Am Anfang vom Absturz stand 9/11

  • Publiziert: 09.10.2008, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Marcel Speiser

Die Krise begann in den USA mit zu viel billigem Geld. Und jetzt wird das Geld wieder billiger. Wenn das nur gut geht!

Das gab es zuletzt nach dem Terror in den USA: Weltweit senken die Notenbanken die Zinsen. International koordiniert. Auch die Schweizer Nationalbank macht mit.

Damals wie heute setzen die Notenbanken ein Zeichen: Wir tun alles gegen die Rezession. Alles, damit die Börsen sich beruhigen. Alles um zu verhindern, dass die Finanzkrise zu einer noch schlimmeren Wirtschaftskrise wird.

Das ist wichtig und richtig. Denn überall ist Panik und Chaos. Das Gegenteil von dem, was eine prosperierende Wirtschaft braucht.

Deshalb muss uns jedes Mittel recht sein, das den unkontrollierten Abwärtsstrudel stoppt. Das Problem ist nur: Die Mittel wirken nicht. Der Strudel der Börse saugt alles gierig auf, reisst aber doch alles in die Tiefe. Auch die Notfall-Zinssenkungen sind innert Stunden verpufft.

Warum? Eigentlich müsste die Aussicht auf günstige Kredite doch nach dem Gusto der Börsianer sein. Schliesslich fehlt es seit Monaten vor allem an billigem Geld. Deshalb heisst das anhaltende Chaos ja Banken-, Finanz- und Kreditkrise.

Also warum? Weil billiges Geld – zu viel zu billiges Geld – die Krise erst ausgelöst hat.

Rückblende: Am 11. September 2001 lässt Osama Bin Laden zwei Jets ins New Yorker World Trade Center krachen. Folge: Der schlimmste Börsencrash seit über 70 Jahren. Die US-Notenbank senkt die Zinsen massiv. Von 3 auf 1 Prozent. Das nimmt die Wirtschaft als Einladung, riskante Geschäfte auf Pump zu machen – Spekulation überall.

Damit nicht genug: Die durch Millionenboni angefixten Banker in den USA drehen den Amerikanern haufenweise Hypotheken an. Auch jenen Amerikanern, die sich ein Haus gar nicht leisten können.

Um zu vertuschen, wie lausig diese Kredite abgesichert sind, erfinden sie neue Wertpapiere. Zusammengeflickt aus soliden Krediten und Schrott – möglichst undurchschaubar verwurstet. Und diesen giftigen Mix verkaufen die Banker in dünnen Scheibchen in die ganze Welt. Deshalb kommt es zur Kettenreaktion. Vom pleitegegangenen Hausbesitzer zu den US-Banken. Von dort zu allen Banken. Und jetzt weiter in die reale Wirtschaft.

Also nochmals: Warum haben die sinkenden Zinsen keine Wirkung? Weil die Notenbank-Feuerwehr den Brand mit dem Brandbeschleuniger Marke «billiges Geld» löschen will.

Ein heisses Spiel, das gespielt werden muss. Weil die Wirtschaft völlig aus den Fugen ist.

Was bedeutet die Bankenkrise für Sie? Sparen Sie jetzt mehr? Verzichten Sie auf Ausgaben? Haben Sie Ihr Erspartes auf eine andere Bank gezügelt? Schreiben Sie uns!

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