Bei der Swiss gibts 400 Franken und ein Essen Wer auf Flug verzichtet, verdient dabei

KLOTEN ZH - Airlines wie die Swiss überbuchen ihre Flüge. Weil sie damit rechnen, dass etliche Passagiere die Reise nicht antreten. Zuweilen geht das aber nicht auf. Und die Airlines müssen tief ins Portemonnaie greifen. Etwa auf der Strecke von Zürich nach Tel Aviv.

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Bei der Swiss werden Passagiere, die auf überbuchten Flügen freiwillig am Boden bleiben, fürstlich entschädigt. Keystone

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Stellen Sie sich vor, der Flieger ist da, und plötzlich will keiner mehr mit. So geschehen an einem Morgen Ende Oktober am Zürcher Flughafen. Die Swiss rief aus, dass jeder, der nicht jetzt, sondern erst am Abend nach Tel Aviv fliegen würde, 400 Franken und einen Essensgutschein bekomme.

Der Grund: Der Flieger fasst 236 Passagiere, die Swiss hatte aber mehr Reisende auf diesen Flug nach Israel gebucht. Aufs Angebot hin strömten etliche Passagiere zum Schalter. Sie alle wollten lieber das Geld. Schliesslich blieben acht am Boden.

Das ist im Flug-Business gang und gäbe. In der Regel überbuchen die meisten Airlines ihre Flüge um etwa zehn Prozent, schätzt Hans Ruedi Vogel (73), Fachdozent Luftverkehr an der Schweizer Handelsschule für Tourismus in Zürich. Denn eine Airline wolle sichergehen, nicht mit leeren Sitzen zu fliegen. «Die kosten mehr als die Entschädigung für einen zu viel verbuchten Passagier», erklärt Fachdozent Vogel.

Fehlen günstiger als umbuchen

Die Entschädigung ist aber der letzte Schritt. Erst versuchen Airlines, ihre Sitze innerhalb des Flugs aufzufüllen, indem sie Fluggäste upgraden. Denn in der Business Class werde selten, in der Ersten grundsätzlich nicht überbucht, so Vogel.

Airlines rechnen auch damit, dass einige Passagiere ihre Reise nicht antreten. Auch weil es für viele Passagiere der Economy Class günstiger ist, nicht zu erscheinen statt umzubuchen. Je nachdem, wie viele Passagiere gewöhnlich ausbleiben, bekommt jeder Flug ein eigenes Überbuchungsprofil. Darin ersichtlich, wie viele Sitze leer bleiben und damit doppelt von der Airline verkauft werden können.

Helvetic und Edelweiss überbuchen nicht

Tel Aviv sei ein Extrembeispiel an Überbuchungen, erklärt Experte Vogel. «Denn hier sagen die Erfahrungswerte, dass viele Passagiere nicht zum Flug erscheinen.» 

Zu Überbuchungszahlen will sich die Swiss nicht äussern. Helvetic und Edelweiss erklären aber auf Anfrage, keinen einzigen Flieger zu überbuchen. «Wir möchten, dass unsere Gäste zuverlässig an ihrer Feriendestination ankommen», begründet das Edelweiss-Sprecher Andreas Meier.

Publiziert am 15.11.2016 | Aktualisiert am 15.11.2016
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6 Kommentare
  • Hanspeter  Oppliger aus Valencia Philippinen
    16.11.2016
    Bei Singapore Airlines erhielt ich einen Frei Flug, 1grosse Flasche Champagner und wurde noch am gleichen Tag auf einen Flug mit Lufthansa umgebucht. Schäbig von Swiss !!!
  • Hans  Zürcher 16.11.2016
    Von der Swiss lernen bedeutet über schlechtes und kundenfeindliches Management lernen: Flüge überbuchen - viel Spass, wenn man selbst auf der Warteliste ist, Piloten die laut Tagi mit Sauerstoffmasken in uralt Jumbolinos sitzen, Kundenbeschwerden monatelang nicht beantworten, extreme Verspätungen dank unfähigem Zubringermanagement...alles möglich dank des Swiss/Lufthansa Monopols in Zürich.
  • Dani  Müller 16.11.2016
    Vor ein paar Jahren flog ich am Abend von Zürich nach London. Beim einchecken wurde ich gefragt, ob ich auf die Warteliste wolle und würde dafür gratis ein Nachtessen, Übernachtung mit Frühstück und Transport zum Hotel und zurück erhalten, sowie (glaub ich) 200 Franken als Entschädigun. Natürlich sagte ich ja, doch leider hatten sie doch einen Platz im Flieger für mich.
  • Remo  Albrecht aus Höri
    15.11.2016
    Ok, wenn ich in Zukunft auf eine Morgenfahrt mit der SBB verzichte kriege ich auch eine Abfindung, oder als Autofahrer, wenn ich am Morgen nicht durch den Gubrist fahre?
    Am besten würde mir der Staat mein Leben finanzieren, wenn ich am Morgen nicht mehr aus dem Hause gehe und somit niemanden Schaden kann.
    Einfach nur Irrsinn, wohin das noch führt. Billige Flüge und noch Geld kassieren? Das Fliegen ist einfach zu billig!
    Ps: bin kein Flugzeuggegner, wohne in Anflugschneise, für mich alles ok!
  • Harry  Kant , via Facebook 15.11.2016
    Flug nachbIsrael? 400.- verdienen dirch warten? Uhhh, da kommt mir was in den Sinn von wegen Geiz und so, aber das darf man natürlich nicht sagen!
    • Salomon  Berkovits , via Facebook 16.11.2016
      Das hat doch nichts mit geizig zu tun! Hand aufs Herz: Wenn man Ihnen 400.- offeriert sagen sie nein?