  • von Anita Hubert

ZÜRICH – Teilzeit heisst: mehr Zeit für die Kinder oder für sich selber. Sie hat aber auch ihre Tücken. Nicht nur bei Unfällen. BLICK sagt wo.

Jemand reduziert das Arbeitspensum. Zum Beispiel eine Frau, die Kinder aufzieht. Dann kann ein Unfall böse finanzielle Folgen haben (BLICK von gestern).

Weitere Bereiche, in denen Teilzeitarbeit Folgen hat:

Kinderzulagen
Teilzeitler erhalten in vielen Kantonen tiefere Kinderzulagen – entsprechend ihrem tieferen Beschäftigungsgrad. Und dies, obwohl ein Kind immer gleich teuer ist.

Gefährdete Jobs
Teilzeitler gelten mancherorts als Manövriermasse –sie sind die Ersten, die eine Kündigung erhalten. Besonders im Falle von Abrufverträgen.

Überstunden
Überstunden werden oft erst ab der vollen Arbeitszeit bezahlt. Teilzeitangestellte müssen also zuerst die Vollzeit erarbeiten, bevor ihnen die Überzeit vergütet wird.

Arbeitslosigkeit
Bei Löhnen unter 500 Franken monatlich gibt es keine Arbeitslosenversicherung.

Altersrenten
Während den Teilzeitjahren ist das Einkommen tiefer. Deshalb werden dann auch die Renten der AHV- und Pensionskasse magerer. Allerdings erhalten Frauen, die Erziehungs- und Betreuungsarbeit leisten, Gutschriften. Der Anspruch darauf muss aber jährlich geltend gemacht werden.

Ist das Unfallversicherungs-gesetz frauenfeindlich?

VON SILVIO BERTOLAMI

BERN – «Das Unfallversicherungsgesetz ist frauenfeindlich», sagt Katharina Utiger (gestern im BLICK). Sie kritisiert die Ursachenkette: Teilzeitarbeit, deshalb weniger Lohn, deshalb eine tiefere Rente der Unfallversicherung. Die freisinnige Nationalrätin Christine Egerszegi widerspricht: «Das Unfallversicherungsgesetz ist nicht frauenfeindlich.» Auch ein Mann, der Teilzeit arbeitet, erhalte eine tiefere Rente, wenn etwas passiert. «Die Unfallversicherung ist eine Zusatzversicherung», so die Aargauerin. «Die Rente richtet sich nach dem Einkommen zum Zeitpunkt des Unfalls. Würde man Teilzeit-Angestellten eine höhere Rente zahlen, weil sie früher voll arbeiteten, müsste man auch die Prämien erhöhen. Das würde alle, die arbeiten, noch mehr belasten, auch die kleinen Einkommen.» Anders sieht das Franziska Teuscher (48, Bild), grüne Nationalrätin aus Bern. «Der Fall der Katharina Utiger zeigt die indirekte Diskriminierung durch Teilzeit sehr schön auf. Und davon sind halt in erster Linie Frauen betroffen.» Wer Kinder aufziehe oder andere Menschen betreue, dürfe nicht schlechter gestellt werden.

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