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Heinrich Grossbongardt ist Luftfahrtexperte und war unter anderem beim Hersteller Cessna tätig.
(zvg)Der Riesenvogel A380 macht den Flugzeugfans viel Freude – dem Hersteller Airbus derzeit aber ziemlich viel Ärger. Nachdem im Januar bei einem Drittel der weltweiten Flotte Haarrisse an den Tragflächen festgestellt worden sind, folgte jetzt auch noch Qantas. Die australische Fluggesellschaft hat eine ihrer A380-Maschinen aus dem Verkehr gezogen, weil Mechaniker Haarrisse in einer Tragfläche entdeckt haben. Die Maschine soll nach Reparaturen nächste Woche wieder zum Einsatz kommen
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ordnete heute an: Alle A380-Superjumbos müssen zum Flügel-Check. Es müsse sichergestellt werden, dass es kein Sicherheitsproblem gebe.
Dreamliner fällt auseinander
Auch der Dreamliner von Boeing, den erst die japanische Air Nippon Airways in die Lüfte schickt, sorgt beim Hersteller für Kopfschütteln. Im hinteren Rumpfbereich halten Kohlefaserteile nicht richtig zusammen. Drei Maschinen sind betroffen, Boeing schweigt darüber, ob noch mehr zur Reparatur müssen. Kurz gesagt: Der Vogel fällt auseinander.
Schlamperei bei den Herstellern? Nein, meint Luftfahrt-Experte Heinrich Grossbongardt. Gegenüber Blick.ch erklärt er: «Der A380 und der Dreamliner stehen unter grosser Beobachtung und da wird die Öffentlichkeit bei jedem kleinen Problem hellhörig – dabei passieren solche Dinge bei jedem Flugzeug.»
Die Haarrisse und die sich lösenden Teile beim Dreamliner seien in keinster Weise sicherheitskritisch, sagt der Experte. Die Haarrisse seien bei einigen Klammern in den Tragflächen aufgetaucht. Die sich lösenden Teile bei Boeing seien zwar «unschön», sagt Grossbongardt, aber statisch nicht relevant. Somit hätten sie also auch keinen Einfluss auf die Sicherheit.
Kinderkrankheiten sind normal
Jedes Flugzeug-Modell – und wenn es im Vorfeld noch so gut getestet worden sei – erlebe solche Defekte. «Als Beispiel: Bei der Boeing 767 musste nach einer bestimmten Anzahl Landungen eine ganze Sektion beim Fahrgestell ausgewechselt werden. Dabei war das Modell schon 15 Jahre im Einsatz.» Den Einsatz im Alltag könne man nicht simulieren, Kinderkrankheiten seien normal.
Es gebe Ereignisse, welche für die Hersteller trotz Tests schlicht und einfach nicht vorhersehbar seien. Deshalb sicherten sich die Hersteller doppelt und dreifach ab. Grossbongardt sagt: «Sie müssen das so sehen: Ein Flugzeug-Ingenieur ist eigentlich ein Mann, der eine Hose mit Gummizug, Gürtel und zusätzlichen Hosenträgern trägt.» Ein Flugzeug sei nun mal ein «extrem komplexe Konstruktion».
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