BLICK exklusiv Zürcher Firma plant Fernbusse innerhalb der Schweiz

Das zuständige Bundesamt für Verkehr (BAV) bestätigt den Eingang dreier Gesuche für inländische Fernbus-Linien im letzten Jahr. Wider Erwarten ist der Gesuchsteller nicht der deutsche Fernbusriese Flixbus.

  play
Fernbusse auf dem Zürcher Carparkplatz. WALTER BIERI

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Am WEF hielt der US-Vizepräsident seine letzte Rede Biden warnt vor Trump
2 Graubünden knapp geschlagen Die beliebtesten Skigebiete der Schweiz
3 Zwei Jahre Frankenschock Wir werden immer noch abgezockt

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
11 shares
18 Kommentare
Fehler
Melden

Noch profitieren die SBB von einer Sonderstellung im nationalen Fernverkehr. Bis heute gibt es keine nationale Fernbusverbindung. Doch das Monopol der Bahn bröckelt, wie Recherchen von BLICK zeigen. 

Beim Bundesamt für Verkehr (BAV), das für die Zulassung neuer Fernbus-Linien zuständig ist, gingen im letzten Jahr Bewilligungsgesuche für drei inländische Fernverkehrsstrecken ein. Das bestätigt das BAV. «Wir prüfen gegenwärtig, ob die Voraussetzungen für eine Konzessionserteilung erfüllt sind», sagt Sprecher Andreas Windlinger.

Das Zürcher Busunternehmen Domo Reisen hat die Gesuche für drei Binnenverkehrsstrecken beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. play
Das Zürcher Busunternehmen Domo Reisen hat die Gesuche für drei Binnenverkehrsstrecken beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Zvg

Die drei Gesuche stammen vom Schweizer Busunternehmen Domo Reisen mit Sitz in Glattbrugg ZH. Es geht um die Bewilligung einer Binnenverkehrslinie auf der Ost-West-Achse (St. Gallen–Genf Flughafen), einer Route von Basel über Zürich, Luzern, Göschenen UR nach Chiasso TI und einer Fernstrecke von Basel nach Brig VS. Letztere mit Haltepunkten unter anderem in Olten SO, Bern, Freiburg, Vevey VD, Montreux VD, Sitten und Visp VS.

Das Unternehmen Domo hat für die Routen seines Swiss-Express-Busses bereits Fahrpläne und Preise festgelegt. Zürich–Bern gibts ab zwölf Franken pro Platz und Weg, Basel–Zürich ab neun Franken. Alle drei Strecken sind ganzjährig und täglich im Angebot. Domo-Chef Roman Schmucki (53) will zudem mit Swissness, Wifi, TV und Bordbistro punkten. Billette werden allerdings noch keine verkauft. Schweizer Gesetze und Löhne würden auf jeden Fall eingehalten.

Drei Monate Bearbeitungsfrist

Denn noch sind die Gesuche nicht bewilligt. «Unter der Voraussetzung der Vollständigkeit der Gesuchsunterlagen beträgt die Bearbeitungsfrist drei Monate», sagt BAV-Sprecher Windlinger. Domo Reisen erwartet die Bewilligungen bis spätestens Ende März 2017, heisst es beim Busunternehmen.

Wie das BAV ebenfalls bestätigt, haben andere Fernbusanbieter bislang keine Gesuche eingereicht. Überraschend ist, dass Flixbus nicht vorpreschte. Der deutsche Billiganbieter bindet immer mehr Schweizer Städte in sein internationales Fernbusnetz ein. Und möchte auch im Schweizer Binnenverkehr Linien anbieten. Bislang scheute man offensichtlich den bürokratischen Aufwand.

«Es ist derzeit praktisch unmöglich, eine Genehmigung für irgendeine Strecke innerhalb der Schweiz zu bekommen. Das Bundesamt für Verkehr hat uns aber signalisiert, dass künftig Anträge für inländische Linien gestellt werden könnten», sagte Flixbus-Gründer André Schwämmlein (35) Anfang Dezember im Interview mit BLICK. Man sei in der Vorphase, solch ein Gesuch zu stellen.

