Busse fürs Pommes-frites-Naschen So bestraft Papa Joe's seine Angestellten

Wer Pommes frites nascht oder sich das Namensschildli nicht ansteckt, zahlt fünf Franken Strafe. Die Berner Filiale von Papa Joe's behandelte die Mitarbeiter wie ungezogene Kinder, schreibt die Gewerkschaftszeitung «Work». BLICK zeigt den irren Strafenkatalog.

Papa Joe's in Kritik: Skurrile Strafen für ungezogene Angestellte play
Bedenkliches Reglement: Die Papa Joe's-Filiale in Bern. Screenshot

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Bedenkliche Zustände in der Berner Filiale der Texmex-Kette Papa Joe's: Stibitzt ein Küchenangestellter ein paar Pommes frites, muss er einen Fünfliber zahlen. Die gleiche Busse setzt es, wenn er sich das Namensschild nicht ansteckt. Bei Wiederholung verdoppelt sich die Strafe jeweils.

Und kommt jemand zwei Mal zu spät aus der Pause zurück, wird ihm einen ganzen Monat lang das Feierabendbier gestrichen. Als wären die Mitarbeiter kleine Lausbuben! Den Fall machte die Gewerkschaftszeitung «Work» heute publik. 

56 mögliche Strafen hat der Geschäftsführer der Berner Filiale von Papa Joe's penibel in einem Massnahmenkatalog festgehalten. Das dreiseitige Papier liegt BLICK vor (siehe Bilder).

Weitere absurde Strafen

Darin heisst es auch: Wer drei Mal vergisst, sich für die Rauchpause abzumelden, darf danach einen ganzen Monat lang überhaupt nicht mehr paffen gehen. Oder: Wer vier Mal zu spät kommt, kriegt die Kündigung.

Die skurrilste Schikane hagelt es für Angestellte, die ein zweites Mal erwischt werden, wenn sie in Zivil statt in Arbeitskluft ausstempeln: Sie müssen sich die Servicemontur nochmals anziehen, dürfen dann erst stempeln und wieder Strassenkleider anlegen. BLICK wollte mit einem Verantwortlichen von Papa Joe's sprechen. «Kein Kommentar», heisst es.

Die Gewerkschafter von «Work» zitieren einen Verwaltungsrat der Firma Gastrag, der das Papa Joe's gehört: «Wir können heute sagen, dass sich die Massnahme bewährt hat und die damit angestrebten Ziele erreicht werden konnten.» Das eingenommene Geld wurde am Mitarbeiteranlass verbraten.

Der Strafenkatalog kommt inzwischen nicht mehr zum Einsatz.

Publiziert am 04.11.2016 | Aktualisiert am 17.11.2016
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13 Kommentare
  • Garibaldi  RN , via Facebook 05.11.2016
    Ich finde diese Strafen weder skuril noch merkwürdig. Sie sind das einzige Mittel die heutige Jugend (oder zumindest einen grossen Teil davon) dazu zu erziehen, dass das Leben nicht nur aus ihnen selbst besteht sondern auch in der Uebernahme von Eigenverantwortung.
  • Ivo  Rutz aus St.Gallen
    05.11.2016
    Apropos Jugend von heute.....

    Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.

    Zitat: Sokrates PS: 398 v. Chr.
  • Eugen  Inauen 05.11.2016
    Das kommt davon wenn die Jugend zu faul ist um eine
    Lehre zu machen, larifari kann man nicht dulden,
    weder im Zivilen noch im Militaer. Viele von
    den Jungen haben ueberhaupt keine
    Manieren, die meinen sie duerfen
    machen was sie wollen, ganz
    streng geht es bei Apple
    zu und her, jeder wo
    zu spaet kommt
    muss vor dem
    Kadi antraben,
    nach dem
    zweitenmal fliegt man raus, da wird nicht lang
    federlesig gmacht.
    • Karol   Ugorcak 05.11.2016
      Lieber Herr Inauen. Ich würde Ihnen warmherzlich empfehlen, mehr unter die Leute zu gehen und weniger Boulevardzeitungen zu lesen.
  • Peter  Brunner 05.11.2016
    Ich denke dieser komische Geschäftsführer hat nicht alle Nadeln an der Tanne. Punkt.
  • Jorge  Gull aus Zürich
    04.11.2016
    Ich habe mal in einem grossen Telekommunikationsunternehmen gearbeitet. Wer dort dreimal im Monat zur Arbeit erschien, bekam die Verwarnung und beim vierten Mal die Kündigung. Krass, aber sie mussten das machen, denn sonst hätte jeder gemacht was er wollte. Dann gibt es auch in vielen Betrieben eine Regelung, wer zu spät kommt, bringt Gipfeli oder zahlt einen Fünfliber... Mal wurde sogar verboten, in einer anderen Sprache untereinander zu reden. Und warum? Weil es eben Leute übertrieben haben...
    • Thomas  Goetz 04.11.2016
      @Gull - seltsame Firma. Die Firma verwarnt erst die Angestellten wenndie zur Arbeit erscheinen, und beim nächsten Erscheinen wird man sogar entlassen. Meist geht es ja anders herum, das man entlassen wird, wenn man zu spät oder gar nicht zur Arbeit kommt. Aber wenn man sein Geld trotzdem bekommt, auch wenn man zu Hause bleibt, warum denn nicht.