Bill Gates zum iPhone-Streit: Apple sollte FBI nachgeben!

Microsoft-Gründer Bill Gates schaltet sich in der «Financial Times» im Streit zwischen Apple und der US-Regierung ein. Und widerspricht vielen seiner Kollegen aus der Tech-Branche.

Microsoft Corp co-founder Bill Gates speaks during an interview in New York play
Ex-Microsoft-Chef Bill Gates stellt sich hinter das FBI. REUTERS

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Im Apple-Streit mit der US-Regierung um die Entschlüsselung des iPhones eines toten Terroristen stellt sich Microsoft-Gründer Bill Gates (60) auf die Seite der US-Bundespolizei FBI. Dieses verlangt von Apple, Sicherheitsfunktionen des betroffenen Smartphones auszuschalten, damit man an die Daten des Terroristen auf dem Telefon heran kommt. Apple weigerte sich bislang erfolgreich dagegen.

Er sehe darin keinen Präzedenzfall, der in Zukunft die Privatsphäre gefährden würde, sagt Gates der «Financial Times». Der Ex-Microsoft-Chef: «Das ist ein konkreter Fall, in dem die Regierung nach Zugang zu Informationen fragt.»

Washington verlange keinen allgemeinen Zugriff. Die Situation sei nicht anders als bei einem Telekommunikations-Unternehmen oder einer Bank. «Sagen wir mal, die Bank hätte ein Band um die Festplatte gewickelt und gesagt, zwingt mich nicht, dieses Band durchzuschneiden, weil ihr mich dann dazu bringt, es immer wieder zu tun», argumentiert Gates.

Apple-Chef Tim Cook legt in einem offenen Brief dar , warum die Forderung des FBI die Sicherheit aller iPhones gefährden könnte. play
Apple-Chef Tim Cook legt in einem offenen Brief dar, warum die Forderung des FBI die Sicherheit aller iPhones gefährden könnte. AP

Tim Cook (55), Chef des iPhone-Herstellers, erklärt, für das Entsperren müsste erstmals eine Software geschrieben werden, die es möglich macht, den Passwort-Schutz auszuhebeln. Die US-Behörden betonen zwar, das Programm solle nur auf dem einen Gerät laufen können und könne danach auch gelöscht werden. Apple befürchtet jedoch, dass daraus ein Präzedenzfall wird, und dass die Software in falsche Hände geraten könnte.

Es ist ein politisch heikler Fall: Das iPhone wurde von Syed Rizwan Farook genutzt, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember in San Bernardino 14 Menschen erschoss. Das FBI ermittelt, ob die Attentäter Kontakte zu anderen Dschihadisten hatten und wer sie unterstützt hat.

Neuer Hinweis auf mörderischen Plan: Das mutmassliche Attentäter-Ehepaar am Flughafen in Chicago bei der Einreise in die USA. (Archiv) play
Terroristen-Pärchen Syed Rizwan Farook und Tashfeen Malik: Was für Geheimnisse birgt ihr iPhone? Keystone

Das US-Justizministerium prüft laut einem Zeitungsbericht allerdings auch in anderen Fällen, Apple per Gericht zum Entsperren sichergestellter iPhones zu zwingen. Wie das «Wall Street Journal berichtet» unter Berufung auf Insider berichtet, geht es um etwa ein Dutzend weiterer Ermittlungen. Fahnder hätten iPhones sichergestellt, könnten die auf den Geräten gespeicherten Daten aber wegen der Sicherheitseinstellungen nicht auswerten.

Die Chefs von Facebook, WhatsApp oder Twitter (siehe unten) stellten sich in jüngster Vergangenheit hinter Apple. Auch Microsoft unterstützt über eine Industriegruppe eigentlich die Position des iPhone-Konzerns. (uro)

Publiziert am 23.02.2016 | Aktualisiert am 25.02.2016
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17 Kommentare
  • Monte  Reto 23.02.2016
    Es ginge viel einfacher... Den Daumen des Terroristen auf iPhone und schon kann man alles sehen.... Grabt ihn wieder aus, lieber FBI.
  • manuel   ammann aus gossau
    23.02.2016
    Seit ihr alle naiiv? Das ist alles propaganda von apple! Wenn die fbi das will dann bekommen sie das auch!
    • Ulrich  Waser 23.02.2016
      Das ist wirklich Mist! Wenn das so wäre würden wir diesen Artikeln hier nicht lesen und das FBI müsste auch nicht vor Gericht....äähm Propaganda? Sie wissen schon Apple ist ein Firma, keine Regierung.
  • Erich  Engelbert aus Zürich
    23.02.2016
    Eine 40 Milliardenbusse erwarte ich. Appleuser bezahlen das locker.
  • hans  zottel aus Dübendorf
    23.02.2016
    Eine Software für den Geheimdienst zu schreiben käme eine Bankrotterklärung gleich und wäre eine Katastrophe. Apple könnte sich höchstens dazu bereit erklären NUR das entsprechende iPhone des ja bereits toten Verbrechers zu öffnen, bestimmt aber keine Software zur Verfügung stellen.
  • hans  zottel aus Dübendorf
    23.02.2016
    Bill Gates hat zwar eine Menge Kohle und tut damit bestimmt viel Gutes, aber betreffend Apple sollte er seine Meinung für sich behalten. Ich finde es katastrophal den Geheimdiensten alles auszuliefern. Fast nicht zu glauben und ein grosses Kompliment an Apple ist ja bereits, dass die scheinbar nicht selbst in der Lage sind ein iPhone zu öffnen. Heisst wohl gute Nachricht für alle iPhone-User. Was aber würde ein Nachgeben für Apple betreffend ihren Verkaufszahlen bedeuten?
    • Marco  Weber 23.02.2016
      Alle wollen mehr Sicherheit, aber mehr sicherheit bedeutet mehr Überwachung! Ein IPhone zu öffnen ist überhaupt kein Problem, macht im Zusammenhang mit diesem Artikel aber keinen Sinn