Speranza muss abspecken: Stellen und Projekte wurden gestrichen Aus für Ottos Billig-Krippen

100 Kinderkrippen für die Schweiz – das war eine der Visionen von Otto Ineichen. Doch daraus wird nichts.

  • Publiziert: 07.10.2012
  • Von Jürg Auf der Maur
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Ein glücklicher Moment für den Luzerner Nationalrat Otto Ineichen: Im April dieses Jahres eröffnete er in Beromünster seine erste und einzige Kinderkrippe.

(EQ Images)
play Stifungsrats-Vize Hans Rudolf Gysin. (Keystone)

Exakt vier Monate nach dem überraschenden Tod des beliebten Luzerner FDP-Nationalrats, Projektanreissers und Brückenbauers Otto Ineichen († 71), wird sein politisches Erbe gestutzt.

«In den vergangenen Jahren hat sich das Projekt Speranza aufgrund der vielen und permanenten Impulse von Otto Ineichen stark diversifiziert. Wir müssen uns für die Zukunft wieder auf die Kernkompetenzen der Stiftung be sinnen», sagt Hans Rudolf Gysin (71).

Der ehemalige basellandschaftliche FDP-Nationalrat und Weggefährte Ineichens ist Vizepräsident der Stiftung Speranza. Seit Ineichens Tod trägt er die Verantwortung dafür. Für die Zukunft ist er zuversichtlich, verordnet der Initiative nun aber eine Abspeckkur: Konkret: Im Zentrum steht wieder die Integration von jungen, bildungsschwächeren Menschen auf dem Arbeitsmarkt.

Fünf Kündigungen

Die strategische Neuausrichtung hat, so zeigen Recherchen des SonntagsBlicks, konkrete Folgen. In der Speranza-Zentrale am Standort Aarau wurden fünf Personen entlassen, unter anderem auch die Leiterin des Krippenprojekts.

Gysin: «Die Idee Sperantino wird nicht mehr weiterverfolgt.» Statt, wie es Ineichen vorschwebte, in der Schweiz hundert «Billigkrippen» für einkommensschwächere Familien zu eröffnen, bleibt es bei einer.

Im April konnte Ineichen in Beromünster LU diese eine Krippe eröffnen. Für sie ändert der strategische Beschluss des Speranza-Stiftungsrats nichts. Sie werde «selbstverständlich im gleichen Rahmen weiterbetrieben», verspricht Gysin.

Das Aus für die Billigkrippen hat sich abgezeichnet. Ineichen selber musste schon kurz nach der Lancierung seiner Idee zurückkrebsen und Schwierigkeiten einräumen. Er habe seinen «ursprünglichen Plan anpassen müssen», gab er schon im Frühling öffentlich zu.

Enttäuschung bei Politikerinnen

Das Ende von Otto Ineichens Idee für günstige Kinderkrippen löst bei Frauenpolitikerinnen grosse Enttäuschung aus. «Ich bedaure diesen Entscheid zutiefst», sagt FDP-Frauenpräsidentin Carmen Walker Späh (54). «Für die Schweiz wäre dieses Projekt extrem wichtig gewesen.» Zum einen brauche es dringend mehr Krippenplätze, zum anderen seien die öffentlichen Finanzen auf solche Privatinitiativen angewiesen.

Walker Späh: «Man muss nicht jede Aufgabe der öffentlichen Hand übergeben. Umso bedauerlicher ist es, dass das Projekt eingestellt wird.»

Hat die Stiftung Speranza also Geldsorgen? Läuft der Spendenfluss seit Ineichens Tod nicht mehr so gut? Gysin will davon nichts wissen, sagt aber: «Wir sind gefordert, allfällige neue Projekte auch in Zukunft finanzieren zu können.»

Deshalb will sich die Stiftung auf sichere Füsse stellen. Der Stiftungsrat soll in den nächsten Wochen neu zusammengestellt und ergänzt werden. Wer neuer Stiftungsratspräsident wird, ist offen. Klar ist einzig, dass es nicht Gysin sein wird.

Beliebteste Kommentare

  • gregor  gautschi , 7000
    Was Krippen,die Eltern die Kinder wollen sollen auf Ihre Kinder schauen,und verantwortung zeigen.Nicht schon die klein Kinder ab 6 monate weg geben !!






