Damit das Internet nicht zur Jobfalle wird
ZÜRICH – Bewerber werden schonungslos gegoogelt. Dagegen hilft nur etwas: Die Suchresultate aktiv mitgestalten und den virtuellen Ruf besser pflegen.
Von Manuela Specker | Aktualisiert um 08:17 | 05.10.2007
Wer sich um eine neue Stelle bewirbt, muss damit rechnen, dass nicht nur seine Unterlagen studiert werden.«Heute ist es üblich, Personen zu googeln, die sich für einen exponierten Job interessieren », sagt Markus Brunner, bei der Personalberatung Kienbaum Schweiz für den Bereich Executive Search zuständig.
Auch Jürg Studer, Präsident des Verbandes der Personal- und Ausbildungsfachleute (VPA), findet:«Die zusätzliche Internet- Recherche ergibt ein besseres Bild des Kandidaten.»
Zuerst denken, dann publizieren
Vor einem Jahr wurden in Deutschland 300 Personalfachleute zu diesem Thema befragt.28 Prozent gaben an, das Internet zu nutzen, um sich über Bewerber zu informieren. In 34 Prozent der Fälle haben sie die Kandidaten aufgrund der Online-Recherchen aus dem Auswahlprozess geworfen.
Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) hat die Befragung in diesem Jahr erneut durchgeführt. Mitte Oktober werden die Ergebnisse präsentiert. Klaus Reiners vom BDU kann schon jetzt sagen: «Das Internet wird von den Personalberatern viel intensiver genutzt als noch vor einem Jahr.»
Deshalb sollte man sich gut überlegen, was man auf dem Internet preisgibt. Bilder von einer feucht-fröhlichen Party, heikle Äusserungen in einem Forum oder unrühmliche Blogeinträge können der Karriere schaden.
Wenn der Bewerber nicht von vornherein ausgesiebt wird, muss er sich zumindest auf entsprechende Fragen während des Bewerbungsgesprächs gefasst machen. «Wir hinterfragen die gefundenen Informationen und diskutieren sie mit den Kandidaten», sagt Markus Brunner.
Die eigene Google-Identität mitgestalten
Brunner sieht das Internet aber nicht in erster Linie als Gefahr für die Bewerber: Sie können die Chance auch nutzen und sich entsprechend präsentieren. Die beste Strategie, seinen virtuellen Ruf aufzupolieren, lautet deshalb: Die eigene Google-Identität mitgestalten. Dazu gehört, regelmässig zu überprüfen, welche Suchtreffer zum eigenen Namen ausgespuckt werden. Entscheidend sind die ersten Treffer, welche die Suchmaschine liefert.
Die kann man beeinflussen, indem man sich auf Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn einträgt. Auch eine eigene Website oder ein Blog werden von Suchmaschinen bevorzugt. Zudem sichert man sich durch öffentliche Auftritte oder Publikationen attraktive Suchresultate. Auf Del.icio.us kann man seine Linksammlung publizieren und damit indirekt seine Interessen kundtun.
Auf den amerikanischen Online-Dienst ReputationDefender sollte man sich nicht verlassen. Er verspricht, gegen unliebsame Google-Einträge vorzugehen – doch das ist höchstens beim Material im Speicher, dem so genannten Cache, möglich. Das sind alte Versionen einer Homepage.
Ziel darf nicht sein, auf dem Internet überhaupt nicht auffindbar zu sein. Solche Leute wirken im digitalen Zeitalter sogar suspekt. (CASHdaily)
Auch Jürg Studer, Präsident des Verbandes der Personal- und Ausbildungsfachleute (VPA), findet:«Die zusätzliche Internet- Recherche ergibt ein besseres Bild des Kandidaten.»
Zuerst denken, dann publizieren
Vor einem Jahr wurden in Deutschland 300 Personalfachleute zu diesem Thema befragt.28 Prozent gaben an, das Internet zu nutzen, um sich über Bewerber zu informieren. In 34 Prozent der Fälle haben sie die Kandidaten aufgrund der Online-Recherchen aus dem Auswahlprozess geworfen.
Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) hat die Befragung in diesem Jahr erneut durchgeführt. Mitte Oktober werden die Ergebnisse präsentiert. Klaus Reiners vom BDU kann schon jetzt sagen: «Das Internet wird von den Personalberatern viel intensiver genutzt als noch vor einem Jahr.»
Deshalb sollte man sich gut überlegen, was man auf dem Internet preisgibt. Bilder von einer feucht-fröhlichen Party, heikle Äusserungen in einem Forum oder unrühmliche Blogeinträge können der Karriere schaden.
Wenn der Bewerber nicht von vornherein ausgesiebt wird, muss er sich zumindest auf entsprechende Fragen während des Bewerbungsgesprächs gefasst machen. «Wir hinterfragen die gefundenen Informationen und diskutieren sie mit den Kandidaten», sagt Markus Brunner.
Die eigene Google-Identität mitgestalten
Brunner sieht das Internet aber nicht in erster Linie als Gefahr für die Bewerber: Sie können die Chance auch nutzen und sich entsprechend präsentieren. Die beste Strategie, seinen virtuellen Ruf aufzupolieren, lautet deshalb: Die eigene Google-Identität mitgestalten. Dazu gehört, regelmässig zu überprüfen, welche Suchtreffer zum eigenen Namen ausgespuckt werden. Entscheidend sind die ersten Treffer, welche die Suchmaschine liefert.
Die kann man beeinflussen, indem man sich auf Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn einträgt. Auch eine eigene Website oder ein Blog werden von Suchmaschinen bevorzugt. Zudem sichert man sich durch öffentliche Auftritte oder Publikationen attraktive Suchresultate. Auf Del.icio.us kann man seine Linksammlung publizieren und damit indirekt seine Interessen kundtun.
Auf den amerikanischen Online-Dienst ReputationDefender sollte man sich nicht verlassen. Er verspricht, gegen unliebsame Google-Einträge vorzugehen – doch das ist höchstens beim Material im Speicher, dem so genannten Cache, möglich. Das sind alte Versionen einer Homepage.
Ziel darf nicht sein, auf dem Internet überhaupt nicht auffindbar zu sein. Solche Leute wirken im digitalen Zeitalter sogar suspekt. (CASHdaily)
Marktplatz
Wirtschaft
Blick.ch









