Angriff aufs neue SBB-Kärtli Datenschützer fordert Löschung der SwissPass-Kontrolldaten

BERN - Der Eidgenössische Datenschützer greift beim SwissPass ein: Er fordert die SBB und den Branchenverband VöV dazu auf, die Daten zu löschen, die bei Billettkontrollen gesammelt werden.

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Ein Zugchef kontrolliert den SwissPass eines Zugreisenden. Gaetan Bally/Keystone

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Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) stört sich an der sogenannten Kontrolldatenbank. In dieser werden bei jeder Kontrolle die Uhrzeit, die Zug-/Kursnummer und die Ausweisnummer des SwissPass eingetragen. Die Daten werden während neunzig Tagen aufbewahrt.

Das sei nicht verhältnismässig und beruhe auch nicht auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage, teilte der Datenschützer am Mittwoch mit. Er fordert die SBB und den Verband öffentlicher Verkehr (VöV) in einer Empfehlung deshalb auf, diese Kontrolldaten unverzüglich zu löschen. Die Kontrolldatenbank soll ganz eingestellt werden.

Aufbewahrung nicht nötig

Gemäss Angaben des VöV und der SBB dient die Kontrolldatenbank dazu, «allfällige Kundenanliegen im Nachgang zu einer Reise zu beantworten», wie es im Bericht des Datenschützers heisst. Dieser kommt jedoch zu einem anderen Schluss: Die Aufbewahrung der Kontrolldaten in der Kontrolldatenbank seien weder nötig noch geeignet.

Unter die Lupe nahm der Datenschützer auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum Halbtax- und zum Generalabonnement. Er schlägt einen neuen Passus in den AGB vor, der die Kunden transparenter über die Verwendung der Kundendaten und über ihr Recht auf Widerspruch informieren soll.

Frist bis Ende Februar

Der Datenschützer hat seinen Schlussbericht zum SwissPass bereits Anfang Januar dem VöV und dem SBB zugestellt, wie er am Mittwoch bekanntgab. Bis Ende Februar müssen diese dem Datenschützer mitteilen, ob sie die Empfehlung und die Verbesserungsvorschläge annehmen. (SDA)

Publiziert am 17.02.2016 | Aktualisiert am 18.04.2016
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21 Kommentare
  • Pierre   Chappuis aus Rheinfelden
    18.02.2016
    Die über das Smartphone gelösten Billette bleiben mehrere Jahre im System der SBB gespeichert. Ich habe welche aus dem Jahr 2013 heute gefunden. Da schläft der Datenschützer immer noch.
  • Peter  Leo 17.02.2016
    Aber dauernd auf dem I-Phone mit SMS, Facebook etc spielen. Womöglich im oeV private Details plaudern. Da werden Menschen noch viel mehr ausspioniert. Die SBB wird kaum jeden Tag schauen, wo Herr Müller, Meier und viele Tausend andere durchgefahren sind. ME geht es nur um die Passagier-Frequenzen. Hoffentlich wird dieses schwerwiegende existentielle Problem noch dieses Jahrhundert gelöst.
  • Iwan  AG 17.02.2016
    Dann müssten aber die Daten von der Supercard von Coop und Cumulus von der Migros auch abgeschafft werden. Den da sieht man ja auch welche Käufe der Kunde tätigt. Aber niemand macht ein Geschrei deswegen.
    • Pat  Böni 17.02.2016
      Einerseits muss ich ihnen recht geben, andererseits wiedersprechen. Cumulus- u. Supercard nimmt man freiwillig. Beim Swisspass ist sicher auch Freiwilligkeit dabei jedoch auch der finanzielle Aspekt darf nicht ausser Acht gelassen werden. Jemand der täglich zur Arbeit pendelt, aus welchen Gründen auch immer, wird wohl kaum jeden Tag den vollen Preis zahlen können oder zahlen wollen. Also sehe ich da durchaus eine ungewollte Überwachung des Kunden vorliegen.
  • Sonja  Zwicker 17.02.2016
    Von mir aus sollen die wissen, an welchem Tag ich wohin gefahren bin, ich habe nichts zu verbergen. Allerdings kann ich es überhaupt gar nicht ausstehen, wenn ich plötzlich von unangenehmen Telefonaten belästigt werde, oder unzählige Werbemails bei mir eingehen!
  • Arthur  Zwahlen aus Graubünden
    17.02.2016
    Vielen von denen welche über Privacy und Spionstaat lästern, sind die ersten welche in Facebook, Instagram und andere Social Media alles preisgeben, was sie im Tag gemacht haben. Mir ist egal, was die SBB über mich weiss und falls sie mit den gesammelten Daten mir eine persönlichere Werbung unterbreiten können ist a) besser als ziellose Werbung und b) kann immer noch im Kübel landen.