Wie krank ist das? 449'000 zahlen Krankenkassen-Prämie nicht

ZÜRICH - Bald eine halbe Million Versicherte zahlt ihre Prämien nicht. Die Tendenz ist steigend. Das kostet die Steuerzahler jährlich mehr als eine Milliarde Franken.

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Die Zahl ist erschreckend, und es wird jedes Jahr schlimmer: Im Jahr 2012 bezahlten 449 000 Krankenversicherte ihre Prämien nicht, wie «Le Matin» heute berichtet. Drei Jahre zuvor waren es gemäss Bundesamt für Gesundheit erst 363 000.

Zahlen für 2013 und 2014 liegen noch keine vor. Es ist aber anzunehmen, dass die Zahlungsbereitschaft weiter abgenommen hat.

Das ist teuer, vor allem für die Kantone. Denn diese übernehmen 85 Prozent der nicht bezahlten Prämien. Das kostet sie jährlich weit über eine Milliarde Franken. Zahlen tun es am Schluss die Steuerzahler.

Einige Kantone haben deshalb eine schwarze Liste eingeführt, darunter Schaffhausen, Zug, Solothurn, Luzern, Aargau,

Problem Armut oder ...

Für den jurassischen SP-Nationalrat Pierre-Alain Fridez, selber Arzt, ist das eine «schockierende» Massnahme. Deshalb hat er gestern eine Interpellation eingereicht. Fridez sieht das Problem in der zunehmenden Armut begründet.

Viele Menschen hätten einfach nicht genug Geld, um die Prämien zu bezahlen.

... oder Finanzchaoten?

Unsinn, findet sein Parlamentskollege, der liberale Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis. «Es gibt solche, die nicht zahlen können, und solche, die nicht zahlen wollen. Im Tessin sind es vor allem solche, die aus einer Art Protest nicht zahlen», sagt er dem «Matin».

Es werde immer «Chaoten» geben, die Schulden machen und mit Geld nicht umgehen können.

Das würde auch nicht eine Einheitskasse ändern, wie sie Fridez fordert. (snx)

Publiziert am 11.09.2014 | Aktualisiert am 11.09.2014
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  • Meier  Markus 12.09.2014
    Ganz einfach wer die Prämi nicht bezahlt hat kein Anspruch auf eine medizinische Leistung. Auf der anderen Seite wäre es endlich an der Zeit dass die Kosten reduziert werden. weniger Spezialisten, weniger Spitäler usw. Es gibt heute über alles Statistiken und die Zeigen dass etliche Fachärzte viel kosten aber gar nicht ausgelastet sind, Um ihren Platz zu halten werden dann Untersuchungen gemacht nur dass sie ihren Platz rechtfertigen können.
  • Rolf  Hess aus Münchenbuchsee
    11.09.2014
    Vor der Abstimmung für das KVG und das BVG, war das Argument, dass die Leute, die nicht versichert sind, bei der KK, sowie beim BVG, der Allgemeinheit zur Last fallen würden. Dieses Argument war und ist sehr richtig gewesen. Nun ist es aber so, dass man das Geld für Eigentum aus den BVG Guthaben nimmt und bei der Krankenkasse die Prämien einfach nicht bez. kann oder will. In beiden Fällen zahlen nun die Steuerzahler für fehlendes Geld. Im BVG mit Ergänzungsleistungen, bei der KK mit Staatssteuer
  • alois  Leimgruber aus Villmergen
    11.09.2014
    Mit der angekündigten Prämienerhöhung nächstes Jahr, wird die Situation noch prekärer .
  • Edith  Zellweger 11.09.2014
    Viele Leute können die KK nicht mehr bezahlen, weil sie sich schlichtweg diese horrenden Prämien nicht mehr leisten können.

    Wenn ein AHV- Bezüger fast 1/3 der AHV allein nur für die KK-Prämie ausgeben muss, dann stimmt etwas nicht mehr in unserem System! Die Alters-Armut ist somit schon vorprogrammiert!

    Ein "JA" am, 28.09.2014 für eine Einheitskasse/öffentliche Krankenkasse ist daher zwingend!
    • Rolf  Hess aus Münchenbuchsee
      11.09.2014
      Stellt euch vor, liebe Frau Zellweger. Die Prämien werden auch zwingend, wie Sie sagen, um keinen einzigen Franken billiger bei einer Einheitskasse. Die bestehende Lösung ist also das kleinere Übel, wenn man schon wählen kann.
    • Andreas  Huber 12.09.2014
      Hauptsache die teuren Leasingsraten fürs Auto sind bezahlt ... für die Krankenkasse kann ja dann der Kanton aufkommen ... .
  • Iris  Schipke , via Facebook 11.09.2014
    Man sollte wirklich KK und auch Steuern Einkommensabhängig zahlen,am besten gleich vom Lohn weg.Und die ungerechten Steuerfüsse gleich mal ran nehmen,wozu zahlen in Zug die Reichen kaum Steuern,in anderen Gemeinden wieder andere viel zu viel? Das würde auch die Abwanderung stoppen,kenne viele die weg von Zug mussten weil sie die Mieten da nicht bezahlen konnten....