Autonome Pöstlergewerkschaft sauer «Chefs sind Poststellen egal»

BERN - Die Autonome Pöstlergewerkschaft hat den Entscheid der Post, innert drei Jahren zwischen 500 und 600 Poststellen zu schliessen, scharf kritisiert. Die Direktion der Schweizer Post interessiere sich nicht mehr für das Schweizer Poststellennetz.

Autonome Pöstlergewerkschaft unerfreut über Poststellen-Abbau play

Muss happige Kritik einstecken: Post-CEO Susanne Ruoff.

Keystone

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Bereits heute hätten 800'000 Menschen in der Schweiz keinen Zugang mehr zu einer Poststelle, die innerhalb einer zumutbaren Frist erreichbar sei. Nach dem weiteren Abbau werde sich die Zahl der Betroffenen verdoppeln, schreibt die Gewerkschaft am Mittwoch in einer Mitteilung.

Besonders gross werde der Kahlschlag in Berg- und Landkantonen sein. 2001 habe es noch 3500 Poststellen im ganzen Land gegeben. Die Postchefs seien am Service public ebenso wenig interessiert wie der Bundesrat und das Parlament in seiner derzeitigen Zusammensetzung.

Interkantonale Post

Um die Löcher im Poststellennetz zu stopfen, müssten deshalb die Kantone in die Bresche springen, zeigten sich die Autonomen Pöstler überzeugt.

Jene Kantone, die sich gegen den weiteren Abbau beim Poststellennetz stemmten, sollten sich zusammentun und eine interkantonale Post aufbauen, um den für die Bevölkerung notwendigen Service public aufrechtzuerhalten.

Keine Entlassungen

Die Schweizerische Post hatte zuvor angekündigt, dass sie die Schliessung von Poststellen forcieren will: Bis 2020 sollen von den heute 1400 Poststellen noch zwischen 800 und 900 übrig sein. Der Abbau solle wie bis anhin mit Post-Agenturen aufgefangen werden.

Autonome Pöstlergewerkschaft unerfreut über Poststellen-Abbau play

Rund 1200 Mitarbeitende könnten «von einer Veränderung betroffen sein«, hiess es weiter. Entlassungen hat die Post nach eigenen Angaben nicht geplant. Für die Betroffenen werde nach passenden Lösungen gesucht - in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern.

Die Autonome Pöstlergewerkschaft schreibt dazu, die Post schliesse Entlassungen nicht aus. Die Post beschäftige insgesamt über 50'000 Mitarbeitende. Einem Unternehmen dieser Grösse müsse es möglich sein, «problemlos in einer anderen Unternehmenseinheit einen Arbeitsplatz für die betroffenen Kollegen zu finden».

Die Post könne sich zudem genügend Zeit lassen, um alle wieder unterzubringen, ohne deren «Überleben in Gefahr zu bringen«, schreiben die Autonomen Pöstler und fordern, dass die Post niemanden entlässt.

Die autonome Pöstlergewerkschaft entstand vor ein paar Jahren, als sich unzufriedene Mitglieder der damaligen »Gewerkschaft Kommunikation« (heute »Syndicom") selber organsierten. (SDA/bö)

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 26.10.2016
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  • Ferdinand  Frei aus Tanger
    26.10.2016
    Die Schweizer haben ja die Service Publik Initiative Bach ab geschickt. Geschieht ihnen nun recht, dass die Post den Service abbaut. und wahrscheinlich weiter verteuert. Auch die beträchtliche Kader- und Managementlohnerhöhung dieses Jahr muss ja bezahlt werden.
  • Walter  Krebs 26.10.2016
    Das haben wir vor allem dem vermeintlichen Segen Digitalisierung zu verdanken. Nicht nur bei uns, sondern auch weltweit schaffen wir uns so die Arbeitsplätze selber ab. Immer wieder die gleichen blöden Ausreden auch von Post-Chefin Susanne Ruoff. Es wird keine Kündigungen geben. Es gibt Pensionierungen und nur Umlagerungen. Umlagerung von was auf was, bitte schön? Sicher, wie immer, von nichts auf gar nichts!
    W. Krebs, Bern
  • dani  peter 26.10.2016
    Man bekommt schon das Gefühl , dieser Geschäftsleitung IST das Personal an der Front und deren arbeitssituation egal. Hauptsache das eigene Konto wird fürstlich gefüllt. In kuschligen Workshops und bei Brainstormings in freudiger Runde, werden Projekte erarbeitet , die jenseits von gut und böse sind. Man muss die hohen Saläre ja irgendwie doch rechtfertigen. Würde vorschlagen, die Kader packen zur Weihnachtszeit mal ordentlich an . Aber draussen , da wo das Geld verdient wird
  •   26.10.2016
    Etwas ineffizienteres als die Post kann es nicht geben. Ich bestelle in Zürich Ware, die geht mach Lausanne, Bern um dann endlich in Biel zu landen. In meiner Poststelle gebe ich einen Brief auf, für einen Kollegen im selben Dorf. Der geht 20 KM weiter in eine Sortieranstalt, kommt in meine Poststelle zurück, wird sortiert und ausgetragen. Wer saft, dies sei kostengünstig, ist vollständig vom Verstand befreit. Die Post !
    • dani  peter 26.10.2016
      Ich kenne solche Probleme nicht! Mir egal wo das Paket oder der Brief kehrt, Hauptsache innerhalb nützlicher Frist beim Empfänger! Das klappt bei mir zumindest auf hohem Niveau, alle Rechnungen erreichen mich und auch heute bestellte wäre , hab ich morgen ! Was will ich mehr ?
  • Camille  LaFontaine aus Bern
    26.10.2016
    Ich wohne ganz nahe bei der Post. Ich und mein Mann arbeiten halt, und die Post hat über Mittag und um sechs schon zu...so können wir die Post auch nicht nutzen.