Baden erwartet Grossdemo: Alstom-Büezer wehren sich gegen Kahlschlag

Baden erwartet am Samstag Grossdemo.

Auf dem Trafoplatz sollen sich 1500 Büezer einfinden.

Redner Cédric Wermuth fordert ein Umdenken.

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SP-Nationalrat Cédric Wermuth (links) und Stadtammann Geri Müller werden mitdemonstrieren.  Keystone

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Wirtschaft

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Es kommt nicht oft vor, dass in Baden demonstriert wird. Morgen aber wird es laut in der Aargauer Industriestadt. Auf dem Trafoplatz versammeln sich die Angestellten von General Electric Schweiz (GE) um 11 Uhr, um gegen den angekündigten GE-Kahlschlag zu demonstrieren. 

Vor einer Woche kündete GE an, bei Alstom Schweiz etwa 1300 Stellen streichen zu wollen. Das erwischte die Politik auf dem falschen Fuss. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Verkauf der Alstom-Energiesparte an GE keine Folgen haben würde. 

Cédric Wermuth: «Reine Profitmaximierung»

Entsprechend gross ist der Frust bei den GE-Angestellten. Zusammen mit den Gewerkschaften demonstrieren Sie morgen Mittag dafür, dass GE auf den Entscheid zurück kommt. Unterstützt werden sie von Stadtammann Geri Müller (55), der die Demonstranten begrüssen wird.

Ein prominenter Redner ist SP-Nationalrat Cédric Wermuth (29). «Die 1300 Entlassungen sind nicht in Stein gemeisselt. Der Verdacht liegt nahe, dass es reine Profitmaximierung ist.» Wermuth hofft, dass der Kanton Aargau nun Druck auf GE macht. Und den amerikanischen Grosskonzern dazu bringt, die Zahl der gestrichenen Stellen zu reduzieren.

In seiner Rede wird Wermuth zudem fordern, dass die Schweiz anfängt, eine aktive Industriepolitik zu betreiben: «Länder wie Deutschland oder Frankreich gehen ganz anders zu Werke, wenn es um Arbeitsplätze geht. Und sind erfolgreich damit.»

Polizei erwartet bis zu 1500 Demonstranten

Allzu grosse Hoffnungen darf sich Wermuth aber nicht machen. Am WEF in Davos erteilte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann dieser Forderung eine Absage. Wermuth hofft deshalb auf möglichst viele Demonstranten. «Das wäre ganz wichtig für die Betroffenen, den Kanton Aargau und den Industriestandort Schweiz.»

Die Polizei rechnet mit «einigen 100 bis 1500 Teilnehmern», wie Polizeichef Martin Brönnimann gegenüber BLICK sagt. «Die Stadt Baden sieht sich äusserst selten mit Kundgebungen konfrontiert. Aus diesem Grund sind die Grössenverhältnisse per se beachtlich», meint Brönnimann. Entsprechend viele Polizisten werden vor Ort sein. 

Publiziert am 22.01.2016 | Aktualisiert am 07.04.2016
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3 Kommentare
  • rolf  sulzer 23.01.2016
    GE ist vorbereitet, dass in solchen Fällen die Betroffenen enttäuscht sind, weil demonstrieren in einem für sie fremden Land und weit weg vom Headquarters nichts bringt. Die CH, die als sicherer "Hafen" zur Ansiedlung von weltweit operierenden Grosskonzernen darstellt und die entsprechenden steuerlichen Vorzüge gewährt, muss auf solche und ähnliche Fälle vorbereitet sein und nicht jammern, wenn nicht alles so rund und munter weiter geht. Das reichstes Land auf diesem Planet wird dies verkraften.
  • Susanne  Keller aus Basel
    23.01.2016
    Ne ne lieber Peter Schweizer, da kann der BR nix dafür. Es sind unsere Gesetze welche nun mal so sind. Gesetze die wir Stimmbürger an der Urne mal abgesegnet haben, resp. jeweils knapp 40 Prozent der stimmfähigen Bevölkerung. Solange wir es vermögen unseren Kantönligeischt zu pflegen löffeln wir die Suppe. Als Unternehmer würde ich auch nach der besten Ausgangslage suchen. Wie gesagt es ist alles legal unser System lässt ja das zu, daher nicht jammern.
  • Peter  Schweizer aus Winterthur
    22.01.2016
    Grosse Reden schwingen und dann ? müssen doch alle aufs RAV ! Einfach unsäglich in diesem Land, es wird immer düsterer, müssten diese Firmen die Steuern bezahlen, zu denen sie verpflichtet wären, käme es kaum zu solche Kahlschlägen ! In anderen Ländern sind solche Entlassungen für Firmen sehr sehr teuer. Unsere Politiker sind absolut unfähig, dies fängt beim BR an, handelt endlich !!!