Bargeld von Nationalbank und Steuerabzüge für Ferien gefordert: Subventionsjäger verlieren alle Hemmungen

GENF/AROSA - Nach Ansicht des Verbandes Handel Schweiz soll die Nationalbank monatlich jedem Einwohner 100 Franken verteilen. Die Touristiker hätten dagegen gerne Steuerabzüge für Ferien in der Schweiz.

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Der starke Franken ist ein Glücksfall für die Schweizer Konsumenten: Einkaufen und Ferien im Ausland sind seit der Aufhebung des Frankendeckels so günstig wie nie zuvor. Weniger rosig ist die Lage für die einheimischen Händler und Touristiker. Sie leiden unter dem Einkaufstourismus und dem Ausbleiben ausländischer Gäste. 

Nun fordern sie Hilfe vom Staat. Der Verband Handel Schweiz will der Nationalbank die Möglichkeit geben, Bargeld direkt an die Bevölkerung zu verteilen. Die Zeitung «Le Temps» berichtete letzte Woche über den Vorschlag, die «Schweiz am Sonntag» griff ihn auf. «Wir fordern, dass die SNB künftig jedem Schweizer Einwohner direkt eine bestimmte Geldration verteilen kann», zitiert das Sonntagsblatt Handel-Schweiz-Präsident Jean-Marc Probst. Als Grössenordnung schwebt ihm ein Hunderternötli pro Kopf und Monat vor.

Touristiker untersützten Reimann-Motion 

Erfindungsreich zeigt sich auch die Tourismus-Partei. Sie ist Feuer und Flamme für den Vorstoss von SVP-Nationalrat Lukas Reimann, der einen Steuerabzug für Ferien in der Schweiz fordert. Die vom Bund bereits gesprochenen 210 Millionen Franken an Direkthilfe für den Tourismus hätten «keinerlei Wirkung» gezeigt, schreibt die Tourismus-Partei. Deshalb brauche es nun weitere Massnahmen: Mit Steuerabzügen könne «die bedrohte Tourismuswirtschaft entscheidend gestützt werden», so Pascal Jenny, Präsident der Tourismus-Partei und Kurdirektor von Arosa. 

Helikopter-Geld soll Krise beenden

Die Idee, Notenbank-Gelder direkt an die Bevölkerung zu verteilen, wird auch in anderen Ländern diskutiert. Das Stichwort lautet «Helikoptergeld». Um die langfristigen Zinsen zu senken, kaufen die Notenbanken schon seit Jahren staatliche Anleihen. Ausserhalb der USA sind die Erfolge bescheiden. In der Euro-Zone will die Konjunktur nicht recht anspringen. Inflation und Kreditvergabe bleiben schwach. Ökonomen fordern deshalb, die Gelder direkt der Bevölkerung zukommen zu lassen. Dadurch würden die Kaufkraft sofort gestärkt und der Konsum angekurbelt. In der Schweiz wird die Idee vor allem vom Genfer Bankökonomen Michaël Malquarti propagiert. (gs) 

Publiziert am 20.03.2016 | Aktualisiert am 26.03.2016
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25 Kommentare
  • William  Quispe aus Bellinzona
    21.03.2016
    Die Kantonalbanken sollen die Zinsen für Kredite auf 6 Prozent senken und fürs Sparen auf 3 Prozent anheben. Dadurch würde eine Spanne von 3 Prozent für die Bank resultieren. Alles Andere ist Betrug und Wucher.

    Die Grossbanken sollen erst mal 100 Prozent Kapital bringen, und nicht mit dem Geld der Nationalbank arbeiten dürfen. Ansonsten sollen sie 4.5 Prozent an Zinsen zahlen. Es kann nicht sein, dass der Staat Milliarden an Steuergeldern gratis den Bankster gibt für ihre Zockerei.
  • Markus  Schneider 21.03.2016
    Wenn schon Verteilung, dann sicher nicht pro Kopf, sondern pro bereits vorhandenem Hunderternötli. Ansonsten können wir ja auch pro Kopf gleich 5000 Franken pro Monat verteilen, da gibts auch schon Leute, die solchen Stuss vertreten (siehe bedingungsloses Grundienkommen usw.).
  • Urs  Meier 21.03.2016
    Wen wundert, dass die 210 Millionen Direkthilfe nutzlos verpuffte und keinerlei Wirkung zeigten? Das Geld kam sicher den „Richtigen“ zugute und diese tragen es in ferne Feriendestinationen. Das Problem bleibt jedoch bestehen. Die Touristen haben weiterhin weder Geld noch Bock ihre Ferien in der Schweiz zu verbringen. Die Anreize müssten den Kunden zugutekommen, wenn diese wieder in Strömen in die Tourismussgebiete kommen sollen.
  • Pascal  Meister , via Facebook 21.03.2016
    Steuerabzug für Ferien in der Schweiz? Das ist 180 Grad verkehrt. Man sollte Schweizer motivieren, mehr Geld im Ausland auszugeben. Damit die Exportindustrie einen weniger starken Franken erlebt und mehr Wertschöpfung möglich ist. Der einheimische Tourismus ist bis auf einige Luxusorte eine reine Beschäftigungstherapie vorwiegend für ausländische Angestellte, mit minimaler Wertschöpfung.
  • Alfred  Gerber aus Goldingen
    20.03.2016
    CH-Tourismus und Hotellerie haben wohl ein eigenes Grossbüro, welches 7 Tage die Woche nur für das Jammern zuständig ist.