Bauern zittern nach Franken-Schock Fliegt jetzt das Schweizer Gemüse aus dem Regal?

Die Preise kommen ins Rutschen. Um die Einkaufstouristen auf der Hochpreisinsel Schweiz zu halten, setzen die Detailhändler das Messer bei den Produkten aus dem Euroland an.

Preise von importierten Früchten und Gemüsen sind ab dieser Woche um 10 bis 30 Prozent günstiger. play

Preise von importierten Früchten und Gemüsen sind ab dieser Woche um 10 bis 30 Prozent günstiger.

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«Ab ­dieser Woche sind Preise von ­importierten Früchten und Gemüsen um 10 bis 30 Prozent günstiger», verspricht Migros-Marketing-Chef Hansueli Siber im «Migros Magazin». Coop und die Discounter nutzten das Mindestkurs-Aus schon letzte Woche für die Bewerbung von «Euro-Preissenkungen».

Diese Aktionen freuen die Konsumenten, der starke Franken lässt die Bauern aber zittern. «Es besteht die Gefahr, dass die Detailhändler mehr ausländische Lebensmittel ins Sortiment aufnehmen», warnt Martin Rufer. Laut dem Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizer Bauernverbands sei die Gefahr bei Käse und Wein am grössten. Hier herrscht der Freihandel. Auch gewisse Milchprodukte wie Joghurt oder Frischgemüse seien betroffen.

Fliegen jetzt Schweizer Gemüse aus dem Supermarkt-Regal? Migros und Coop sowie die Discounter Denner, Lidl und Aldi bestreiten dies auf Anfrage. Es sei nicht geplant, den Anteil ausländischer Importware zu erhöhen, heisst es unisono – auch langfristig nicht. Rufer bezweifelt das,  die Frankenaufwertung stelle die Landwirtschaft vor ein noch grösseres Problem: Konsumenten könnten sich an die tieferen Preise für Euroraum-Produkte gewöhnen. «Das könnte indirekt die Preise für Schweizer Agrarerzeugnisse unter Druck setzen», fürchtet Rufer.

Discounter Aldi bestätigt bereits: «Der Preisdruck ist auch im Inland gross.» Bauernvertreter Rufer fordert die Detailhändler deutlich auf: «Jetzt bloss nicht die Frankenaufwertung missbrauchen, um Schweizer Produkte billiger zu machen!» Der Verband Bio-Suisse will nun noch stärker auf Kon­sumenten eingehen, «um den höheren Preis von Schweizer Produkten zu rechtfertigen».

Publiziert am 27.01.2015 | Aktualisiert am 27.01.2015
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  • Irene  Joho aus Rietheim
    27.01.2015
    Ich hoffe schwer NICHT, dass unser Produkte verschwinden. Ich wohne an der deutschen Grenze und stelle immer wieder fest, dass z.B. unser Gemüse bis zur Verarbeitung einiges länger hält als wenn ich z.B. bei Aldi, Kaufland etc. kaufe. Das fängt schon bei den Kartoffeln an! Da zahle ich gerne mehr dafür, als dass ich jeden Tag in die nächste Ortschaft zum Einkauf muss!
  • Fritz  Frigorr , via Facebook 27.01.2015
    Wie wenig der Bauernfunktionär Ahnung von Wirtschaft hat, das zeigt sich an seiner Aussage von der angeblichen Frankenaufwertung. Zur Info, nicht die Fluchtwährung Franken ist gestiegen - wieso auch, der steht ja kein realer Wert gegenüber - , nein der Euro ist gesunken.
  • jürg  frey aus teufen
    27.01.2015
    Wieso rauswerfen. Günstiger verkaufen. Die Feldarbeit verrichten ja auch günstige Arbeiter aus LT, Ukraine, Polen, RO, SK und und.. Ich sehe die Autos hier vor einem Gemüsegrosshändler. Der bezahlt sicher keine Top-Löhne, dann kann man auch günstig anbieten.
    • urs  waelchli 27.01.2015
      Aber Mindestlöhne nach Schweizer Gesetz und die sind 3 mal so hoch wie in Deutschland für Landwirtschaftliche Angestellte. Und übrigens, wieso stellen wir Ausländer an, weil kein Schweizer bereit ist zu diesen Löhnen zu arbeiten und sie sagen immer noch, die Produkte seien zu teuer. Ende der Ironie!!!!!!!!!
  • Fritz  Frigorr , via Facebook 27.01.2015
    Wie wenig der Bauernfunktionär Ahnung von Wirtschaft hat, das zeigt sich daran, dass er von einer Frankenaufwertung spricht. Denn nicht diese Fluchtwährung wurde aufgewertet, nein, der Euro wurde abgewertet. Doch dies ist eben für viele, die immer noch glauben, sie leben im Wunderland Schweiz, nicht leicht zu verstehen. Und auch die Eidgenossen, die immer von einer vollumfänglichen Unabhängigkeit träumen, die sollten gemerkt haben, dass dem nicht so ist.
  • urs  waelchli 27.01.2015
    Wenn ihr EU Preise wollt bei den Lebensmitteln, dann verlange ich , das alle die bei mir eine Arbeit oder Dienstleistung verrichten auch nur noch EU Löhne erhalten. Ihr sagt, die höhere Qualität und Frische rechtfertige nicht einen höheren Preis in der Schweiz. Ich sage die Arbeit der Schweizer ist nicht besser als die der Ausländer, also rechtfertigt sie auch nicht einen höheren Lohn!!!