Coop-Chef Joos Sutter «Die Preise fallen auch dieses Jahr»

4,4 Prozent weniger Umsatz, Gewinn ohne Sonderposten knapp ­gehalten: 2015 war ein schwieriges Jahr für Coop. Chef Joos Sutter (51) denkt aber nicht ans Sparen. Er will die Preise weiter senken.

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BLICK: Herr Sutter, Coop hat letztes Jahr wie die anderen grossen Detailhändler Umsatz verloren. Gleichzeitig behaupten alle, sie hätten Marktanteile gewonnen. Wer hat eigentlich verloren?

Joos Sutter: Das müssen Sie nicht mich fragen. Unsere Zahlen stammen von der Gesellschaft für Konsumforschung. Das ist die neutralste Stelle in unserer Branche.

Den Gewinn haben Sie gehalten, wenn man eine Einmalzahlung in die Pensionskasse ausklammert. Haben Sie auf Vorrat gejammert nach dem Mindestkurs-Aus?

Der Entscheid der Nationalbank hat dem Detailhandel geschadet. Unser Betriebsergebnis im Detailhandel ist um 95 Millionen Franken gesunken. Dass dieser Rückgang sich nicht voll auf den Gewinn niedergeschlagen hat, verdanken wir dem internationalen Geschäft. Wir haben im Ausland mehr verdient.   

Dank dem starken Franken konnten Sie billiger einkaufen.

Drei Viertel unserer Einkäufe tätigen wir in der Schweiz. Da nützt uns der starke Franken nichts. Wir haben die Preise im Detailhandel um insgesamt 644 Millionen Franken reduziert, ohne Brenn- und Treibstoffe um knapp 400 Millionen. Das ist viel mehr als die Vorteile, die wir durch den starken Franken hatten.

Warum zahlen Sie Preissenkungen aus dem eigenen Sack? 

Wir sind in Vorleistungen gegangen, weil dies die Kunden erwartet haben. Nach dem Mindestkurs-Aus war sofort der Anspruch da, dass die Preise fallen müssen. Dem kamen wir nach.

Sie wollten doch vor allem verhindern, dass die Leute ins Ausland ausweichen.

Natürlich mussten wir darauf eine Antwort finden. Als Genossenschaft sind wir unseren Kunden verpflichtet. Wir müssen den Forderungen der Konsumenten gerecht werden und die Preise senken.

Gehen die Preisnachlässe dieses Jahr weiter?

Ja, wir haben bereits erste Preissenkungen vorgenommen. Es werden weitere folgen.

Greifen Sie nun zu Sparmassnahmen?

Ich hoffe, dass sich die Konsumentenstimmung verbessert und höhere Umsätze die tieferen Preise kompensieren. Lohnsenkungen sind aber kein Thema. Das würde gesellschaftlich nicht akzeptiert.   Guido  Schätti

Publiziert am 24.02.2016 | Aktualisiert am 24.02.2016
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12 Kommentare
  • urs  waelchli 24.02.2016
    Hoffe, dass die Preise nicht auf Kosten der Schweizer Produzenten weiter gesenkt werden, sondrn auch mal auf Kosten der Angestellten! Es Kann nicht sein, das ich nur noch zu EU Preisen als Schweizer Produzent bezahlt werde, aber die Coop Angestellten Schweizer Abzockelöhne kassieren die 2-3 mal so hoch sind, wie sie EUVerkaufspersonal erhält!
  • Hans-Peter  Brechbühl 24.02.2016
    Wir Leben schon in einer komischer Demokratischer
    Schweiz. Die Privatwirtschaft muss sich dem Ausland
    anpassen und die Preise senken aber beim Staat und
    Bund wird mit Geld nur so um sich geschlagen und
    grossartig ausgegeben. Der dumme Steuerzahler
    zahlt ja das Defizit.

  • Michael  Tomov aus Koror
    24.02.2016
    Die Preise senken? Ja, z.B. in dem eine Tafel Schokolade letztes Jahr 1.90 kostete und dieses Jahr 2.60? Oder Mogelpackungen? Alles Blabla...
  • K  R 24.02.2016
    Einfach unverständlich wie uns demfall Coop Jahrzehnte lang "über den Tisch gezogen" hat. Immer wieder profiliert sich Coop mit dem Slogan dass sie billiger werden. Eine anhaltende und stabile Preispolitik wäre angebracht und glaubwürdig. Coop wird mir immer unsimpatischer.
  • Hans  Pfister aus bern
    24.02.2016
    Coop ist immer noch viel zu teuer.
    Mit den überhöhten Preisen zahlen wir für die Zukäufe der Coop-Gruppe wie Interdiscount, Lumimart, Microspot, TopTip, Import Parfumerie, Christ, usw. Coop könnte, wie die Migros übrigens auch, ohne die überhöhten Preise nie derartige Zukäufe machen. Wir Konsumenten werden abgezockt.