Credit-Suisse-Sorgenbarometer 2016 Schweizer zittern vor Jobverlust

ZÜRICH - Überraschende Bewegungen im neuen CS-Sorgenbarometer: Die ganze Welt spricht von Eliten-Skepsis, doch die Schweizer vertrauen den Institutionen deutlich mehr. Dafür machen ihnen Arbeitslosigkeit und Ausländerthemen Sorgen.

Credit Suisse-Sorgenbarometer: Schweizer Angst vor Jobverlust play
Schweizer machen sich vor allem über das Thema Arbeitslosigkeit Sorgen. Keystone

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Die Rangliste der Sorgen, die Herr und Frau Schweizer haben, bleibt konstant: Seit vier Jahren bewegt das Thema Arbeitslosigkeit am meisten, gefolgt jeweils von Ausländerfragen und Altersvorsorge. Das zeigt das neuste Sorgenbarometer der Credit Suisse, das heute publiziert wurde. 

Darin steht unter anderem, welche Themen 1010 Befragte aus der ganzen Schweiz aus 37 Antwort-Möglichkeiten am meisten nannten. Jeder Befragte durfte fünf Themen angeben.

Eines überrascht: 2016 nahm der Anteil der drei meistgenannten Themen gegenüber dem Vorjahr ab. So ist zum Beispiel Arbeitslosigkeit nur noch für 45 Prozent der Befragten eine der wichtigsten Sorgen, letztes Jahr waren es noch 56.

Credit Suisse-Sorgenbarometer: Schweizer Angst vor Jobverlust play
Die zehn Hauptsorgen der Schweizer Stimmbürger. Quelle: CS
Bilaterale und Verkehr wichtiger

René Buholzer, Leiter Politik und Nachhaltigkeit der Credit Suisse, sagt dazu: «Es lässt sich eine zunehmende Heterogenität der Sorgen beobachten: Früher gab es zwei bis drei Hauptsorgen, die vom grössten Teil der Befragten genannt wurden. Heute haben diese an Zuspruch verloren, dafür sind viele kleine Sorgen dazugekommen.»

Beste Beispiele dafür: Das Thema EU/Bilaterale ist in den letzten vier Jahren von Rang 11 (16 Prozent der Befragten nannten das Thema) auf 5 (22 Prozent) vorgestossen. Zudem machte das Thema Verkehr letztes Jahr einen grossen Sprung von Platz 20 (8 Prozent) auf 9 (15 Prozent).

Vertrauen in die Institutionen steigt 

Grosse Überraschung: Während die Welt über das Vertrauen des Volks in die Eliten diskutiert, wächst dieses in der Schweiz. Acht der zehn vertrauenswürdigsten Institutionen im Land haben in dieser Disziplin Zuwächse verzeichnet – teilweise massive: Während 2015 noch 47 Prozent der Befragten den Arbeitnehmerorganisationen (neu Platz 3) vertrauten, sind es jetzt 61. Am vertrauenswürdigsten ist nach wie vor das Bundesgericht (65 Prozent). Den zweiten Platz teilen sich Ständerat und Polizei (62 Prozent).

