Bauernsterben 854 Milchbetriebe verschwunden

BERN - Im hart umkämpften Milchmarkt überleben vor allem die Grossen. Kleinere Betriebe kämpfen um ihr Überleben. Bleibe der Milchpreis tief, warnt der Bauernverband, müssten noch mehr Höfe die Milchproduktion aufgeben.

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Überleben nur noch die Milchmillionäre? Im vergangenen Jahr produzierten 25 Betriebe in der Schweiz mehr als eine Million Kilogramm Milch im Jahr, meldet die TSM Treuhand. Das sind sechs Höfe mehr als 2011.  Ein solcher Grossbetrieb hat zwischen 130 und 150 Kühen.

Daneben kämpfen viele Bauern ums Überleben. Letztes Jahr mussten 854 Betriebe die Milchwirtschaft aufgeben: mehr als zwei Höfe pro Tag. Der Grossteil sind kleine mit einer jähr­lichen Milchproduktion von 100'000 Kilogramm oder weniger.

«Auch grössere Betriebe haben Probleme»

«Der Trend geht in Richtung grössere und effizientere Betriebe», erklärt Jacques Bourgeois, Direktor des Schweizerischen Bauernverbands, gegenüber Blick.ch.

«Zurzeit haben aber auch grössere, gut strukturierte Betriebe Probleme.» Diese hätten in den letzten Jahren viel Geld investiert und könnten bei  dem tiefen Milchpreis ihre Kosten nicht mehr decken.»

Ein Teil der Milchbauern hört ganz auf, viele steigen aber um, zum Beispiel auf Mutterkuhhaltung oder Spezialkulturen.

Weniger Betriebe bedeutet nicht automatisch weniger Milch

Die einzige Lösung, so Bourgeois:  «Der Milchpreis muss unbedingt rauf!» Dazu brauche es allgemeinverbindliche Verträge, welche helfen, den Milchmarkt zu steuern. «Sonst geben zahlreiche weitere Betriebe die Milchproduktion auf.»

Die produzierte Menge hingegen ginge nicht unbedingt zurück. Bourgeois: «Die verbleibenden drehen einfach den Hahn auf.»

Dass Bourgeois Befürchtungen Hand und Fuss haben, zeigt ein Blick in die Milchstatik. Obwohl die Zahl der Betriebe abgenommen hat, haben die verbleibenden 24'369 Milchproduzenten etwa gleich viel Milch geliefert wie im Vorjahr, nähmlich rund 3,47 Milliarden Kilo.

Publiziert am 14.02.2013 | Aktualisiert am 14.02.2013
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5 Kommentare
  • werner  widmer aus russikon
    14.02.2013
    Wenn der grösste Teil des Einkommens für Zinsen für Maschinen und Auszahlung von Geschwistern drauf geht , ist es nicht verwunderlich. Aber was geschieht mit dem Land, wenn einer aufhört? Es wird wohl nicht zu Wald, sondern irgendwann zu Bauland oder von einem andern Bauern gepachtet. Dies löst aber die finanziellen Probleme des Ersteren nicht.
  • Daniel  Hofmann 14.02.2013
    Bei unseren Milchseen, die wir durch die staatlichen Subventionen auf jeden Liter Milch noch zusätzlich födern, dürfen es gerne noch weniger werden. Ich bin für freie Marktwirtschaft und die Nachfrage bestimmt den Preis. Wenn wir schon von Globalisierung sprechen, EU, etc. dann müssen wir weg vom Gedanken der Selbstversorger, das war einmal. Die Zeiten haben sich geändert. Weniger Land zum bewirtschaften stimme ich zu, nur heisst das nicht, dass das nicht unbedingt, dass es den Besitzer gewechselt hat. Immer mehr Bauern werden zu Immobilienbesitzer, da deren Bewirtschaftung einfacher ist und der Profit erheblich grösser ausfällt.

    Sorry, ich bin für freie Marktwirtschaft und bei diesen Milchseen, die wir mit unseren Steuern noch staatlich subventionieren und fördern, dürfen gerne
  • Werner  Mueller aus Nakhon Ratchasima
    14.02.2013
    Es gibt Bauern die jammern und es gibt Bauern welche innovativ sind und nach Marktluecken suchen. Da die Grossverteiler den Kunden dressieren, was er zu kaufen hat entstehen einige Moeglichkeiten. Ich kenne kein Land welches den Bauern mehr Subventionen bezahlt als die Schweiz.
  • Pascal  Meister , via Facebook 14.02.2013
    Es macht wirklich keinen Sinn mehr, nur noch 8 oder 10 Kühe zu halten - die Milch braucht Kühlung und regelmässige Abholung. Und der Aufwand ist gross, ich verstehe jeden Bauern, der einen gemütlicheren Job sucht als jeden Tag 2x Melkstress für fast kein Geld.
  • Emil  Thommen aus Zug
    14.02.2013
    Es gibt auch immer weniger Land wo die Bauern bewirtschaften,
    da liegt doch der Has im Pfeffer, es hat einfach kein Platz mehr.