Banken Credit Suisse muss wegen windigen Hypotheken Rekordsumme zahlen

BERN - BE - Wegen ihrer Rolle in der Hypothekenkrise ist die Credit Suisse in den USA zu einer Rekordzahlung verdonnert worden. Insgesamt muss die Grossbank 5,3 Milliarden Dollar aufwerfen, um einer Anklage zu entgehen.

Credit-Suisse-Filiale in New York: Die Schweizer Grossbank hat sich im Hypothekenstreit mit dem US-Justizministerium auf eine Busse über 2,5 Milliarden Dollar geeinigt. play
Credit-Suisse-Filiale in New York: Die Schweizer Grossbank hat sich im Hypothekenstreit mit dem US-Justizministerium auf eine Busse über 2,5 Milliarden Dollar geeinigt. Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE

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Das ist die höchste Summe, die eine Schweizer Bank jemals in einem Rechtsfall zahlen musste. Davon sind 2,48 Milliarden Dollar eine Busse, auf die sich die Credit Suisse mit dem US-Justizministerium in einem Vergleich geeinigt hat, wie sie am Freitag in einem Communiqué bekannt gab. Und weitere 2,8 Milliarden Dollar muss die zweitgrösste Schweizer Grossbank in den nächsten fünf Jahren an die Geschädigten der US-Hypothekenkrise überweisen.

Damit wird die Credit Suisse so hart wie noch nie in einem Rechtsfall bestraft. Die bisherige Rekordbusse hatte die Bank im Jahr 2014 für ihre Rolle im US-Steuerstreit bezahlen müssen. Damals forderten das US-Justizministerium und die amerikanische Börsenaufsicht SEC 2,815 Milliarden Doller.

Und die Credit Suisse ist nicht alleine: Noch härter schlugen die US-Behörden gleichentags gegen die Deutsche Bank zu, die 7,2 Milliarden Dollar zahlen muss. Diese setzen sich zusammen aus einer Busse von 3,1 Milliarden Dollar und einer Entschädigung von 4,1 Milliarden Dollar an die Opfer des Hypothekenskandals.

Der Rechtsstreit bezieht sich auf das Jahr 2007. Damals hatten viele Grossbanken in den USA Hypotheken an mittellose Menschen vergeben. Die Risiken wurden anschliessend an Investoren weitergereicht - in Form von hochkomplexen Anleihen, die den Banken hohe Gebühren in die Kasse spülten.

Als der Markt 2007 kollabierte, erwiesen sich diese Bonds als wertlos, was die weltweite Finanzkrise auslöste. Viele der Käufer fühlten sich über den Tisch gezogen und klagten erfolgreich gegen die Banken. Dies war der grösste offene Rechtsfall der CS.

Im Vergleich mit der Deutschen Bank schneidet die Credit Suisse nach Ansicht von Experten eher schlecht ab. Während die deutsche Rivalin massiv günstiger als befürchtet davonkommt, bezahlt die Schweizer Grossbank insgesamt mehr, als Analysten erwartet hatten. Im Durchschnitt hatten die Schätzungen für diesen Rechtsfall der CS bei 2 bis 3 Milliarden Dollar gelegen.

Allerdings war vor wenigen Tagen auch eine drohende Vergleichssumme von 5 bis 7 Milliarden Dollar durch die Presse gegeistert. Die Bank habe dies allerdings abgelehnt. Angesichts dieses Betrages ist mit dem jetzigen Vergleich die Unsicherheit bei der Credit Suisse weg. Die Investoren zeigten sich erleichtert. Die CS-Aktie legte an der unveränderten Schweizer Börse in der ersten Handelsstunde um 0,4 Prozent zu. (SDA)

Publiziert am 23.12.2016 | Aktualisiert am 23.12.2016
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