Behörden wollen Grenzpolizisten am Flughafen ersetzen: Bald kontrollieren Maschinen

Eine der 70 Massnahmen zur Optimierung der Grenzsicherung stellen die automatisierten Grenzkontrollen an Flughäfen dar. Dank ihnen sollen legale Einreisen auch in Zukunft reibungslos erfolgen.

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Grüezi, willkommen in der Schweiz.» Es sind einfache Worte, mit denen ankommende Passagiere bei der Passkontrolle am Flughafen begrüsst werden. Doch sie haben einen grossen symbolischen Wert. Für manche Heimkehrer markiert die Begrüssung bei der Passkontrolle den feierlichen Schlusspunkt jeder Auslandsreise. Klar: Wo man «Grüezi» sagt, da sind wir daheim.

Doch mit dem freundlichen «Grüezi» ist bald Schluss. Bund und Kantone haben in den letzten Jahren an einem Aktionsplan zur Optimierung der Grenzsicherung gefeilt. Das Ergebnis: Ein bunter Strauss von 70 Massnahmen, die der Bundesrat und die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren im Herbst abgesegnet haben. Darin enthalten sind auch automatisierte Grenzkontrollen an den Flughäfen.

Die Passkontroll-Automaten seien als Ergänzung zu den bemannten Stationen vorgesehen, erklärt ein Sprecher der Zollverwaltung. Grund für die Anpassung sei die steigende Mobilität und die damit verbundene Zunahme von Reisebewegungen. Dank automatisierter Grenzkontrollen sollen legale Einreisen auch in Zukunft reibungslos möglich sein. Allerdings würden nur Bürger von EU und Efta-Staaten durch Automaten kontrolliert, weil der Schengener Grenzkodex für sie «nur eine Mindestkontrolle» vorsehe. Ein Stellenabbau bei der Passkontrolle sei nicht vorgesehen.

Die Zollverwaltung rechnet frühestens 2016 mit einem Pilotversuch. Pläne zur flächendeckenden Einführung der Automaten gebe es «zum jetzigen Zeitpunkt» nicht. Bund und Kantone wollen, dass dereinst zehn Prozent der EU- und Efta-Bürger durch Automaten abgefertigt werden. Davon versprechen sie sich nicht zuletzt einen Spar­effekt.

Sicherheitspolitiker reagieren indes zurückhaltend auf das Vorhaben. Thomas Hurter (51), SVP-Nationalrat, Swiss-Linienpilot und Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission, sagt: «Ich befürchte einen Sicherheitsverlust.» Neben der Automatisierung habe die persönliche Kontrolle im Ausland weiterhin einen hohen Stellenwert. Dies sollte auch für die Schweiz gelten. «Die persönliche Beurteilung ist oft besser als die Kontrolle irgendeiner Maschine.» Gerade bei Grenzübertritten müssten Sicherheitsaspekte wieder stärker gewichtet werden. Hurter glaubt zudem nicht an einen grossen Spareffekt. «Auch Automaten brauchen Personal, das sicherstellt, dass die Kontrollen sauber ablaufen.»

Für Hurter liegt die Lösung anderswo: «Es braucht vernünftige Abläufe und saubere Kontrollen durch die Flughafenpolizisten.» Zudem müsse sichergestellt werden, dass das Personal raschen und guten Zugriff auf die erforderlichen Datenbanken habe. «Dann wird richtig gespart, nämlich beim Zeitverlust», so Hurter.

Publiziert am 07.01.2015 | Aktualisiert am 07.01.2015
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Können Automaten Grenzpolizisten ersetzen?

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22 Kommentare
  • Vanessa  Meier 07.01.2015
    Die persönliche Beurteilung ist oft besser als die Kontrolle irgendeiner Maschine. - Da bin ich anderer Meinung. Ich denke eine Maschine, die per Zufallsprinzip Leute rauspickt und die dann kontrolliert werden, ist effizienter.
  • rolf  sulzer 07.01.2015
    ..und wohin "verschwinden" all diese überflüssigen kontrolleure? hoffentlich in die unterdotierte grenzwacht-patroullie.
  • Kurt  Imhof aus Romanshorn
    07.01.2015
    Automaten können wohl ein Gesicht kontrollieren, nicht jedoch den Gemütszustand und haben auch keine Nase.
    Es lebe die Grenzenlose Kriminalität.
  • Regula  Hiltebrand aus Au
    07.01.2015
    Das ist überhaupt nicht glaubhaft, dass kein Stellenabbau damit verbunden ist, vielleicht nicht gerade sofort, aber nach und nach. Was machen dann die vielen Leute, die durch Maschinen ersetzt werden, wer zahlt dies?
    Zudem ist dies ein Abbau der Sicherheit, dies darf keinesfalls hingenommen werden. Wir haben immer mehr Migranten, Asylanten, Kriminelle, Verbrecher in der Schweiz, für die wird die Einreise so noch einfacher gemacht. Es braucht wieder mehr und nicht weniger Kontrollen.
  • Daniel  Leuenberger aus Chisinau
    07.01.2015
    E-Gates gibt es ua in Deutschland. Ich ziehe diesen jedem launischen und unfreundlichen Polizisten vor. Dabei ist es erst noch viel schneller. Die heutige Technik ist so entwickelt, dass ich heute dieser mehr vertraue.