Bundesrat bestätigt, dass der Kultkäse ein grosses EU-Problem hat Massiver Einbruch bei Emmentaler-Produktion

Die Schweizer Käsereien stellen immer weniger Emmentaler her. Die Produktion hat sich seit 2012 etwa halbiert. Schuld ist der EU-Markt: Dort hat der Schweizer Emmentaler gegen ausländische Produkte keine Chance.

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Erstmals bestätigt der Bundesrat, dass die Produktion von Emmentaler eingebrochen ist: «Im Vergleich zum Jahr 2012 sanken die hergestellten Mengen an Emmentaler AOP im Jahr 2013 um 11,6, 2014 um 22,6 und 2015 um 28 Prozent.» Damit hat sich die Produktion in diesem Zeitraum halbiert. Gemäss Zahlen der Sortenorganisation Emmentaler Schweiz (ES) seien die Inlandverkäufe in dieser Zeit relativ stabil geblieben, ebenso die Exporte nach Übersee.

Marke ist nicht geschützt

Ab 2014 sind vor allem die Exporte in die EU deutlich gesunken. Laut dem Bundesrat sei der Emmentaler AOP dort starker Konkurrenz ausgesetzt. Umso mehr, weil die Bezeichnung «Emmentaler» nicht geschützt sei und sich das Schweizer Produkt nicht vom Rest abheben könne. Der Befund des Bundesrats folgt auf eine Interpellation des Zuger FDP-Ständerats Joachim Eder. Dieser wollte wissen, ob die Produktion wirklich um 30 Prozent eingebrochen sei, was der Bundesrat jetzt bestätigt.

Eder folgerte in seinem Vorstoss, dass damit die angestrebte Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit verfehlt wurde. Dies wiederum lässt der Bundesrat nicht gelten: Emmentaler Schweiz habe sich in der Krise der Jahre 2011 und 2012 entschieden, einer Qualitätsstrategie zu folgen. «Unterstützt von der erwähnten Ausdehnung der Mengensteuerung auf die Nichtmitglieder wurden die Preise für Emmentaler AOP ab Käserei erhöht, was zu einem Rückgang der Mengen geführt hat.»

Die Preiserhöhung auf dem EU-Markt sei aber durch den Frankenschock weiter verschärft worden. Zudem seien die Preise für europäischen Käse im selben Zeitraum aufgrund des Preiszerfalls auf dem Milchmarkt gesunken. (hlm)

Publiziert am 11.11.2016 | Aktualisiert am 12.11.2016

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Die Käseherstellung hat eine lange Tradition in der Schweiz. Trotz moderner Produktionsstätten haben sich die Grundlagen des Handwerks kaum geändert. In der Emmentaler Schaukäserei können Gruppen ab zwei Personen (max. 25 Personen) in einem Stöckli aus dem Jahr 1741 ihren eigenen Käse herstellen. Nach viermonatiger Lagerung wird der Stöcklichäs nach Hause geschickt. Preis: Für einen Laib à 8 Kilogramm pauschal 390 Franken (2 Laibe 650 Franken). www.emmentaler-schaukaeserei.ch

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30 Kommentare
  • Rolf  Hess 13.11.2016
    Wäre noch anzumerken: Obwohl der Export des Emmenthalers von den Schweizer Sterzahlern kräftig subventioniert werden muss.
  • Johannes von  Manesse-Manegg aus Zürich
    13.11.2016
    Als Auslandsschweizer und Käseliebhaber wundert mich das mit Nichten und Neffen. Hier bekommen wir allerhand im Coop: Gruyère in einer angemessenen Qualität, oft auch Appenzeller schwarz, Emmentaler zu teuer für diesen kraftlosen Quatsch (der E. aus Frankreich ist bedeutend besser und billiger), dazu im Herbst Tête de Moine (wird wohl als Herbstkäse angesehen). Ansonsten halt Käse aus Frankreich und Holland. Von all denen verwenden wir E. praktisch nicht mehr. Und ich schäme mich nicht deswegen.
  • Wilhelm  Tell aus Laufen
    13.11.2016
    Will ich beste Qualität von Schweizerkäse kaufen, so muss ich diesen in der EU kaufen, zu einem Drittel des Schweizerpreises. Der Käse wird vor dem Export noch subventioniert, damit er in der EU verkauft werden kann. Subventionen werden durch Steuern erbracht. Wir haben also die Hälfte des Preises schon mit unsern Steuern bezahlt! Wir wären ja schön blöd, eine schlechtere Qualität unsubventioniert in der Schweiz zu kaufen!
  • Henry  Eric Wittwer IMMOBIL press aus Xcanatun Col. Merida YUC.MEXICO
    12.11.2016
    Klar, wer kauft schon Kaese mit Loecher.
  • Pollner  Josef 12.11.2016
    Das wundert mich nicht, wenn der Emmentaler schutzlos als Kopie in allen Ländern verkauft werden kann. Er schneckt auch nicht mehr nach Emmentaler. Darum kaufe ich diesen Käse schon 10 Jahre nicht mehr.