Hier wird Bordelektronik getestet SBB zeigen geheimes Testlabor

In den nächsten Jahren investieren die SBB 55 Millionen Franken. Sie wollen die Bordelektronik von 261 Regionalzügen auf den neusten Stand bringen. Heute haben die Bundesbahnen die Technik in einem Testlabor demonstriert.

SBB pimpt Regio-Züge: Besserer Handy-Empfang für 55 Millionen Franken play
In Gümligen (BE) testen die SBB ihre Zug-Software. ANTHONY ANEX

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Lehrlinge zeigen ihren Arbeitsalltag Coop startet Snapchat-Offensive
2 Trauriger Rekord Caritas-Märkte für Arme boomen
3 Theresa May hat Grosses vor Die Briten träumen wieder vom Empire

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Das ist eine Premiere: Zum ersten Mal haben die SBB heute einen Einblick in ihr Testlabor für Fahrzeugtechnik gewährt. Und darauf ist man bei den Bundesbahnen besonders stolz: «Bei der Digitalisierung sind wir in Europa ein Vorbild», schwärmt Georg von Raumer, Leiter ICT Applikationen bei den SBB.

Gleich neben dem Bahnhof Gümligen (BE) testet das Unternehmen seine Zug-Software. IT-Hardware, haufenweise Kabel, Displays und Eingabegeräte schmücken ganze Wände. Komponenten wie im Zug – aber in einer Testumgebung aufgebaut. 

Einige Teile dürften dem Zugfahrer bekannt vorkommen. Etwa das Display, das den Fahrplan in den S-Bahnen anzeigt.

SBB pimpt Regio-Züge: Besserer Handy-Empfang für 55 Millionen Franken play
Hinter dem digitalen Fahrplan steckt viel Technik. BLICK

Künftig wird diese Anzeige genauer. Heute zeigen die Monitore Störungsmeldungen oder Baustellen nur dann an, wenn der Lokführer dies von Hand eingibt. Bald passiert das automatisch. Der Fahrplan wird dann dynamisch angepasst. Passagiere sind somit schneller informiert. 

Mehrstufiges Testverfahren

Damit ein neues System wie dieses in die Züge kommt, muss es erst ein mehrstufiges Testverfahren durchlaufen. Softwareupdates werden dann über Nacht auf die Züge gespielt – über das öffentliche Mobilfunknetz. Ein Fahrplan-Update ist rund 70 Megabyte gross. 

Im Rahmen eines 55-Millionen-Projekts werden die SBB zudem die Überwachungssysteme anpassen. Heisst: Die Kameras in den Regionalzügen werden von analog auf digital umgestellt. Rund die Hälfte läuft schon heute digital. In den Fernverkehrszügen fehlen die Kameras – kommen aber mit den nächsten Generationen. 

SBB pimpt Regio-Züge: Besserer Handy-Empfang für 55 Millionen Franken play
Die digitale Überwachungskamera (rechts) ist deutlich kleiner. ANTHONY ANEX

Die Nachfrage nach Bildern der Überwachungskameras steigt jährlich. Letztes Jahr gab es rund 100 Anfragen der Polizei. Vor zwei Jahren waren es noch zwei Drittel weniger. Was aber nicht heisst, dass es in den Zügen zu mehr Zwischenfällen kommt, sagt von Raumer.

Videoaufnahmen länger gespeichert

Die Aufnahmen werden 72 Stunden lang gespeichert - und dann überschrieben. Bisher waren es 24 Stunden. Müssen die SBB Video-Aufnahmen rausrücken, so muss man diese im Zug abholen. Die Aufnahmen werden nämlich ausschliesslich lokal gespeichert. Grund: während einem Tag entstehen rund 300 Gigabyte an Filmmaterial – viel zu viel eine Datenübertragung übers Mobilfunknetz.

Überarbeitet wird auch das Alarmsystem der Notbremse. Wird dieses betätigt, kann der Lokführer direkt mit den Fahrgästen kommunizieren. 

SBB pimpt Regio-Züge: Besserer Handy-Empfang für 55 Millionen Franken play
Das Zug-Cockpit mag veraltet aussehen, ist aber technisch auf dem neusten Stand. BLICK

Für den Umbau muss jeder der 261 Züge für rund zwei Wochen aus dem Verkehr genommen werden. Insgesamt werden 1590 Fahrgastsprechstellen, 179 Videosysteme, 1012 Netzwerk-Switches und 25 Kilometer Netzwerk-Kabel verbaut. 2023 soll das Projekt abgeschlossen werden. 

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 20.10.2016
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Hans  Omlin 20.10.2016
    Braucht weder Handyempfang noch WLAN in den Zügen, dann muss ich mir kein stundenlanges, sinnloses Gelaber meiner Sitznachbarn anhören.
  • Ernest  Blanco 20.10.2016
    Bei der Digitalisierung sind wir in Europa ein Vorbild. Wenn dem so ist frage ich mich, weshalb WIFI und akzeptabler 4G Empfang nicht schon längst standard. Da scheinen die SBB noch etwas Entwicklungshilfe zu benötigen.
    • Patrick  Soppelsa , via Facebook 20.10.2016
      Ganz einfach, weil das was kostet. Und ich als Bahnkunde bin nicht bereit für ihr WLAN zu bezahlen. Entweder über die Billetpreise oder weil dann das Geld für sinnvolleres, wie Sicherheit oder Unterhalt fehlt. Falls Sie es wirklich brauchen, schliessen Sie bei einem seriösen Anbieter ein Abonnement ab mit einer anständigen Flatrate. Ich fordere sonst gratis Kaffee und der nächste will dann eine Dusche oder ein Schminkraum.
  • Markus  Bucher 20.10.2016
    Handyempfang auf Regionalzügen? Guter Witz! Da sitzt man wie die Gockel eng aneinander und hat gar keinen Platz, den Arm zu bewegen.
  • Ernst  Streuli 20.10.2016
    Muss das sein?
    Ich will sicher von A nach B fahren, das reicht.
    Man würde besser für mehr Sicherheit in Zügen und auf Bahnhöfen sorgen!