Büezer sauer auf Gewerkschafter Die Bonzen müssen bleiben!

Die Bauarbeiter sind besorgt, dass viele Reiche wegziehen, wenn die Abschaffung der Pauschalbesteuerung angenommen würde.

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Das Spital ist weg, die Berufsschule ebenfalls, das Gericht und das Zivilstandsamt sind auch schon verschwunden. «Un­sere Region geht vor die Hunde», sagt Klaus Mösching (59), Polier bei der Firma Moratti in Saanen BE.

Seit der Annahme der Zweitwohungsinitiative gehe es nur noch bergab, schimpft er. «Ein Restaurant schliesst nach dem anderen. Jetzt droht der nächste Schlag. Am 30. November stimmt das Volk über die Abschaffung der Pauschalbesteuerung ab.

Das Saanenland wäre stark betroffen. Rund 200 Pauschalbesteuerte leben hier. Formel-1- Boss Bernie Ecclestone (83) und Juwelier Laurence Graff (76) gehören zu den bekannten Namen. Heute müssen sie statt ihrer Milliarden nur versteuern, was sie für ihren Lebensaufwand ausgeben. Dieser Sonderbehandlung wollen die Linken mit der Initiative einen Riegel schieben.

Kommt sie durch, würden die Reichen wegziehen, glaubt Bauarbeiter Mösching. Mit drastischen Folgen: «Zu rund 60 Prozent arbeite ich für Leute mit Pauschalbesteuerung», sagt der Maler Daniel Griessen (47). Ohne sie müsste er seine ­Ein-Mann-Firma schliessen, fürchtet der Familienvater.

Gewerkschaften kämpfen für die Initiative

Was die Bauarbeiter besonders ärgert: Dass die Gewerkschaften an vorderster Front für die Initiative kämpfen. «Sie behaupten, sie würden sich für die Arbeitnehmer einsetzen», sagt Griessen. «Tatsächlich graben sie unsere Existenz ab.»

Eine Schlappe wie bei der Zweitwohungsinitiative wollen die Büezer verhindern. Deshalb sammelten sie Unterschriften auf der Baustelle. 400 kamen zusammen. Gestern überbrachte Gewerbeverbands-Direktor Ulrich Bigler (56) die Petition dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) in Bern.

SGB-Chefökonom Daniel Lampart (46) weist die Kritik zurück: «Die Abschaffung der Pauschalbesteuerung führt nicht dazu, dass alle wegziehen.» Der Kanton Zürich habe ohne Pauschalbesteuerung mehr Steuereinnahmen als zuvor. Das könnte auch im Berggebiet der Fall sein: «Wenn sie mehr Steuereinnahmen haben, können die Gemeinden mehr Aufträge vergeben. Davon profitiert das Gewerbe.»

Die Büezer lassen sich dadurch nicht beschwichtigen. «In unserer Region sind Pauschalbesteuerte viel wichtiger als in Zürich», so Mösching. «Auch wenn nicht alle gehen, würde uns die Initiative hart treffen.»

Publiziert am 18.10.2014 | Aktualisiert am 18.10.2014
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Politisieren die Gewerkschaften am Büezer vorbei?

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46 Kommentare
  • E.  Huber aus Chur
    18.10.2014
    Bitte daran denken, dass die Steuergelder der breiten Bevölkerung ein vielfaches beträgt von dem was ein paar wenige Multis bezahlen.
    So weh wird es nicht tun, wenn ein paar vielleicht der Schweiz den Rücken kehren.
    Mehr weh wird es tun, wenn die breite Bevölkerung weniger Steuern bezahlt weil Lohnerhöhungen ausbleiben.
    Zudem gab es ja die Unternehmenssteuerreform...
  • steff  walther 18.10.2014
    Ich sage es immer wieder:

    Die Gewerkschaften arbeiten selber so schlecht, als dass sie es Morgen noch braucht.
  • Mane  Siegrist aus Zürich
    18.10.2014
    Die Städter beknebeln die Berggebiete immer mehr. Ich denke, es wird langsam Zeit für einen Solidaritätsbeitrag. Wenn die Opernbesucher unbedingt bestimmen wollen, wie die Berggebiete aussehen und wirtschaften dürfen, dann sollen sie sich finanziell beteiligen: ich fordere eine Opern- und Bahnofstrasssteuer, welche an die Berggebiete überwiesen wird!
  • jürg  frey aus teufen
    18.10.2014
    Zweitwohnungen braucht es ebensowenig wie dauernd diese Asylzentren. 12 Mio Einwohner in der Zukunft ebenfalls nicht. Wenn man die Reichen schon pauschal besteuert ok, aber dann sollen sie gefälligst als Unternehmer die Arbeiter besser entlöhnen.
    • Antonio  Ceresa , via Facebook 18.10.2014
      Die Pauschalbesteuerung sieht vor, dass ausländische Staatsangehörige, die in der Schweiz Wohnsitz haben, aber hier nicht erwerbstätig sind, auf der Grundlage ihres Lebens-Aufwands besteuert werden können, statt wie alle anderen Steuerpflichtigen auf der Grundlage ihres Einkommens und Vermögens. Wem sollen diese also Löhne zahlen?
  • Hugo  Hugentobler aus Neuägeri
    18.10.2014
    Die sog. "Büezer" sind ja selber schuld. Sie sind die Mitglieder der Gewerkschaften. Ohne Mitglieder gäbe es diese Organisationen schon lange nicht mehr.