In den Caritas-Läden wurde bis Mitte Jahr erneut deutlich mehr verkauft. Jetzt versucht man, weitere Lebensmittelkonzerne zur Mithilfe zu bewegen.
Der Detailhandel harzt. Aber nicht überall. Die Caritas-Läden mit vergünstigten Produkten für die Betroffenen von Armut haben weiterhin Hochkonjunktur. «Die Verkäufe haben von Januar bis Juni um 12 bis 15 Prozent zugelegt», sagt Rolf Maurer, Geschäftsführer der Caritas-Märkte, zu BLICK.
Die Umsätze in den Läden mit dem roten Schriftzug steigen Jahr für Jahr deutlich an. Und das, obwohl die Schweiz von der Krise weitgehend verschont wurde und die Arbeitslosigkeit tief bleibt. Dennoch ist Maurer überzeugt: «Die Situation der Menschen in der Schweiz ist nicht so rosig.»
Nur wer eine Einkaufskarte hat, darf in Caritas-Läden posten. Berechtigt sind Menschen, die am oder unter dem Existenzminimum leben, Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehen.
Die Zahl der Berechtigten liegt bei rund 900 000. Sie steigt nicht, aber offensichtlich machen heute mehr Menschen von ihrer Karte Gebrauch. «Weil die Caritas-Läden immer bekannter werden, decken sich immer mehr bei uns ein», erklärt Maurer.
Die Preisabschläge der Detailhändler gibt Caritas eins zu eins weiter. Laut Maurer wurden Grundnahrungsmittel in den Caritas-Märkten nochmals um 15 bis 20 Prozent günstiger. Mittlerweile liegen die Preise unter dem Einstandspreis. Zum Beispiel: Ein Liter Milch für 90 Rappen oder Reis und Teigwaren für 80 Rappen pro Kilo. Bei grossen Aktionslieferungen liegen die Preise auch mal 50 Prozent und mehr unter dem Preis der Detailhändler.
Im Ausbau befinden sich auch die Partnerschaften mit Firmen, die ihre Produkte zu Vorzugspreisen zur Verfügung stellen. Zu Coop, Migros und Denner kam kürzlich auch Spar dazu. Neu will Maurer mit weiteren Lebensmittelmultis zusammenarbeiten: «Wir haben Procter & Gamble, Unilever, Kraft Foods und Danone im Visier.» Nestlé und Lindt & Sprüngli sind seit vielen Jahren Partner.
Der erste Caritas-Markt wurde vor 20 Jahren in Basel eröffnet. Derzeit sind es 24 Läden, bis Ende Jahr sind zwei bis vier neue geplant. Letztes Jahr lag der Umsatz bei neun Millionen Franken. Die Kundschaft besteht je zur Hälfte aus Schweizern und Ausländern, darunter viele alleinstehende und ältere Personen.
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