CH-Sparer zittern vor Island-Pleite

  • Aktualisiert am 02.01.2012

REYKJAVIK – Keinem anderen europäischen Land setzt die Finanzkrise so stark zu wie Island. Aber auch Schweizer Anleger sind von der drohenden Staatspleite betroffen.

Nach der Nummer drei Glitnir und der Nummer zwei Landsbanki hat es nun auch den Branchenführer Kaupthing erwischt.

Die Finanzaufsichtsbehörde übernehme die Kontrolle über Kaupthing, um die Abläufe der nationalen Geschäftsbanken zu gewährleisten, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Alle nationalen Spareinlagen seien sicher, der Geschäftsverkehr werde wie gewohnt aufrecht gehalten.

Die Glitnir-Bank, das drittgrösste Geldinstitut des Landes, wurde gestern unter Zwangsverwaltung gestellt und besitzt damit vorerst Gläubigerschutz. Bereits am Dienstag hatte die Finanzaufsichtsbehörde die Kontrolle über Landsbanki, Islands zweitgrösstes Finanzinstitut, übernommen.

Island ist wie kein anderer europäischer Staat in den Finanzstrudel gerissen worden. Die Regierung will durch die Verstaatlichungen der Banken und mit russischer Hilfe eine Staatspleite verhindern. Hilfe kommt auch aus Schweden in Form eines Kredits der Nationalbank über knapp 790 Millionen Franken.

Die Bank Kaupthing hat auch in der Schweiz aggressiv um Online-Kunden geworben und unterhält in Genf eine Filiale mit 13 Mitarbeitern. Für Kunden des Kaupthing-Ablegers gilt der Schweizer Einlegerschutz, bis zu 30000 Franken sind im Fall eines Konkurses garantiert. (SDA/zeb)

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