Bis zu 40 Prozent geben auf Diese Lehren werden am meisten abgebrochen

Die zweijährige Berufslehre soll auch Jugendlichen mit schulischen Schwierigkeiten zu einem Diplom bringen. Neue Zahlen zeigen nun, wo die meisten dieser Lehren abgebrochen werden.

Schweiz Lehren: Diese Lehren werden am meisten abgebrochen play
Die zweijährige Lehre zum Coiffeur EBA wird am häufigsten abgebrochen. Besonders Männer lösen ihre Lehrverträge auf. (Symbolbild) dpa

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Sie schneiden nicht nur Haare, sondern machen auch in ihrer Ausbildung am häufigsten einen Schnitt. Lernende in der Coiffeur-Branche lösen am häufigsten ihren Vertrag für die zweijährige Ausbildung mit eidgenössischen Berufsattest (EBA) auf. Die Quote liegt bei 40 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) heute schreibt.

Erstmals hat das BFS und das Schweizerische Observatorium für die Berufsbildung am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (OBS EHB) Lehrvertragsauflösungen bei den EBA-Lehren untersucht.

Gastronomie an zweiter Stelle

Eine Lehre mit dem EBA ist als erleichterte Ausbildung für junge Menschen mit schulischen Schwierigkeiten gedacht. Bei guter Leistung können die Absolventen weitermachen und in die Lehre zur Erlangung eines eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) einsteigen.

Am zweithäufigsten brechen Lernende in der Gastronomie ab, nämlich 35,6 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 24,4 Prozent. Am wenigsten häufig lösen Lernende im Bereich Datenkbanken, Netzwerkdesign und -administration ihre Verträge auf (12,8 Prozent).

Intensivere Schulung der Ausbildner

Die Gründe, die zum Abbruch einer Grundbildung führen, seien vielfältig, sagt Daniel Jung, Leiter Berufsbildung und Dienstleistungen beim Branchenverband Gastrosuisse. «Die Lernenden nennen unter anderem Unter- oder Überforderung, gesundheitliche oder andere persönliche Gründe oder falsche Berufswahl.»

Die Situation sei Gastrosuisse schon seit Längerem bekannt. Mit dem Projekt «Qualigastro» im Kanton Bern intensivierte man in den vergangenen vier Jahren die Schulung der Ausbildner. Ziel ist es, bei den Verantwortlichen das Verständnis für Bildungsunterlagen zu fördern und die Ausbildung noch besser zu strukturieren. «Wir prüfen basierend auf dem Projekt auch ein Konzept für alle Lernenden im Gastgewerbe», so Jung.

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Die Quoten der Lehrvertragsauflösungen nach Ausbildungsfeld. BFS

Männer brechen eher ab

Laut Statistik brach jeder Vierte von den 5409 Personen, die 2012 eine Ausbildung zum EBA begonnen hatten, mindestens einmal ab. Bei den Männern liegt die Quote mit 26,9 Prozent ein wenig höher als bei den Frauen (21,6 Prozent). Zwischen Schweizern und Ausländern gibt es keinen deutlichen Unterschied.

Immerhin: Die Hälfte der Lehrabbrecher beginnt eine andere Ausbildung. Entweder wieder innerhalb des EBA oder sie wechseln zu einer Ausbildung mit EFZ.

Publiziert am 29.08.2016 | Aktualisiert am 29.08.2016
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  • Richard  Reich aus Basel
    30.08.2016
    Man sollte den Jugendlichen vor Antritt der Lehre aufzeigen, welche Möglichkeiten in Sachen Weiterbildung nach der Lehre bestehen. Mit diesem Ziel vor Augen steigt die Motivation sich anzustrengen und durchzuhalten. Habe selber eine handwerkliche Ausbildung und ging danach noch 3 Jahre zur Abendschule. Es hat sich gelohnt.
  • Martin  Aston aus Paradies
    30.08.2016
    Das kommt dabei heraus, wenn man unseren Nachwuchs nicht mit Hausaufgaben, Prüfungsstress, Schulnoten usw. belasten darf. Weicheier. Das Leben ist kein Ponyhof. Man wird sich das ganze Leben lang irgendwo durchbeissen müssen, und kann nicht immer den Bettle hinschmeissen wenn etwas nicht passt. Liebe Eltern IHR seid in der Verantwortung!
    • Martin  Zürcher , via Facebook 30.08.2016
      Dürfte ich mal Fragen was für ne Ausbildung Sie gemacht haben ?
  • Reto  Berger aus Zürich
    30.08.2016
    Ich verstehe das zu 100 Prozent.Als Coiffeur, Service Gastronomie, Verkäufer kommst du nie auf einen grünen Zweig. Nur wenn du selbstständig bist.
  • David  Brunner aus Wetzikon
    30.08.2016
    "Personenbezogene LVA-Quote nach Ausbidlungsfeld* G 5" . . . die angestrengt wissenschaftliche Darstellung ist für manche wohl schon die halbe Lösung des Problems ? Die Ursachen liegen tiefer. Das Eingeständnis ist schwierig. Ursachen sind geistige Verflachung, Beschränkung auf Touchscreen und Apps, Verlust von Werten und Verantwortung, von Vorbildern und Orientierung. Verrechtung, Verunsicherung, Entsolidarisierung und Desozialisation. Zwang zur Anpassung, Flucht in Konsum und Optionen . . .
  • Pad  Gloor , via Facebook 30.08.2016
    betr. 2j dth ausbildung: einziger sinn für die grossen: man kann billigst arbeitsplätze schaffen und gegen aussen den grossen sozialen markieren. habe so einige attest-lehrlinge kennengelernt: null allgemeinbildung kaum fliessend deutsch. aber welcher 0815schweizer hat schon bock (verständlicherweise) 45std für 4300.- den bimbo zu machen. selbst als "mistkübelmann" kommt man auf diesen lohn. mein tipp: handwerk oder it ausbildung oder sonst möglichst zumindest die matur machen.