Angestellte der Bergbahnen Destination Gstaad sind sauer Pulver gut, Stimmung schlecht

In Gstaad treffen sich Millionäre zum Après-Ski. Den Bergbahnen geht es trotzdem schlecht. Deswegen sollen jetzt die Angestellten länger arbeiten.

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Prominente, schöne Menschen, tolles Wetter und bestens präparierte Pisten. Die High Society geniesst in Gstaad BE den Winter. Doch hinter der luxuriösen Kulisse brodelt es gewaltig, wie BLICK weiss. Die 250 Angestellten der Bergbahnen Destination Gstaad sind sauer. Aber sie machen die Faust im Sack. Aus Angst, den Job zu verlieren.

Grund für den Ärger ist ein Schreiben, das sie Ende Jahr erhalten haben. Mit einer Unterschrift mussten sie massiv schlechteren Arbeitsbedingungen zustimmen. Konkret: Einer Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu 13 Stunden und dem Verzicht auf einen Zuschlag für Nachtarbeit. Weiter einer Kürzung der Ruheschicht auf neun Stunden und einer Reduktion auf noch drei Ruhetage pro Monat. Ausgerechnet Pisten­arbeiter und Mitarbeiter des Rettungsdienstes, die rund 4000 Franken verdienen, müssen für den schlechten Saisonstart, den starken Franken und die Finanzprobleme der Bahnen bluten?

«Das ist illegal!», sagt Peter Peyer (50), Sekretär der Verkehrsgewerkschaft SEV zu BLICK. Solche Massnahmen müssten vorgängig mit Vertretern der Arbeitnehmer ausgehandelt werden. Das tat die Bergbahn nicht. «Es ist höchst bedenklich, wenn sich diejenigen weniger erholen können, die für die Sicherheit der Touristen sorgen», so Peyer. «Eine solche Unverfrorenheit sehe ich zum ersten Mal.»

Seit Dezember ist Matthias In-Albon (30) Geschäftsführer der Gstaader Bergbahnen. «Wir halten uns an die Gesetze. Die Vereinbarung kommt nur in ausserordentlichen Situationen zur Anwendung. Die unterschriebenen Zettel haben wir dem Bundesamt für Verkehr zugestellt», sagt er.

Dazu war die Bergbahn verpflichtet. Denn das Bundesamt hat «Mängel in Zusammenhang mit der Einhaltung der Arbeits- und Ruhezeit festgestellt» und deren Behebung verlangt, wie eine Sprecherin bestätigt. Das will die Bergbahn nun mit den individuellen Vereinbarungen tun. Mit der Gewerkschaft habe man nie Kontakt gehabt. «Wir wollen uns nicht von Dritten bestimmen lassen. Im Frühling gehen wir von uns aus die Gründung einer Personalkommission an», sagt Bergbahnchef In-Albon. Es gebe viel zu tun, gibt er zu: «Schuld an den Missständen ist die ehemalige Führung.»

Gstaads Bergbahnen stehen unter grossem Spardruck. Kurz vor der Pleite schossen im vergangenen Herbst private Investoren um Ex-Serono-Hauptaktionär Ernesto Bertarelli (50) und Roche-Erbe André Hoffmann (57) 28 Millionen Franken ein.

Publiziert am 26.01.2016 | Aktualisiert am 05.07.2016

Der Schnee hält stand

Nach dem Wintereinbruch im Flachland wird es diese Woche bis neun Grad warm. Sorgen um die Skiferien muss sich aber niemand machen. Die milden Temperaturen können dem Schnee in den Skigebieten nichts anhaben. «Die Schneeverhältnisse sind überall gut», sagt Roger Perret von Meteonews. Regnen könnte es am Wochenende höchstens unter 1500 Metern. Für Skigebiete in höheren Lagen kein Problem.

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36 Kommentare
  • Kurt  Stauffer aus George
    26.01.2016
    Solange es sich um Ausnahmen handelt,kann es jeder akzeptieren.Sollte es aber auf die Dauer zur Gewohnheit werden muss dies abgestellt warden!!Die Einmischung der Gewerkschaft ist hier völlig unnötig,solange es keine Differenzen gibt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer,den die verkomplizieren die Sache nur!!!
  • anneliese  hofer 26.01.2016
    hauptsache die bertarellis und hoffmanns haben ihr geld im trockenen und die sklaven dürfen für sie arbeiten.typischein jugspund will ordnung machen. ob das gut geht?
  • Franco  Caroselli , via Facebook 26.01.2016
    Ich empfehle jeden den Trickfilm " Farm der Tiere" zu schauen, ob You tube oder was. Was dort läuft passt genau, die Tiere im Haus werden fetter und festen, die Tiere draussen frieren und chrampfen. Sei erwähnt, dass die SNB und Seco immer gesagt haben, dass der Mindestkurs nicht immer halbar ist, aber viele hier wollen das grosse Geld machen und denken: es geiht de scho ! Irrtum, es geht nicht. Das nächste ist Weihnachten und Tourismus wo leidet. Und die EU stellt Leute aus dem Osten an. Bravo
  • Markus   Müller 26.01.2016
    Sehe das Problem nicht. Weniger Lohn ist doch besser als kein Lohn. Ich finde das von den Besitzern eigentlich noch rückisichtsvoll. Billige Arbeitskräfte aus der EU zu holen, wäre einfacher gewesen.
  • Max  Haar , via Facebook 26.01.2016
    Eigentlich ist es einfach. Der feine Investor will seinen Profit.
    Wenn nun alle Mitarbeiter ihren Dienst verweigern, geht halt gar nichts mehr und die Saison ist sowieso ruiniert. Und der Investor kriegt dann gar nichts oder verliert sogar.
    Die Arbeitnehmer haben es eigentlich in der Hand, aber wenn man schon so wenig verdient, dass man mit Existenzängsten konfrontiert ist, wirds nicht besser, wenn man vom RAV nur noch 70 Prozent kriegt. Und so bleibt das Personal gefügig.
    Das ist doch traurig.