Migrol-Chef schockiert Bald kostet der Liter Benzin 2 Franken!

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Marcel Odermatt

Fr. 1.88 für einen Liter Bleifrei 95! Und das ist erst der Anfang: Schon im Sommer könnte die Zwei-Franken-Grenze überschritten sein, sagt Migrol-Chef Daniel Hofer (46).Tanken wird zunehmend zum Ärgernis: An der BP-Autobahnraststätte Neuenkirch in Rothenburg LU kostet der Liter Bleifrei 95 schon Fr. 1.88; im Schnitt zahlen Autofahrer an Schweizer Tankstellen Fr. 1.78. Am 1. Januar waren es noch Fr. 1.56, eine Steigerung um 14 Prozent!Sogar die Zwei-Franken- Grenze ist mittlerweile kein Tabu mehr. «Nicht ausgeschlossen, dass wir im Sommer diese Schallmauer durchbrechen», sagt Migrol-Chef Daniel Hofer.Er nennt drei Gründe, warum Benzin immer teurer wird: Steigender Verbrauch: Boomende Schwellenländer wie China und Indien brauchen immer mehr Benzin. Und die Amerikaner verstärken gerade wieder diesen Effekt. Zu Beginn ihrer Feriensaison Ende Mai («Driving Season») kaufen sie auf den internationalen Spotmärkten zusätzliche Benzinvorräte zusammen. Zu wenig Raffinerien: Es kann nicht genug Rohöl zu Treibstoff verarbeitet werden. In Europa stehen mehrere Raffinerien wegen Servicearbeiten still. In den USA fehlt es generell an Raffineriekapazitäten. Spekulation: Investmentgesellschaften wissen, dass die weltweite Nachfrage nach Ölprodukten weiter steigt und tätigen spekulative Hamsterkäufe.Für Rolf Hartl (53), Geschäftsführer der Schweizer Erdöl-Vereinigung ist deshalb klar: «Die Automobilisten müssen sich darauf einstellen, dass die Preise in den nächsten Monaten hoch bleiben.» Das kommt den Ölkonzernen entgegen. Weder grosse Giganten wie Exxon Mobil, Shell oder BP noch staatliche Ölfirmen im Iran oder in Venezuela haben ein Interesse an tieferen Preisen. Bleibt Erdöl teuer, kassieren sie weiter Riesenprofite. Die Branchenriesen Shell, Exxon Mobil, BP und Total strichen 2006 einen Rekordgewinn von insgesamt 130 Milliarden Franken ein! Im ersten Quartal steigerte Shell seinen Gewinn um 6 Prozent und verdiente 9 Milliarden Franken. Interessant: Trotz rekordhoher Preise wird weiterhin nicht weniger Treibstoff verbraucht. Die Absätze der Tankstellen erhöhten sich in den ersten fünf Monaten dieses Jahres erneut um 0,8 Prozent.

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