Migros-Chef zur Vögele-Beteiligung «Wir wollten mitreden»

Lange sprach die Migros bei ihrer Vögele-Beteiligung von einem reinen Finanzinvestment. In einem Interview mit der «NZZ» erläutert Migros-Chef Herbert Bolliger die Strategie hinter dem Investment.

Migros-Beteiligung an Vögele: Migros-Chef Herbert Bolliger dazu play
Laut Migros-Chef Herbert Bolliger gehörte die Beteiligung bei Charles Vögele zur Strategie. Gonzalo Garcia

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Also doch: Lange wurde über die Rolle der Migros beim Modehändler Charles Vögele gerätselt. Ein Finanzinvestment oder doch eine strategische Beteiligung? «Wir wollten eine Beteiligung, die uns erlaubte, mitzureden», sagt Migros-Chef Herbert Bolliger (62) in einem Interview mit der «NZZ».

Konkret: Die Migros wollte im Textilgeschäft einen Gang zulegen. Denn das eigene Geschäft mit modischer Bekleidung harzte und kam nicht vom Fleck. Deshalb setzte der Detailhandelsriese zwischen 2008 und 2011 auf die Zusammenarbeit mit Vögele. Knapp 25 Prozent besass die Migros Ende 2011 an der Modekette. 

Doch mit dem Tod des ehemaligen Vögele-Chefs Daniel Reinhardt (†55) im Jahr 2008 sei das Chaos hereingebrochen, erzählt Bolliger. Durch die ständigen Wechsel an der Spitze und Veränderungen der Strategien geriet Vögele immer tiefer in den Strudel. Ab 2014 reduzierte Migros den Anteil auf heute 2 Prozent.

Doch warum wartete die Migros überhaupt so lange mit dem Abbau der Beteiligung?

Auf diese Fragen scheint der Migros-Chef auch heute noch keine glasklare Antwort parat zu haben. Nur soviel: «Es gab eine Auslegeordnung der Optionen, gegenseitige Verpflichtungen bestanden aber keine.»

Publiziert am 04.10.2016 | Aktualisiert am 12.10.2016
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5 Kommentare
  • Silvio  Mayer , via Facebook 04.10.2016
    Diese teuren Experimente der Migros haben wir Konsumenten ermöglicht. Bis vor kurzem bezahlte man für Noname Migros Ware praktisch soviel, wie für Markenware. Heute sieht man dank Aldi und Lidl, wie günstig Noname Ware sein kann, bei gleichzeitig guter Qualität. Migros hat schon lange nichts mehr mit der Migros von Herr Duttweiler zu tun. Schade, die ursprüngliche Idee war gut.
  • Roland  Wyler 04.10.2016
    Die Migros Genossen überleben nur wegen dem Oligopol in der CH. Und wenn die Obrigkeit im MGB mal einen strategischen Entscheid fällen will, geht der gewaltig in die Hose. Übrigens alle Auslandsaktivitäten gingen baden. Sie könnens einfach nicht. Sind keine Unternehmer sondern Verwalter. Heisst deshalb Migros Verwaltung und Bund und Genossen. Auch Bio haben sie voll verpennt und müssen jetzt Lehrgeld bezahlen. Schwach das ganze Gebilde und das mit Genossenschaftsvorteil.
  • Paul  Strassmann 04.10.2016
    @Feschi: Die Führung der Migros lebt schon länger vom Erfolg und vom guten Ruf, den die Vorgänger aufgebaut hatten. Alle Investitionen oder Innovationen der letzten zwei Jahrzehnte endeten mit Flops und Millionenverlusten. Schweizer Konsumenten haben das mit überrissenen Preisen bezahlt in der Vergangenheit. Leider machen die Käufer aber nicht mehr jede Kapriole mit.
  • Vinzenz  Bieri aus Andeer
    04.10.2016
    Mir ist soweit bekannt geworden, dass die Italiener Vögele bereits gekauft haben, der Name Vögele geändert und das Personal übernommen wird.
  • Hugo  Feschi aus Auw
    04.10.2016
    Wieso angelt sich die Migros diese in den Boden gewirtschaftete Kleiderbude nicht. 57 Millionen sind doch eher lächerlich. Migros zahlt dies aus der Portokasse und kann die verschiedenen Standorte bestimmt nutzen. Vor einigen Jahren hatte die Vögele einen Wert von Fr. 800 Mio!!