  • Studer  Werner
    Dass AUS des Projekts Speranza war abzusehen, es grenzte an ein Wunder, wenn dem nicht so wäre. Es zeigt einmal mehr, dass alles was nicht kostendeckend betrieben werden kann, nur dem Staat aufgebürdet werden kann. Es ist deshalb auch logisch, dass wieder die Organisationen und Verbände ein Lamento ablassen in der Hoffnung, dass öffentliche Geld jetzt locker gemacht werden für etwas, was sich einfach nicht rechnet. Immer dann muss der Staat herhalten. Beispiele gibt es genügend.

Alle Kommentare (11)

  • Karl  Indergand , Thalwil
    Grosser Blaff - kleines Resultat. Hoffnungen verheissen, die sich nicht erfüllen. Schöne Reden, und damit die Leute zum Narren halten. Was kann man von Machtpolitikern schon anderes erwarten. Hauptsache, der Erfinder hat sich medial gut verkauft. Gleichzeitig werden Grosseltern von Amtes wegen einer fehlenden sexuellen Integrität verdächtigt, wenn sie ihre Enkel bei sich hüten möchten,
    • 08.10.2012
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  • Bärti  Roli , Sargans
    Da haben Sie recht. Doch ich bin auch froh das ich mein kleinen 1 mal die Woche in die Kita bringen kann , dann lernt er auch mit kleinen Kindern umzugehen. Es ist nicht alles schlecht wenn die kleinen mal under sich sind. Aber wie geschrieben ,, man muss Kinder haben zum das beuhrteilen. Lg
  • Esther  Bosshart , via Facebook
    Kinderkrippen sind sicher sehr wichtig. Aber sie sollten nur für Familien in ärmlichen Verhältnissen, wo Mama arbeiten muss um über die Runden zu kommen, gelten.
    Verheiratete Frauen, die sich selber verwirklichen wollen oder für zusätzlichen Luxus arbeiten, sollte Krippen gesperrt werden.
  • gregor  gautschi , 7000
    Was Krippen,die Eltern die Kinder wollen sollen auf Ihre Kinder schauen,und verantwortung zeigen.Nicht schon die klein Kinder ab 6 monate weg geben !!






    • Connie  Daniels , via Facebook
      Leider gibt immer noch Leute wie Sie Herr Gautschi, die nicht mit der Zeit gehen wollen oder koennen. Immer mehr Muetter, seien es Verheiratete oder Alleinerziehende muessen arbeiten ob sie wollen oder nicht. Wer schaut den zu den Kindern wenn beide Elternteile arbeiten muessen? Sind sie zuhause macht man den Eltern Vorwuerfe?! Oder ist es Ihnen lieber wenn diese Muetter/ Eltern vom Sozaialdienst unterstuetzt werden muessen???
      • 08.10.2012
      • als Kommentar auf gregor  gautschi , 7000
      • 23
      • 7
    • Manuel  Rios , via Facebook
      Sie haben keine Ahnung vom Leben. Es gibt halt leider auch in unserer reichen Schweiz Familien, die an der Armutsgrenze leben und da müssen beide Elternteile arbeiten gehen um das überleben der Familie zu sichern. Das sie deshalb auf Kinder verzichten sollen ist der grösste Schwachsinn den ich je ghört habe. Genau so ist es mit alleinerziehenden Mütter und Väter. Die müssen auch arbeiten gehen. Die Zeiten in der nur der Vater arbeiten ging und sich die Mutter auf Kinder und Haushalt konzentrieren konnte ist vorbei. Ich behaupte, ich verdiene recht gut. über 5000.- Wir wohnen in der Stadt Zürich. Meine Frau muss trotzdem 40 Prozent arbeiten, weil wir uns sonst keinerlei Luxus wie Ferien etc leisten könnten. Das Leben wird immer teurer und die Löhne sinken immer mehr. Deshalb ist es umso besser wenn es Einrichtungen wie Krippen etc gibt. Wir haben für unsere Tochter eine andere Lösung gefunden. Aber für die, die keine Alternative haben sollen es nutzen. Und es werden immer mehr!
      • 08.10.2012
      • als Kommentar auf gregor  gautschi , 7000
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  • Studer  Werner
    Dass AUS des Projekts Speranza war abzusehen, es grenzte an ein Wunder, wenn dem nicht so wäre. Es zeigt einmal mehr, dass alles was nicht kostendeckend betrieben werden kann, nur dem Staat aufgebürdet werden kann. Es ist deshalb auch logisch, dass wieder die Organisationen und Verbände ein Lamento ablassen in der Hoffnung, dass öffentliche Geld jetzt locker gemacht werden für etwas, was sich einfach nicht rechnet. Immer dann muss der Staat herhalten. Beispiele gibt es genügend.
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