Fernbus-Debatte gewinnt an Brisanz

Schwämmlein gab zu, es freue ihn, «dass das Monopol der SBB im Fernverkehr kritischer gesehen wird als vor ein paar Jahren». BAV-Direktor Peter Füglistaler sagte im Herbst, dass für gewisse Verbindungen Busse die ideale Ergänzung zum Bahnsystem wären. Zum Beispiel Querverbindungen zwischen mittelgrossen Städten, aber auch Strecken wie Zürich–Bern. Und dass eine nationale Busverbindung mit dem bestehenden Recht nicht kollidiere.

Die seit Monaten laufende Fernbus-Debatte in der Schweiz gewinnt nun durch die Bewilligungsgesuche von Domo Reisen an Brisanz. 

Publiziert am 04.01.2017 | Aktualisiert am 12.01.2017
teilen
teilen
11 shares
18 Kommentare
Fehler
Melden

18 Kommentare
  • Rüdiger  Simpson aus Züri
    04.01.2017
    Solange es ein inländischer Anbieter ist, solls mir recht sein (Hauptsache kein deutscher oder amerikanischer Anbieter, lieber zu Fuss als mit Flexibus oder Uber!), heisst noch mehr Platz für mich im gemütlichen SBB-Sitz (obwohl in meiner Klasse, der 1., wird sich wohl nicht viel ändern, sind wohl eher die Sparfüchse die dieses Angebot nutzen und in der 1. hats sowieso schon genug Platz)
    • Pascal  Berger 05.01.2017
      Uber können Sie nicht mehr aufhalten. Das Unternehmen wurde mit über 60Mia bewertet. Und endlich wird der Preis bei unseren Taxis gebrochen. Die Fahrkosten in der Schweiz sind exorbitant hoch und nicht rechtzufertigen. Die Löhne der Taxifahrer sind nämlich auch nicht so unglaublich hoch wie der Fahrpreis einem glauben lässt.
  • Victor  Fletcher aus Meilen
    04.01.2017
    Macht endlich vorwärts ihr Bürogummis, wir wollen günstig Reisen! Mobilität ist im Jahr 2017 das A&O und dies zu fairen Preisen!
    • Rocco  Martignoni , via Facebook 04.01.2017
      Genau Bürogummis sind es ,welche selber keine Leistung bringen ,aber 30 Prozent der gesamt kosten ,zusammen mit Aktionären verursachen in alle Bereichen der Wirtschaft und Staatsausgabe.
  • Aleksandar  Pavic , via Facebook 04.01.2017
    Ich arbeite dort wo ich wohne, also brauche ich keinen Bus! Wenn ich doch mal vereise nehme ich mein Auto, ist bequemer wie SBB oder irgendwelche Busse und ich habe meine Ruhe!
  • Zara  Wyss 04.01.2017
    Höchste Zeit dass die SBB Konkurrenz bekommt. Die Tickets werden immer teurer -und die Sitzplätze sind bereits aus Italien besetzt. Da kommt ein Fernbus gerade richtig. Es braucht neuen Wind
    • Ovis   Colonus 05.01.2017
      Wenn die SBB Konkurrenz bekommt Rennen die Manager nach Bern.
      Und die Doris wir das Benzin Verteuern und das Geld den SBB Managern in den Rachen werfen
    • Zita  Lang 05.01.2017
      Natürlich sind die Plätze aus Italien besetzt, denn Italien hat seit Jahren Platzreservierung, und die so hochgepriesene SBB kann anscheinend, nur die Preise zu erhöhen. Ist ja auch einfacher..............
  • Ruedi  Voser 04.01.2017
    Es wird langsam Zeit, dass die SBB einwenig Konkurrenz bekommt. Der OeV wird zu 60 Prozent subventioniert, die Preise aber explodieren und sparen am richtigen Ort will die Bahn nicht. Baut weiterhin frisch, fröhlich Lärmschutzwände für ein Vermögen durchs Land, jetzt wo die Züge ruhig fahren. In 20 Jahren werden dann die Wände wieder entfernt weil sie hässlich sind.Und es braucht auch keine Bahn in jedes kleine Dorf mit ein paar Einwohnern. Das kann man mit Bussen regeln.