Die 10 wichtigsten Erkenntnisse des Credit Suisse Sorgenbarometer 2016

  1. Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit bleiben weiterhin die Hauptsorge der Schweizerinnen und Schweizer, im Gegensatz zum langjährigen Durchschnitt aber nicht mehr für eine Bevölkerungsmehrheit.
  2. Ausländer- beziehungsweise Flüchtlings- und Asylfragen sind ebenfalls Hauptsorgen, doch ist es trotz der Diskussionen um die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und der weltweiten Flüchtlingswellen zu keiner Akzentuierung gekommen.
  3. Die Altersvorsorge wird von weniger Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern als in den Vorjahren als eine Hauptsorge angesehen. Bei der Frage nach dem dringendsten Problem und den künftigen Problemen liegt die AHV aber an der Spitze.
  4. Der Wille, das Verhältnis zur Europäischen Union durch die Fortsetzung der Bilateralen Verträge zu regeln, hat sich verstärkt.
  5. Bundesgericht und Polizei geniessen weiterhin das höchste Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer.
  6. Der in den letzten Jahren errungene Vertrauenszuwachs der Politik bleibt erhalten. Erstmals liegt der Ständerat vor dem Bundesrat.
  7. Neutralität, Qualität und Bildung sind die Hauptstärken der Schweiz.
  8. Sicherheit/Frieden, Neutralität und Landschaft sind die Hauptmerkmale des Landes.
  9. Die Schweiz geniesst nach Einschätzung ihrer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Ausland ein sehr hohes Ansehen, was auf einer starken Wirtschaft gründet und zu einem selbstbewussten politischen Auftreten führen sollte.
  10. Die eigene und die allgemeine wirtschaftliche Situation werden mehrheitlich positiv und mit Blick auf die Zukunft optimistisch eingeschätzt.
Publiziert am 30.11.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
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8 Kommentare
  • Daniela  Ponti 30.11.2016
    Unsere Sozialwerke liegen in Kürze im Koma, dank viel zu vielen Schmarotzern. Kein Wunder haben alle Angst weil sie wissen dass sie mit Nichts dastehen werden, wenn sie ausgesteuert sind, bzw. über 50 den Job verlieren.
  • Peter  Marthaler aus Chur
    30.11.2016
    Es gibt viel zu viele Kaufmänner und Kauffrauen. In disem Bereich sollten in den nächsten 2 Jahren 20 Prozent der Lehrstellen gestrichen werden, in den 5 Jahren danach weitwere 20 Prozent! Schweizer, die nicht ans Gymnasium gehen, sollen vermehrt ein Handwerk erlernen.
    • Marco  Weber 30.11.2016
      Genau Herr Marthaler das ist mal noch eine super idee! Zwingen wir Menschen Handwerker zu werden! Egal ob man diese als Handwerker brauchen kann oder nicht! Denn Handwerker haben wir viel zu wenig!
    • Silvio  Mayer , via Facebook 30.11.2016
      Das wäre vernünftig. Gerade Bürojobs werden in den nächsten Jahren immer stärker abgebaut (auch in Kleinbetrieben), entweder automatisiert oder ausgelagert ins billigere Ausland. Da viele Kunden nur auf den tiefen Preis schauen, kann man sich als KMU teures Schweizer Personal leider nicht mehr leisten.
  • Kurt  Bär 30.11.2016
    Für soetwas braucht es keine Studie! Immer noch mehr "hochqualifizierte" (billige) Fachkräfte in die Schweiz holen. Dadurch gibt es eine Ueberbevölkerung, volles Züge, verstopfte Strassen etc. Arbeiter ab 50ig sind für den Arbeitsmarkt nicht mehr interessant. Politik und Wirtschaft, handelt endlich!
    • Marco  Weber 30.11.2016
      Herr Bär ich bin immer noch der Meinung, dass wenn Sie von einer "hochqualifizierten" (billigen) Fachkraft in Ihrem Job abgelöst werden Leisten bzw. Leisteten Sie nicht mehr als eine billige Fachkraft! (in ca. 80 Prozent der Fälle)
    • sellina  klausis aus schmitten
      30.11.2016
      Die Politik macht eben gar nichts. Es liegt zuletzt am Volk das meint immer noch mehr Einwanderung wäre gut. Fragt sich nur für wen denn? Firmen verschwinden oder machen pleite und dennoch stimmt das Volk für mehr Wachstum. Bis es eben mal solche Menschen trifft die meinen einen sicheren Job zu haben. Ist es aber nicht.
  • Koni  Kadir , via Facebook 30.11.2016
    Angst bedeutet doch nur, dass der Arbeitnehmer um seine schlechten Qualifikationen weiss. Anstatt dort anzusetzen, wo das Problem ist, schafft er neue. Alkohol, Bigamie, zu wenig Schlaf, Schulden, etc. Menschlein, komm auf den Boden der Realität zurück, dann hast du nichts zu befürchten.