Arbeitgeber-Präsident Vogt zum Stress-Report «Die Leute haben vergessen, wie man das Handy abstellt»

ZÜRICH/BERN - Laut einer Gewerkschafts-Studie sind die Arbeitnehmer in der Schweiz immer stärker gestresst. Jetzt kontert der Arbeitgeber-Präsident.

Arbeitgeber-Präsident Vogt: Kontra zum Stress-Report von Travailsuisse play
Tipp von Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt: «Alle Geräte haben eine Taste, mit der man sie ausschalten kann.» Keystone

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Die Arbeitnehmer haben immer mehr Stress, sind immer unzufriedener mit Lohn und Arbeitszeiten: Die Befunde im «Barometer Gute Arbeit» sind düster. Die Studie wurde von der Berner Fachhochschule und dem Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse verfasst. 

«Diese Studie bildet die Realität des Arbeitsmarktes, wie ich sie erlebe, nicht ab», sagt Valentin Vogt (56), Präsident des Arbeitgeberverbandes. «Es ist vermutlich kein Zufall, dass die Schlussfolgerungen und die daraus abgeleiteten Forderungen deckungsgleich mit dem politischen Wunschkatalog der Gewerkschaften sind.»

Eigenverantwortung der Mitarbeiter

Zwar ist die durchschnittliche Arbeitszeit in der Schweiz seit Jahren rückläufig. Doch ein wichtiges Argument der Studienautoren lautet: Ein Drittel aller Arbeitnehmer arbeitet ohne Arbeitszeiterfassung. «Diese liefern teilweise Gratisarbeit ab», sagt Adrian Wüthrich (36), Präsident von Travailsuisse.

Vogt kontert: «Das liegt auch in der Verantwortung der Arbeitnehmer. Viele von ihnen meinen, dass sie immer und überall erreichbar sein müssten. Das ist heute auch Teil des Zeitgeistes. Aber alle Geräte haben auch eine Taste, mit der man sie ausschalten kann. Viele scheinen das vergessen zu haben.»

Vogt mit Autoren in zwei Punkten einig

Doch der Arbeitgeberpräsident gibt den Studienautoren teilweise auch recht. Diese hatten unter anderem die fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten kritisiert. Vogt: «In diesem Bereich muss mehr geschehen. Die Weiterbildung ist nur schon wichtig, um im Arbeitsmarkt verbleiben zu können.»

Und Vogt ergänzt: «Auch was die Mitarbeitergespräche angeht, spricht die Studie einen wichtigen Punkt an. Jährliche Feedbacks sind ein zentraler Punkt der Mitarbeiterführung.» Die Autoren hatten geschrieben, dass mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer gar kein oder kein hilfreiches Mitarbeitergespräch hat.

Publiziert am 21.11.2016 | Aktualisiert am 16.01.2017
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10 Kommentare
  • Christoph   Luder aus Grasswil
    22.11.2016
    Ja Herr Vogt und weiter? Sie sprechen nicht über Die Unfähigkeit der Auftraggeber längerfristig zu planen, zuletzt bleibt der Stress am kleinen Arbeitnehmer hangen (vorallem auf dem Bausektor)! All diese geschulten Leute sind nicht mehr fähig zu planen, etwas das man früher zumindest noch in der Armee lernte aber in den heutigen Kaderschulen total verloren gegangen ist. In einem Punkt gebe ich Ihnen recht: das Mobiltelefon ist Fluch und Segen zugleich!
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    22.11.2016
    Alle Führungskräfte gehören von Zeit zu Zeit auf die andere Seite der Linie! Meine Forderungen sind klar: Stempeln alle, AHV und BVG ab dem ersten Franken (gerade für Teilzeiter wichtig) und 1. und 2. Säule von der AHV-Verwaltung einziehen und nicht massig Stiftungsräte füttern. Der Einzug geht im selben Aufwisch! Mindestlohn wollte das Volk leider nicht.
  • Meyer  Roman aus Aarau
    22.11.2016
    Dieser Vogt macht die ganze Zeit auf Panik.

    Egal was passiert ist, ob Schwacher Euro oder Stromausstieg, MEI Initiative, Schweizer Franken, Wahl von Obama usw.

    Dieser Mann sollte sofort seinen Platz räumen und einem Jungen platz machen.

    Er und seine Verbände haben keine Ideen, sondern nur Panik usw.
  • Meier  Ernst aus Erde
    22.11.2016
    Herr Vogt, ich habe mein privates Smartphone nur für geschäftliche Dinge gekauft und schalte es ab, sobald ich die Firma verlasse... Wenn man die Handynummer aus Freundlichkeit mit Hinweis nur bei absoluten Notfällen zu nutzen weitergibt, erwartet man nicht, wegen wiederholten Versäumnissen beim Arbeitgeber während der Weihnachtsferien SMS-Terror zu haben und dann genervt in der Firma aufschlagen muss umd die Versäumnisse auszubaden. Aber, App sei Dank, werden im Urlaub solche Nummern gesperrt.
  • Thomas  Degen 22.11.2016
    Das mit der Weiterbildung muss man ein wenig differenzierter ansehen. Sie ist wichtig, aber ab einem gewissen Alter wird sie zum Hindernis. Für 50+ bedeutet es: Gut ausgebildet = teuer. Die hohen PK-Beiträgen geben einer Bewerbung den Rest.