Risse bei A380, kaputter Dreamliner Brechen unsere Super-Flieger auseinander?

Erneute Hiobsbotschaft für Airbus: Alle A380-Jumbos müssen zum Flügelcheck. Und der Dreamliner von Boeing kämpft ebenfalls mit Problemen.

  • Publiziert: 09.02.2012
  • Von Roman Neumann

Der Riesenvogel A380 macht den Flugzeugfans viel Freude – dem Hersteller Airbus derzeit aber ziemlich viel Ärger. Nachdem im Januar bei einem Drittel der weltweiten Flotte Haarrisse an den Tragflächen festgestellt worden sind, folgte jetzt auch noch Qantas. Die australische Fluggesellschaft hat eine ihrer A380-Maschinen aus dem Verkehr gezogen, weil Mechaniker Haarrisse in einer Tragfläche entdeckt haben. Die Maschine soll nach Reparaturen nächste Woche wieder zum Einsatz kommen

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ordnete heute an: Alle A380-Superjumbos müssen zum Flügel-Check. Es müsse sichergestellt werden, dass es kein Sicherheitsproblem gebe.

Dreamliner fällt auseinander

Auch der Dreamliner von Boeing, den erst die japanische Air Nippon Airways in die Lüfte schickt, sorgt beim Hersteller für Kopfschütteln. Im hinteren Rumpfbereich halten Kohlefaserteile nicht richtig zusammen. Drei Maschinen sind betroffen, Boeing schweigt darüber, ob noch mehr zur Reparatur müssen. Kurz gesagt: Der Vogel fällt auseinander.

Schlamperei bei den Herstellern? Nein, meint Luftfahrt-Experte Heinrich Grossbongardt. Gegenüber Blick.ch erklärt er: «Der A380 und der Dreamliner stehen unter grosser Beobachtung und da wird die Öffentlichkeit bei jedem kleinen Problem hellhörig – dabei passieren solche Dinge bei jedem Flugzeug.»

Die Haarrisse und die sich lösenden Teile beim Dreamliner seien in keinster Weise sicherheitskritisch, sagt der Experte. Die Haarrisse seien bei einigen Klammern in den Tragflächen aufgetaucht. Die sich lösenden Teile bei Boeing seien zwar «unschön», sagt Grossbongardt, aber statisch nicht relevant. Somit hätten sie also auch keinen Einfluss auf die Sicherheit. 

Kinderkrankheiten sind normal

Jedes Flugzeug-Modell – und wenn es im Vorfeld noch so gut getestet worden sei – erlebe solche Defekte. «Als Beispiel: Bei der Boeing 767 musste nach einer bestimmten Anzahl Landungen eine ganze Sektion beim Fahrgestell ausgewechselt werden. Dabei war das Modell schon 15 Jahre im Einsatz.» Den Einsatz im Alltag könne man nicht simulieren, Kinderkrankheiten seien normal.

Es gebe Ereignisse, welche für die Hersteller trotz Tests schlicht und einfach nicht vorhersehbar seien. Deshalb sicherten sich die Hersteller doppelt und dreifach ab. Grossbongardt sagt: «Sie müssen das so sehen: Ein Flugzeug-Ingenieur ist eigentlich ein Mann, der eine Hose mit Gummizug, Gürtel und zusätzlichen Hosenträgern trägt.» Ein Flugzeug sei nun mal ein «extrem komplexe Konstruktion».

Kommentare (4)

  • Walter  Nef , Niederweningen
    Der Blick macht wieder den Menschen Angst,die Angst ist die Mutter aller Religionen.
    Ist es nicht der Klimawandel ist es sonst ein blödsinn!
    Ich war 30 Jahren bei einer Airline als Flight Engineer tätig und habe immer wieder solche Kinderkrankheiten mit erlebt ,also was soll das ganze Geschrei!
    • 09.02.2012
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  • roger  korzeniowski
    Mich nimmt wunder ob alle beim Blick so himmeltraurig ihren Job erledigen? In der slide show nennt ihr den Captain Herrn Copilot Perez obwohl es nicht Herr Perez ist und weiter unten in den Videos bezeichnet ihr den Dreamliner als Boeing 747! Konzentriert Euch lieber auf Soap Berichte und Klatsch das könnt Ihr am Besten, aber lasst bitte die Finger von seriösen Berichterstattungen.

    MFG, ein 747 Kapitän
    • 09.02.2012
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  • Eric  Lang , Banglamung
    "Die sich lösenden Teile seien jedoch statisch nicht relevant, hätten also auch keinen Einfluss auf die Sicherheit. " Da bin ich ja beruhigt und ich Idiot mache mir schon ab und an mal Sorgen, wenn mein Auto eine Schraube verliert. Ich bin vielleicht ein Angsthase - sollte mir wohl erst Gedanken machen, wenn sich die Räder auf und davon machen.
    • 09.02.2012
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  • Bruno  Steinegger
    Kinderkrankheiten und Schlamperei auf Kosten der Flugpassagiere......... So nicht.
    Ich fliege jeweils immer mit der gleichen Airlain, welche einen anderen Wartungsstatus hat, als andere Airlains. Die Airlains aus Asien haben auch einen höheren Stewardessen-Status und sind immer höflich und hilfsbereit. Gegenüber Lufthansa etc.....
    • 09.02.2012
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