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Die Kunden der Billigkasse Avanex zahlen jährlich 76 Franken für den Betriebsaufwand in der Grundversicherung. Die Avanex gehört zum Helsana-Konzern. Die Versicherten der Helsana, der teuersten und grössten Kasse des Konglomerats, berappten im letztes Jahr mit 285 Franken fast viermal mehr. Begründung: Helsana-Kunden bezögen mehr Versicherungsleistungen und verursachten damit einen höheren Kontroll- und Betriebsaufwand, so eine Sprecherin.
Das BAG will diese Praxis nicht mehr tolerieren. Denn auch bei der Visana-Gruppe belief sich 2008 die Differenz beim Betriebsaufwand zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse auf 51 Prozent.
In einem dem SonntagsBlick vorliegenden Schreiben verlangt das BAG nun von den Versicherungsgruppen: «Aufwände und Erträge müssen gleichmässig auf die einzelnen Konglomeratsmitglieder verteilt werden.» Ab dem Geschäftsjahr 2009 dürfe der «Aufwand des teuersten Versicherers nicht um mehr als 20 Prozent vom günstigsten Versicherer abweichen». Das bedeutet, dass die Billigkassen ihren vorwiegend jungen, gesunden Versicherten in Zukunft einen höheren Verwaltungsaufwand und damit höhere Prämien verrechnen müssen. Kassen dürften laut BAG-Sprecherin Miranda Dokkum nur in begründeten «Ausnahmefällen» diese Regel verletzen.
Bei der CSS und der Groupe Mutuel beteuern Sprecher, sie hielten bereits heute diese Forderung ein. Dennoch klagt CSS-Sprecher Stephan Michel: «Die Regulierungswut des BAG wird immer grösser. Damit wird der unternehmerische Spielraum der Versicherer immer mehr eingeschränkt.»