Automatischer Informationsaustausch wirkt Immer mehr Steuersünder zeigen sich selbst an

Seit 2010 bleiben Steuersünder straffrei, wenn sie sich selbst anzeigen. im letzten Jahr machten davon besonders viele Gebrauch. Grund ist der Automatische Informationsaustausch.

Nein zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Das Thema bleibt aber auf der politischen Agenda. (Symbolbild) play
Trend zu mehr Ehrlichkeit: Ein Frau füllt eine Steuererklärung aus. (KEYSTONE/Gaetan Bally) GAETAN BALLY

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In diesen Tagen fangen sie an zu sammeln: Mit dem Automatischen Informationsaustausch (AIA) landen Bankdaten von Schweizer Steuerzahlern aus dem Ausland automatisch bei den Schweizer Steuerbehörden. Und umgekehrt: Die Schweiz sammelt seit dem 1. Januar Daten und wird diese ab 2018 austauschen.

Tausende Selbstanzeigen in Zürich

Dieser AIA scheint die Steuersünder zunehmend zu beunruhigen. Buchstäblich in letzter Minute gehen bei den kantonalen Steuerämtern tausende Selbstanzeigen ein. Allein im Kanton Zürich haben sich im letzten Jahr 2100 Personen selbst angezeigt – 600 mehr als noch im Jahr davor, wie Radio SRF berichtet. «Seit 2010 hatten wir an sich jedes Jahr für den Kanton und die Gemeinden Einnahmen zwischen 40 und 70 Millionen Franken», so Marina Züger, Chefin des kantonalen Steueramtes gegenüber dem Sender.

25 Milliarden Mehreinnahmen

Auch der Kanton Luzern verzeichnet einen Anstieg der Selbstanzeigen. Die Einnahmen aus neu deklarierten Geldern haben sich verdoppelt. Laut dem Bundesrat sind seit Beginn der Steueramnestie im Jahr 2010 schweizweit über 25 Milliarden Franken mehr in die Steuerkassen von Bund und Kantonen geflossen. Der Druck aus dem Ausland mit dem Automatischen Informationsaustausch ist also positiv für die Budgets.

Mehr Steuerehrlichkeit

Von selbst reinen Tisch zu machen, hat einen entscheidenden Vorteil: Zwar müssen Steuersünder die nicht bezahlten Steuern nachzahlen, einer Busse entgehen sie aber. Dafür müssen die Daten die Steuerämter aber erreichen, bevor ausländische Behörden ihre Schweizer Pendants erreichen. «Wir können nicht mehr von einer straflosen Selbstanzeige sprechen, wenn wir bereits Kenntnis haben von diesen Zahlen», erklärt Züger.

Doch nicht nur der AIA scheint Wirkung zu zeigen. Anscheinend haben die Diskussion über das Bankgeheimnis und Steuerhinterziehung an sich für mehr Steuerehrlichkeit gesorgt: In Zürich betrafen die meisten Selbstanzeigen nicht verstecktes Geld im Ausland, sondern undeklariertes Geld im Inland. (sf)

Publiziert am 07.01.2017 | Aktualisiert am 15.01.2017
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  • Marcel  Amgwerd aus Solothurn
    07.01.2017
    Die Frage ist nun, wer schützt nun die Steuerzahler vor den raffgierigen Politikern und wer sorgt dafür, dass die Mehreinnahmen nicht für Wirtschaftsmigranten und Subventionen (noch mehr) veruntreut werden?!
    Im übrigen würde auch einiges ohne Anwalts- und Arztgeheimnis effizienter funktionieren. Doch wollen wir uns dem Staat bzw. den Politikern wirklich schutzlos ausliefern?
    • harriet  bingham aus St. Moritz
      08.01.2017
      Ja wenn der Steuerzahler, Waehler und Souveraen sich nicht mehr selber schuetzen kann, dann soll er doch am Stammtisch Hopfen und Malz verlieren, das kann die Mehrheit ja sowiso langsam besser als denken.
  • Martin  Weber 07.01.2017
    Es scheint, Steuerhinterziehung ist das einfachste auf der Welt - zumindest in der CH. Warum liest man nirgends, wieviele die Steuerbehörde aufgedeckt hat? Und warum wehren sich auch heute noch Politiker, dass die Steuerbehörde mehr Personal oder Nachforschungsmöglichkeiten bekommen? AIA und USA sei Dank. Endlich passiert mal etwas. Fehlt nur noch der AIA innerhalb der CH.
  • Marc  Schuler , via Facebook 07.01.2017
    Die USA ist mit dem AIA das neue Steuerparadies, da die USA nicht am automatischen Informationsaustausch teilnimmt. Die Schweiz selbst hat mit dem AIA den Standortvorteil für das Private Banking verloren. Die Schweiz war nie in Konflikte involviert, nicht zuletzt deshalb, da viele ausländischen Politiker selbst Bezug zur Schweiz hatten und Ihr Geld hier sicher parkten, was wiederum Arbeitsplätze in der Schweiz schuf. Strategisch und wirtschaftlich sinnvoll war das AIA kaum für die Schweiz.
    • kurt  oberle aus Havelsee
      07.01.2017
      Klar ist das AIA für die Schweiz wirtschaftlich nicht sinnvoll, da sie ja jahrzehntelang an vorderster Front mitgemischt hat. Für alle anderen 60 Länder ist das AIA ein Segen, da es für natürliche Personen sehr schwer wird, unversteuertes Geld zu verstecken. Der AIA muss ganz klar noch weiter verschärft werden, damit es auch juristischen Personen verunmöglicht wird, via Briefkastenfirmen die Steuern zu umgehen.
  • Lusti  Franz 07.01.2017
    Und jetzt endlich Druck auf das Fürstentum Lichtenstein machen damit auch die mitmachen. Die wissen warum sie sich dagegen wehren! Milliarden von unversteuertem Schweizer Geld liegt dort auf Banken und in Stiftungen. Wird Zeit das auch dort aufgeräumt wird! Aber unser Bundesrat Maurer war immer schon stark in Worten aber kaum in Taten!!
    • kurt  oberle aus Havelsee
      07.01.2017
      Liechtenstein hat sich der EU gegenüber für den AIA verpflichtet. Solange es der Schweiz nicht gelingt, einen AIA-Vertrag abzuschliessen, bleibt das Fürstentum für wohlhabende Schweizer eine verlockende Alternative, um dem Fiskus zu entgehen.
  • Max  Brüllhardt 07.01.2017
    Da können wir uns nur bei den Amis bedanken die das Bankgeheimnis geknackt haben trotz den Versprechungen von Alt BR Merz. Weiter so , wir brauchen keine Steuerhinterzieher. Schade nur dass die Namen nicht publik gemacht werden.
    • Martin  Weber 07.01.2017
      Fehlt nur noch der AIA innerhalb der Schweiz. Das würde wohlen einigen Leuten schlaflose Nächte bereiten. Aber unsere Politiker werden schon dafür sorgen, dass innerhalb der CH nichts passiert. Ein Schelm, der nun böses denkt.
    • Karl-Heinz  Baumberger aus Winterthur
      08.01.2017
      Ja, das mag sein... aber bitte schaut euch doch das ganze einmal aus der Sicht der Amis an..... man hat sich der Konkurenz entledigt. Bitte ein eine kleines Beispiel dazu: Habe beî meiner letzten USA Reise ein Bankkonto eröffnet in dem Staat Delaware. War einfacher als bei uns eine SIM Karte zu kaufen !