Auch Domo Reisen greift SBB an Zürich–Genf für 22 Franken

Das Zürcher Busunternehmen Domo Reisen will den SBB Konkurrenz machen und eine nationale Buslinie anbieten. Dafür ist allerdings die Zusage vom Bundesamt für Verkehr nötig.

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Das SBB-Monopol bröckelt. Grund: Fernbusunternehmen machen sich in der Schweiz breit. Allen voran der deutsche Platzhirsch Flixbus. Auch Schweizer Busunternehmen wollen sich ein Stück vom Kuchen sichern. Domo Reisen aus Glattbrugg ZH will künftig eine Linie von St. Gallen zum Genfer Flughafen anbieten.

Dazu braucht es den Segen vom Bundesamt für Verkehr (BAV). «Wir haben am Mittwoch ein Gesuch eingereicht», sagt Domo-Chef Roman Schmucki (53). Er ist der Erste. Bisher gibt es keine nationale Fernbusverbindung. Die Hürden dafür sind hoch. So muss das Unternehmen Schweizer Löhne bezahlen. Vor allem aber: Das Angebot darf den öffentlichen Verkehr nicht konkurrenzieren. Trotzdem sagte BAV-Chef Peter Füglistaler (57) jüngst dem «St. Galler Tagblatt»: «Busse können auf stark ausgelasteten Bahnstrecken ein Zusatzangebot sein.» 

Halb so teuer wie die SBB

Schmucki nahm dies zum Anlass, Gas zu geben und das Gesuch einzureichen. Zwei Busse will er zwischen Zürich und Genf pendeln lassen. Fahrplan und Preisliste sind gemacht. Zürich–Genf soll 22 Franken kosten. Zum Vergleich: Die SBB verlangen dafür 43.50 Franken – mit Halbtax! 

Doch Flixbus ist noch billiger. Beim Fernbus-König kostet die Strecke Zürich–Lyon 19.50 Franken. Schmucki sieht sich trotzdem im Vorteil. «Unsere Fahrer sind bei uns angestellt und erhalten Schweizer Löhne», sagt er. Einen Seitenhieb an den Konkurrenten aus dem Norden, der seine Fahrer nicht selber anstellt, sondern auf Subunternehmer setzt. Neben Swissness will Schmucki auch mit modernen Bussen bei der Kundschaft punkten. Wifi, TV und Bordbistro sind bei Domo Reisen inklusive.

Das Bundesamt für Verkehr prüft das Gesuch. Wann eine Antwort kommt, ist offen. Und wie stehen die Chancen, dass Bern grünes Licht gibt? «Sie bestehen sicher», glaubt Schmucki. Billette verkauft er derzeit aber noch keine. Er wolle die Kunden nicht enttäuschen, falls ihm das Bundesamt einen Korb gibt.

Publiziert am 11.11.2016 | Aktualisiert am 16.11.2016
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44 Kommentare
  • Thomas  homberger 11.11.2016
    Ich war letztens wiedermal mit dem Zug Unterwegs, durfte 4,30 oder so Bezahlen für ein Billet 2 Zonen. Der witz kommt noch, der Zug hat natürlich verspätungen gehabt. Aber auf den Zügen steht immer sie wären Pünktlich und mehr. Das ist doch eine Frechheit aber warum sollten es es mehr Buslinienen geben? Weil sie besser als SBB sind? Ich würde Bus auf jedenfall vorziehen als in so einem Lügenzug einzusteigen.
    • Joel  Meier 11.11.2016
      Und Sie meinen, die Busse seien pünktlicher auf der Strecke Zürich-Genf als der Zug? Im Übrigen kostet Zürich-Genf bei der SBB CHF 22.- mit dem Spartarif. Als CHF 2.50 mehr als der billigste Bus-Tarif.
    • Thomas  homberger 11.11.2016
      Es geht nicht darum ob Busse pünktlicher sind sondern womit man werbt und welche Lüge man dem Kunden unterbreitet. Ich habe noch keinen Reisebus gesehen der so mit der Pünktlichkeit wirbt weil es den Busse nur darum geht von A nach B zu fahren.Ausserdem sind die Reisebusse so wie es scheint nicht so unverschämt teuer.
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    11.11.2016
    Ja genau. Die Züge überfüllt und die Strassen leer? Wann soll das sein? Eher Züge voll und Strassen auch - aber kein Problem: Stellt noch ein paar Buse dazu.
  • Andreas  Ruuska 11.11.2016
    "Das Angebot darf den öffentlichen Verkehr nicht Konkurrenzierung" früher dachte ich wir hätten freie Marktwirtschaft. Doch dagegen gibt es immer ein Gesetz, ein Abkommen oder andere Monopole welche dies zu verhindern wissen. Kein Wunder ist die Schweiz eine Hochpreisinsel. Von wegen wir haben höhere Abgaben. Scheinheiliges Getue. Denn sobald einer kommt und gegenteiliges beweist (auch mit CH Löhnen etc.) wird er von allen Seiten blockiert und angegriffen. Siehe auch Ottos
  • Jürg  Widmer , via Facebook 11.11.2016
    Wir Schweizer sollten uns überlegen ob das SBB Konzept noch das richtige ist. Es ist nicht rentabel und war es noch nie. Am besten die Schienen zubetonieren, Busse und Lastwagen darauf fahren lassen. Das kommt massiv günstiger und löst auch noch ein Verkehrsproblem. Konzept Schiene: Gescheitert....
  • Alex  Stör 11.11.2016
    Monopole sind nie gut für Konsumenten. Das weiss man bereits seit 100 Jahre erkannt. Hoffentlich weiss es der BR auch, die Zeit für die Abschaffung des SBB Monopols ist gekommen!