Wegen der Euro-Schuldenkrise sind zahlreiche Betriebe von Kurzarbeit betroffen. Allerdings weniger als befürchtet. Das könnte der Arbeitslosenkasse zu Gute kommen.
Das sind doch mal gute Nachrichten! Für 2012 budgetierte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) 500 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigungen: rund fünfmal mehr als im Vorjahr.
Obwohl das Seco die Euro-Schuldenkrise weiterhin als ein «zentrales Konjunkturrisiko» einschätzt, korrigierte es nun das Budget nach unten. «Neu rechnen wir für 2012 noch mit 400 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigungen», sagt Seco-Arbeitsdirektor Serge Gaillard (57) zu BLICK. Grund: Die Schweizer Wirtschaft zeige sich nach wie vor in robuster Verfassung. Zudem habe man die Prognose für die durchschnittliche Arbeitslosenquote des Jahres 2012 gesenkt.
Nach einem «spürbaren» Anstieg im Januar und März sank die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Betriebe im April um 108 auf 633. Im April waren 7440 Personen von Kurzarbeit betroffen, 1962 Angestellte weniger als im Vormonat. Wie sich die Kurzarbeit ab Mai entwickelte, gibt das Seco morgen bekannt.
Die Weisung vom 1. September 2011 bleibt in Kraft. «Auch bei einem stabilen Franken-Euro-Kurs sollen die Betriebe ihre Anträge für Kurzarbeitsentschädigungen bis auf Weiteres mit der Frankenstärke begründen dürfen», so Gaillard.
Was passiert jetzt mit den eingesparten 100 Millionen Franken? «Diese Summe wird zurückgestellt. Wenn sie nicht aufgebraucht wird, fliesst sie in den Schuldenabbau der Arbeitslosenversicherung», sagt der Seco-Arbeitsdirektor.