Mitten in der Wirtschaftskrise meldet die Bank 2,4 Milliarden Gewinn BLICK erklärt, warum die CS so unverschämt viel Geld verdient

Woher kommen die 26 Millionen Franken, welche die CS täglich verdient? Und geht es so weiter?

  • Publiziert: 23.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Marcel Speiser und Daniel Meier
play Ist «very happy»: Credit-Suisse-Chef Brady Dougan (50).<br></br> (Keystone)

Er sei «very happy», sagt der Amerikaner an der Spitze der Credit Suisse, Brady Dougan (50). Das darf er auch: Seine Bank legt mitten in der Krise starke Zahlen vor.
Zwischen August und September macht die CS jeden Tag 26 Millionen Franken Gewinn. Total: 2354 Millionen!

Investment Banking

6 von 10 Franken Gewinn kommen aus dem Investment Banking. Die Einheit beschäftigt 19 300 Personen – 500 mehr als Mitte Jahr. Pro Investment-Banker hat die CS im letzten Quartal 90 470 Franken verdient.

Investment-Banker beraten Firmen bei Übernahmen und Fusionen, organisieren Börsengänge und Gross-Kredite für Unternehmen oder Staaten. Zudem handeln sie mit allem, was es an der Börse so gibt: Währungen, Aktien, Optionen, Schuldpapieren. Sie tun das für die Bank selbst oder für Kunden.

Dafür erhalten sie Kommissionen und Gebühren. Oft einen Prozentsatz des Geldes, das sie bewegen. So hat die CS seit Anfang Jahr 5,8 Milliarden verdient.

Asset Management

In dieser Einheit der CS arbeiten 3100 Personen, 100 weniger als Mitte Jahr. Pro Kopf macht die Bank hier 100 320 Franken Gewinn. Also noch mehr als im Investment Banking.

Diese Banker betreuen die Vermögen von institutionellen Kunden: Pensionskassen, Lebensversicherungen, Anlagefonds. Das Ziel: Geld vermehren! Auch hier kassiert die Bank Gebühren und Kommissionen. In diesem Jahr aber nicht genug: Der Verlust beträgt 124 Millionen. Und das trotz über 300 Millionen Gewinn im letzten Quartal.

Private Banking

In der dritten Einheit der CS arbeiten 24 200 Personen – 200 mehr als Mitte Jahr. Pro Kopf schreibt die CS hier einen Gewinn von 35 830 Franken. Das Private Banking ist das Geschäft mit den Reichsten dieser Welt. Mit ihren Vermögen macht die CS viel Geld. Indem sie zum Beispiel weiter ausleiht und dafür Zinsen kassiert.

Auch die Kleinkunden gehören in diesen Bereich. Und damit das klassische Bankgeschäft: Sparbüchlein oder Hypo-Kredite.

Eigenkapital-Rendite

Wenn man all dieses von der CS unter dem Strich verdiente Geld durch ihr eigenes Kapital teilt, kommt man aktuell auf eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent. Ein gewaltiger Wert!

Er bedeutet, dass die CS aus 100 Franken Kapital, das ihr anvertraut wurde, innerhalb eines Jahres 125 Franken macht.

Zum Vergleich: Aus 100 Franken, die auf einem CS-Sparkonto liegen, macht die Bank in den gleichen 12 Monaten nur 100.50 Franken.

Aktie sinkt um 3,5 Prozent

Trotz der wahnsinnigen Rendite und dem unverschämten Gewinn sinkt die CS-Aktie. Weil die Börse nicht daran glaubt, dass die Bank auch in Zukunft so viel verdienen kann.

Auch mit Pillen verdient man viel

Die Banken haben die Krise überwunden. Für Novartis gab es sie eigentlich gar nie. Der Basler Pharmariese verdient mit seinen Medikamenten und Impfstoffen Geld wie Heu. Bei einem Umsatz von 31,3 Milliarden Dollar summiert sich der Reingewinn auf 6,1 Milliarden. Das heisst: Von 100 Franken, die in einem Novartis-Kässeli landen, bleiben fast 20 Franken als Gewinn. Einträglich wird für Novartis in diesem Jahr die Impfung gegen die Schweinegrippe. Chef Daniel Vasella rechnet mit Verkäufen von bis zu 700 Millionen Dollar.

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Wirtschaft

Haben die Banken aus der Krise gelernt?»

  • 22,5% Ja, ich habe wieder Vertrauen
  • 72,8% Nein, ich traue der Sache noch nicht
  • 4,8% Weiss nicht