CS-Chef streicht nochmals 2000 Jobs und keiner hat Mitleid Thiam fährt das Casino runter

CS-Chef Tidjane Thiam zieht die Notbremse: Er filetiert die Handelsabteilung und streicht 2000 Jobs.

CS-Chef Tidjane Thiam gleicht seine Bank der UBS an. play

CS-Chef Tidjane Thiam gleicht seine Bank der UBS an.

Ennio Leanza

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Aktienkurs im Keller, happige Verluste, unzufriedene Investoren: Bis jetzt entlockte dies CS-Chef Tidjane Thiam (53) nur ein müdes Schulterzucken. Keine Hektik, war seine Botschaft. «Wir ändern unsere Strategie nicht wegen eines schlechten Quartals», sagte er noch vor einem Monat. Wer langfristig erfolgreich sein wolle, müsse bereit sein, auf schnelle zu Gewinne verzichten.

Nun bekam Thiam doch kalte Füsse. Aus heiterem Himmel gab er gestern ein neues Sparprogramm bekannt. Zusätzlich zu den bereits im Herbst angekündigten 6000 Jobs fallen weitere 2000 Stellen weg.

Betroffen sind hoch bezahlte Investmentbanker in New York und London. Ihr Abgang soll die Kosten im laufenden Jahr um 1,7 Milliarden Franken senken. Die Angestellten in der Schweiz kommen ungeschoren davon.

Grund für den Kurswechsel ist der jüngste Absturz der Finanzmärkte. Ende letzten Jahres brachen die Kreditmärkte ein, Anfang dieses Jahr die Aktienmärkte. Das bescherte der CS empfindliche Abschreiber auf ihren Handelspositionen: Im letzten Quartal 2015 waren es 633 Millionen, bis Mitte März läpperten sich weitere 346 Millionen zusammen.

Nun räumt Thiam auf. Die Handelsabteilung wird abgespeckt, das Casino runtergefahren. Die Bank steigt aus dem Geschäft mit Schrottkrediten und verbrieften Produkten in Europa aus. Thiam verkauft die Massnahmen nicht als Abkehr von der bisherigen Strategie, sondern als beschleunigte Umsetzung. «Wir verschärfen nur die Kostenreduktion, sonst ändert sich nichts.»

Doch Thiam muss auch bei seinem Lieblingsthema Abstriche machen: beim Wachstum. Statt 1,5 Milliarden Franken kann er nun nur noch 500 Millionen in neue Geschäfte investieren. Mit dem Rest stärkt die CS ihre vergleichsweise dünne Kapitaldecke. Durch den Verkauf von Geschäftsbereichen sollen die Eigenmittel um eine weitere Milliarde erhöht werden.

Mit dem Umbau rückt die Vermögensverwaltung noch stärker ins Zentrum bei der CS. Die Bank folgt damit dem Vorbild der UBS. Thiam versuchte erst gar nicht, dies zu bestreiten: Er habe grossen Respekt vor der Konkurrenz am Paradeplatz, sagt er. Zu den UBS-Chefs Sergio Ermotti (55) und Axel Weber (59) pflege er beste Beziehungen.

Die Aktionäre reagierten mässig begeistert. Der Kurs der CS-Aktie stieg um knapp ein Prozent. Der grosse Befreiungsschlag ist Thiam nicht geglückt.

Publiziert am 24.03.2016 | Aktualisiert am 28.06.2016
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13 Kommentare
  • Karen  Mind 24.03.2016
    Mind. 2/3 von seinem Ueberrissen Gehalt könnte er für mehr Zinsen auf den Konten einsetzen.
  • rico  pölsterli 24.03.2016
    Personalabbau ja aber sein Gehalt von ca. 19 Millionen müsste mindestens halbiert werden!
  • s  z aus Zürich
    24.03.2016
    Gewinne für wenige und Risiken für alle über das Sozialsystem. Damit die Gewinne optimiert werden, sorgt die SVP und FDP für Straffreiheit der Bänkster. Diese zwei Parteien organisieren die staatliche legitimierte Wirtschaftskriminalität. Als Bürgerlicher kann ich über unsere moralisch bankrotte Regierung nur noch K.....
  • Philipp  Baumgartner 24.03.2016
    Es gibt übrigens noch andere Banken in der Schweiz als UBS und CS.
  • Annemarie   Setz 24.03.2016
    Auch Thiam kocht nur mit Wasser. Es zeigt sich, dass nach Brady Dougan auch der Nachfolger die Sache noch nicht im Griff hat. er krebst zurück. Leidtragende sind immer die Kunden und die Angestellten, die um ihre Jobs bangen müssen, denn sie haben keine Millionen auf der Seite wie der oberste Boss von der Elfenbeinküste. Auch ist immer noch die Frage, ob man nicht besser einen Vollblut-Banker mit entsprechender Erfahrung an die Spitze der CS hätte hieven sollen.
    • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
      24.03.2016
      Frau Setz, alle kochen nur mit Wasser, auch ein Vollblutbanker. Das Problem ist, dass diejenigen, die die CS in die Bredouille brachten mit ihren rechtlich nicht erlaubten oder fragwürdigen Geschäften, nicht belangt werden oder wurden. Sie erhielten hohe Boni, Abgangsentschädigungen oder was auch immer, während entlassene Mitarbeiter nichts bekamen. Der Verwaltungsrat schaute verantwortungslos zu und kassiert selbst Millionen, auch wenn es der CS schlecht geht oder ging.