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Sieg für Kleinanleger: CS entschädigt Lehman-Opfer

Der Druck wurde zu gross. Die Bank gibt nach und zahlt den Verlust – zum Teil.

Von Daniel Meier | Aktualisiert um 06:48 | 25.09.2008
Die CS hat ein Entschädigungspaket beschlossen. (Keystone)
Die CS hat ein Entschädigungspaket beschlossen. (Keystone)
Seit Anfang letzter Woche mauert die Credit Suisse. Trotz massiver Proteste ihrer Kunden blieb die Bank hart. Bis gestern.

Zwar betont die CS weiter, dass sie eigentlich nicht zahlen müsste. Aber: «Uns ist bewusst geworden, dass durch den Lehman-Zusammenbruch einige unserer Kunden sehr hart getroffen wurden», sagt Hanspeter Kurzmeyer (60), Chef des Schweizer Privatkunden-Geschäfts. «Deshalb wollen wir nun ein Zeichen setzen.»

Das Topmanagement der Grossbank hat gestern Morgen ein Entschädigungspaket beschlossen. Damit geht die CS auf ihre Kunden zu. Und zeigt sich kulant, obwohl sie rein rechtlich nicht müsste.

Kein alltäglicher Schritt. Allerdings werden nicht alle Lehman-Opfer entschädigt. Die CS macht zwei Einschränkungen: Wer reich ist, muss den Schaden selber tragen. Die Grenze liegt bei 500 000 Franken. CS-Manager Kurzmeyer bestätigt, dass relativ viele Kleinkunden mit eher bescheidenem Vermögen betroffen sind: «Deshalb haben wir uns entschieden, vor allem diesen Personen zu helfen.»

Zweitens: Geholfen wird nurjenen Leuten, die einen Grossteil ihrer Ersparnisse oder sogar ihr ganzes Geld in Lehman-Ramsch gesteckt haben. Der Extremfall: Jemand hat 50´00 Franken bei der CS, und der ganze Betrag ist in Lehman-Ramsch angelegt. Dann zahlt die CS den vollen Schaden. Je tie-fer der Lehman-Anteil am Gesamtvermögen ist, desto weniger beteiligt sich die Bank am Verlust. Der Grenzwert liegt bei 50 Prozent: Wer weniger als die Hälfte des Vermögens in Lehman investiert hat, hat Pech und sieht kein Geld.

Warum die CS so vorgeht, ist klar: Ihre Kundenberater haben die Lehman-Papiere vielen Kleinspa-rern verkauft. Und sie haben jeweils empfohlen, einen Grossteil der Ersparnisse einzusetzen. Diese Beratung ist äusserst problematisch, weil sie bei den Kunden zu einem enor-men Klumpenrisiko führt.

BLICK liegen 42 konkrete Fälle von Lehman-Opfern vor. Die meisten von ihnen dürfen zumindest auf eine teilweise Entschädigung durch die CS hoffen. Denn sie erfüllen die Kriterien. Wie zum Beispiel J. B.* aus W., die 70´000 Franken investiert hat. «Das war schwer verdientes Geld. Und ich habe der CS-Beraterin mehrmals gesagt, dass es alles ist, was ich habe.»
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