Dank Mindestkurs-Aus 1,3 Mrd Franken blieben in unserem Portemonnaie

Das Mindestkurs-Aus am 15. Januar 2015 stürzte den Detailhandel in eine tiefe Krise. «2015 war ein historisch schlechtes Detailhandelsjahr», so das Fazit der Studienautoren.

Die Aufwertung des Frankens soll die Schweizer Haushaltsbudgets um 1,3 Milliarden Franken entlastet haben. Geld, das für andere Zwecke eingesetzt werden kann. play

Die Aufwertung des Frankens soll die Schweizer Haushaltsbudgets um 1,3 Milliarden Franken entlastet haben. Geld, das für andere Zwecke eingesetzt werden kann.

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Sales – bis zu 70 Prozent. Dazu schenken wir Ihnen 10 Franken auf bereits reduzierte Ware», steht in grossen Buchstaben auf Flyern von Charles Vögele. Die Schweizer Modekette ist kein Einzelfall. Martin Hotz vom Beratungsunternehmen Fuhrer & Hotz berichtet von einer «dramatischen Anzahl» von Aktionen, «als ob alle Dämme gebrochen wären». Der Detailhandelsexperte weiss: «Noch nie war die Stimmung in der Branche so schlecht wie heute.»

Das Mindestkurs-Aus am 15. Januar 2015 stürzte den Detailhandel – einen 97-Milliarden-Markt – in eine tiefe Krise. Die grosse Mehrheit der Unternehmen hat ihre Ziele verfehlt: 62 Prozent der Händler und ­Hersteller mussten ihr Umsatzbudget reduzieren, und das «teilweise massiv», so Hotz.

Ein Indikator, wie es um den Detailhandel steht, sind Coop und Migros. Die Platzhirsche werden demnächst ihre Umsatzzahlen für 2015 veröffent­lichen.

Dass das Mindestkurs-Aus deutliche Spuren in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen hat, bestätigt die Credit Suisse in ihrer neuen Detailhandelsstudie. Jedes fünfte Unternehmen sei deutlich hinter den Gewinnerwartungen zurückgeblieben. «2015 war ein historisch schlechtes Detailhandelsjahr», so das Fazit der Studienautoren.

Laut CS-Chefökonom Oliver Adler hat die Frankenaufwertung nach dem Wegfall des Euro-Mindestkurses aber nicht nur negative Auswirkungen, «sondern kann den Privatkonsum als ‹kleines Konjunkturpaket› positiv beeinflussen». Adler: «Eine Aufwertung des Frankens um 15 Prozent entlastet die Haushaltsbudgets der Schweizer in Milliardenhöhe.» 1,3 Milliarden Franken blieben in unserem Portemonnaie und konnten für Ferien oder zusätzliche Einkäufe eingesetzt werden. Voraussetzung: Die Währungsvorteile der Unternehmen, etwa bei Importwaren aus dem Euroraum, werden bis zum Konsumenten weitergegeben. Das war offenbar meist der Fall. Laut CS geht der Preisrückgang im Detailhandel im neuen Jahr weiter, wenn auch nicht mehr so stark wie im letzten Jahr.

Nichts zu lachen haben dagegen die Arbeitnehmer. Das Mindestkurs-Aus führe zu mehr Arbeitslosigkeit, kritisierte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB). Darum brauche es wieder einen Mindestkurs. Fair wäre ein Euro-Wechselkurs von gegen 1.30 Franken, hiess es gestern.

Publiziert am 06.01.2016 | Aktualisiert am 06.01.2016
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15 Kommentare
  • jürg  frey aus teufen
    06.01.2016
    Wenn KK-Prämien parallel steigen und Gebühren auch, sogar Steuern erhöht werden, weil die Kohle nicht mehr genügt, AUCH wegen dem Zustrom an Flüchtlingen, dann hat man bestimmt nicht mehr Kohle im Geldsäckl sondern eher weniger. Ehrliches Fazit!
  • Aaron  Christen 06.01.2016
    Massgebend sind nicht die Preise, sondern wie lange ich für etwas arbeiten muss. z.B für Benzin, Essen usw. Und da sind wir Schweizer Weltspitze und das im positiven Sinn. In Italien z.B. kostet der Sprit mehr als bei uns, sie verdienen aber im Durchschnitt viel weniger. Das Gejammere hier ist unerträglich. Uns geht es viel besser als den meisten Menschen auf unserem Planeten.
    • alois  Leimgruber aus Villmergen
      06.01.2016
      Das grösste Problem sind die horrenden KRK-Prämien und hohen Mieten.
  • Urs  Hagen , via Facebook 06.01.2016
    Ich denke das ist weniger als die Gewinne von Coop und Migros, den Detailhandel hat es nicht in die Kriese gestürzt nur die enormen Gewinne geschmälert. Vielleicht sieht es sogar anders aus, die Importe wurden billiger die Umsätze weniger die Gewinne höher.
  • Urs  Hagen , via Facebook 06.01.2016
    Der Staat versucht ja an allen Ecken und Enden sich noch eine Scheibe ab zu schneiden. Ich glaube nicht, dass das Geld in unseren Taschen ist. Wir konnten nur weniger kaufen im Detailhandel weil uns das Geld fehlte.
  • Meyer  Roman aus Aarau
    06.01.2016
    Bei uns in der Firma gab es jetzt auf den 1.1.2016 mehr Lohn für alle.

    Da wir sehr viel Importieren profitierten wir auch einmal vom schwachen Euro.
    Für uns war das seit dem 15. Januar 2015 sehr Positiv das die NB den Franken nicht mehr Stützt.
    • Silvio  Hertli , via Facebook 06.01.2016
      Importfirmen und Grosskonzerne, die sich an der Schweizer Hochpreisinsel sowieso schon eine goldige Nase verdienen, sind doch die, die am lautesten "Landesverräter" schreien, wenn die Schweizer Kundschaft selber im Ausland einkauft.