Börse im freien Fall Kommt die Finanzkrise zurück?

ZÜRICH - Alles rot an den Börsen. Seit dem Hoch im letzten Herbst verlor der Swiss Market Index 20 Prozent. Doch ZKB-Experte Anastassios Frangulidis sieht ein Ende der Verluste.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Swisscom schickt Senioren auf Monsterjagd Hier lernen Joe (76) & Co. Pokémon
2 UBS, CS und alle anderen sollen Dienstleistungen zusammenlegen Ermotti...
3 Schweizer Steinproduzenten sauer auf die SBB Spanien liegt jetzt in Genf

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
8 shares
12 Kommentare
Fehler
Melden

Hört das denn nie auf? Seit Anfang Jahr spielen die Börsen rund um den Globus verrückt. Der Swiss Market Index liegt 14 Prozent im Minus. Die 20 darin enthaltenen Aktien haben mehr als 150 ­Milliarden Franken an Wert verloren.

Am stärksten unter Druck stehen die Banken. Die Credit Suisse verzeichnet seit Anfang Jahr einen Verlust von 40 Prozent (siehe Tabelle). Um die Deutsche Bank kursieren sogar Pleite-Gerüchte. Chef John Cryan (55) sah sich gezwungen, den Mitarbeitern mitzuteilen, dass das Institut «grundsolide» sei.

Das erinnert an die Finanzkrise im Jahr 2008. Auch damals fanden die Börsen keinen Boden, auch damals wankten die Banken. Bereits gibt es Stimmen, die ein ähnliches Szenario prophezeien: Ein globaler Bankencrash sei nicht ausgeschlossen, sagt der deutsche Ökonom Heiner Flassbeck (65). Die Geldhäuser seien nicht stabiler geworden, kritisiert er. Die staatliche Aufsicht sei zu schwach.

Auch Anastassios Frangulidis (46), Chefökonom der Zürcher Kantonalbank (ZKB), zieht den Vergleich zur Finanzkrise: «Wir erleben heute den dritten Teil davon. Im Fokus stehen die Schwellenländer und der Energiesektor.»

Der erste Teil der Finanzkrise war 2008. Damals stand das globale Finanzsystem am Abgrund. Die Staaten mussten die Banken retten. 2011 wütete die Eurokrise. Das war schlimm für die betroffenen Länder, für die Märkte aber nur eine Korrektur.

Die heutige Situation sei sehr ähnlich wie 2011, sagt Frangulidis. «Die Börse fällt immer dann in eine Baisse, wenn die USA in einer Rezession stehen. Eine solche ist heute aber anders als 2008 nicht in Sicht. Deshalb rechnen wir nur mit einer Korrektur.»

Hat er recht, sind das gute Nachrichten für die Anleger. Denn dann dürfte der Abschwung schon bald einen ­Boden finden.

Bei Rezessionen tauchen die amerikanische Börsen jeweils um 25 bis 30 Prozent, bei sonstigen Korrekturen um weniger als 20 Prozent. Heute liegt der US-Leitindex Dow Jones rund 13 Prozent unter dem Hoch. Die weiteren Verluste dürften sich also in Grenzen halten.

Frangulidis: «Es ist gut möglich, dass die Börsen noch einige Prozentpunkte mehr verlieren. Wir glauben aber nicht, dass die Verluste 25 bis 30 Prozent betragen werden.»

Anleger sollten deshalb die Krise aussitzen. Sonst laufen sie Gefahr, dass sie den Aufschwung verpassen, wenn die Märkte drehen.

Publiziert am 10.02.2016 | Aktualisiert am 20.04.2016
teilen
teilen
8 shares
12 Kommentare
Fehler
Melden

12 Kommentare
  • Andreas   Müller aus Vermes
    10.02.2016
    Das Geld das im Umlauf ist muss zuerst kemand mit ehrlichet Arbeit verdienen. Das ist das grösste Problem.
  • Linda  Marbach aus Basel
    10.02.2016
    ... und da hat unser Anlageberater einer CS-Tochter ungläubig den Kopf geschüttelt, als wir Ende letztes Jahr unsere Depots komplett aufgelöst haben und seither die Summen in Bargeld im Schliessfach vor sich hintümpeln lassen. Dort wird es wenigsten nicht weniger.
  • s  z aus Zürich
    10.02.2016
    Heute kam in einer Nachricht von einem Japanischen TV Sender ein Bericht, in dem sich Japan sorgen über die islamisierung in Deutschland macht. Die grossen kulturellen Probleme werden dabei angesprochen und die kostenintensiven Integrationsbemühungen. Wenn Deutschland dadurch noch mehr ins Wanken kommt, kann das Weltwirtschaftlich zusätzlich sehr problematisch werden. Merkel hat anscheinend mit Griechenland zuwenig Probleme.
  • s  z aus Zürich
    10.02.2016
    Die freie Marktwirtschaft wurde durch die grossen Nationalbanken abgeschafft. Gut ist wer die schnellste Druckmaschine hat. Das führt zu nie gesehen Schulden und Zinsen welche nicht mehr aus dem 0.X Bereich kommen können. Ich nenne das System der Bürgerlichen Politiker "staatlich legitimierte Wirtschaftskriminalität". Gefährlich ist, dass jetzt noch die links gewünschte Einwanderung in unser Sozialsystem zu schmerzen beginnt. Die offenen Grenzen im Asylwesen sind wirtschaftlicher Mord.
  • Pollner  Josef 10.02.2016
    Nicht umsonst heisst es Aktienspiel. Weshalb sichern sich Banken mit Liegenschaften ab? Weil es langfristig die sichersten Investitionen sind.