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Claude Béglé (59) ist ein Hüne. Der Zwei-Meter-Mann gilt als «Macher», als international erfahrener Manager. Das «Alphatier» mit unbändiger Freude am Arbeiten sollte sich nun zügeln. Er ist seit April Präsident des Verwaltungsrats (VR) der Post, ein 50-Prozent-Amt.
Das kann einen wie Béglé nicht auslasten. Ihm haftet noch immer der Ruf an, die Post am liebsten selber auch operativ zu führen.
Jetzt kommt aus: Béglé lebt seine operative Ader aus, hat noch einen vollen Job. In einem Brief an Familienmitglieder und Freunde schrieb er im Dezember 2008: «Neben dem VR-Präsidium bei der Post habe ich zwei weitere VR-Mandate und die Leitung einer Investitionsgesellschaft übernommen, die in Emerging Markets tätig ist.» Gemeint sind Indien, der Mittlere Osten, China. Béglé: «So kann ich meine Energie gleichmässig zwischen meiner Tätigkeit in der Schweiz und jener im Ausland aufteilen.»
Wer wissen möchte, für wen der Postpräsident tätig ist, stösst auf eine Mauer des Schweigens. Béglé selbst sagt nur: «No comment.» Damit lässt sich SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner (55) nicht abspeisen: «Das ist Verschleierungstaktik. Ich will wissen, was Claude Béglé macht, und verlange Aufklärung vom Bundesrat.»
Mehr Transparenz ist nötig: Auch auf der Post-Internetseite ist nur ein VR-Mandat von Béglé vermerkt. Er ist für den belgischen Bäcker- und Konditorzulieferer Puratos tätig. Denn die Angaben über die Verwaltungsräte werden gemäss Pressestelle in der Regel ein Mal jährlich für den neuen Geschäftsbericht angepasst.
Im Internet lässt sich ein weiteres Mandat finden: Béglé sitzt im VR der Genfer Firma Cotecna, ein Warenprüfunternehmen. Aber was tut Béglé in Indien? Diese Frage, sagt
Daniel Bach, Sprecher des für die Post zuständigen Departements (Uvek), müsse Beglé selbst beantworten.
Er dürfe neben seinem 50-Prozent-Job bei der Post «weitere Mandate» annehmen: «Es darf sich aber kein Interessenkonflikt mit seiner Tätigkeit bei der Post ergeben.» Zudem müsse gewährleistet sein, dass er genügend Zeit für die Arbeit bei der Post aufwende. «Es gibt keine Indizien, dass eine dieser Auflagen verletzt würde.»
Letzteres ist auch für SP-Präsident Christian Levrat (39) gegeben: «Ich kenne niemanden, der Herrn Béglé vorwerfen würde, er mache zu wenig für die Post.» Im Gegenteil: «Intern werfen ihm einzelne eher vor, zu präsent zu sein.»
Postpräsident Claude Béglé- Reuters