Am Anfang vom Absturz stand 9/11
Die Krise begann in den USA mit zu viel billigem Geld. Und jetzt wird das Geld wieder billiger. Wenn das nur gut geht!
Von Marcel Speiser | Aktualisiert um 10:42 | 09.10.2008
Das gab es zuletzt nach dem Terror in den USA: Weltweit senken die Notenbanken die Zinsen. International koordiniert. Auch die Schweizer Nationalbank macht mit.
Damals wie heute setzen die Notenbanken ein Zeichen: Wir tun alles gegen die Rezession. Alles, damit die Börsen sich beruhigen. Alles um zu verhindern, dass die Finanzkrise zu einer noch schlimmeren Wirtschaftskrise wird.
Das ist wichtig und richtig. Denn überall ist Panik und Chaos. Das Gegenteil von dem, was eine prosperierende Wirtschaft braucht.
Deshalb muss uns jedes Mittel recht sein, das den unkontrollierten Abwärtsstrudel stoppt. Das Problem ist nur: Die Mittel wirken nicht. Der Strudel der Börse saugt alles gierig auf, reisst aber doch alles in die Tiefe. Auch die Notfall-Zinssenkungen sind innert Stunden verpufft.
Warum? Eigentlich müsste die Aussicht auf günstige Kredite doch nach dem Gusto der Börsianer sein. Schliesslich fehlt es seit Monaten vor allem an billigem Geld. Deshalb heisst das anhaltende Chaos ja Banken-, Finanz- und Kreditkrise.
Also warum? Weil billiges Geld zu viel zu billiges Geld die Krise erst ausgelöst hat.
Rückblende: Am 11. September 2001 lässt Osama Bin Laden zwei Jets ins New Yorker World Trade Center krachen. Folge: Der schlimmste Börsencrash seit über 70 Jahren. Die US-Notenbank senkt die Zinsen massiv. Von 3 auf 1 Prozent. Das nimmt die Wirtschaft als Einladung, riskante Geschäfte auf Pump zu machen Spekulation überall.
Damit nicht genug: Die durch Millionenboni angefixten Banker in den USA drehen den Amerikanern haufenweise Hypotheken an. Auch jenen Amerikanern, die sich ein Haus gar nicht leisten können.
Um zu vertuschen, wie lausig diese Kredite abgesichert sind, erfinden sie neue Wertpapiere. Zusammengeflickt aus soliden Krediten und Schrott möglichst undurchschaubar verwurstet. Und diesen giftigen Mix verkaufen die Banker in dünnen Scheibchen in die ganze Welt. Deshalb kommt es zur Kettenreaktion. Vom pleitegegangenen Hausbesitzer zu den US-Banken. Von dort zu allen Banken. Und jetzt weiter in die reale Wirtschaft.
Also nochmals: Warum haben die sinkenden Zinsen keine Wirkung? Weil die Notenbank-Feuerwehr den Brand mit dem Brandbeschleuniger Marke «billiges Geld» löschen will.
Ein heisses Spiel, das gespielt werden muss. Weil die Wirtschaft völlig aus den Fugen ist.
Damals wie heute setzen die Notenbanken ein Zeichen: Wir tun alles gegen die Rezession. Alles, damit die Börsen sich beruhigen. Alles um zu verhindern, dass die Finanzkrise zu einer noch schlimmeren Wirtschaftskrise wird.
Das ist wichtig und richtig. Denn überall ist Panik und Chaos. Das Gegenteil von dem, was eine prosperierende Wirtschaft braucht.
Deshalb muss uns jedes Mittel recht sein, das den unkontrollierten Abwärtsstrudel stoppt. Das Problem ist nur: Die Mittel wirken nicht. Der Strudel der Börse saugt alles gierig auf, reisst aber doch alles in die Tiefe. Auch die Notfall-Zinssenkungen sind innert Stunden verpufft.
Warum? Eigentlich müsste die Aussicht auf günstige Kredite doch nach dem Gusto der Börsianer sein. Schliesslich fehlt es seit Monaten vor allem an billigem Geld. Deshalb heisst das anhaltende Chaos ja Banken-, Finanz- und Kreditkrise.
Also warum? Weil billiges Geld zu viel zu billiges Geld die Krise erst ausgelöst hat.
Rückblende: Am 11. September 2001 lässt Osama Bin Laden zwei Jets ins New Yorker World Trade Center krachen. Folge: Der schlimmste Börsencrash seit über 70 Jahren. Die US-Notenbank senkt die Zinsen massiv. Von 3 auf 1 Prozent. Das nimmt die Wirtschaft als Einladung, riskante Geschäfte auf Pump zu machen Spekulation überall.
Damit nicht genug: Die durch Millionenboni angefixten Banker in den USA drehen den Amerikanern haufenweise Hypotheken an. Auch jenen Amerikanern, die sich ein Haus gar nicht leisten können.
Um zu vertuschen, wie lausig diese Kredite abgesichert sind, erfinden sie neue Wertpapiere. Zusammengeflickt aus soliden Krediten und Schrott möglichst undurchschaubar verwurstet. Und diesen giftigen Mix verkaufen die Banker in dünnen Scheibchen in die ganze Welt. Deshalb kommt es zur Kettenreaktion. Vom pleitegegangenen Hausbesitzer zu den US-Banken. Von dort zu allen Banken. Und jetzt weiter in die reale Wirtschaft.
Also nochmals: Warum haben die sinkenden Zinsen keine Wirkung? Weil die Notenbank-Feuerwehr den Brand mit dem Brandbeschleuniger Marke «billiges Geld» löschen will.
Ein heisses Spiel, das gespielt werden muss. Weil die Wirtschaft völlig aus den Fugen ist.
Was bedeutet die Bankenkrise für Sie? Sparen Sie jetzt mehr? Verzichten Sie auf Ausgaben? Haben Sie Ihr Erspartes auf eine andere Bank gezügelt? Schreiben Sie uns!
Das sagen Blick.ch-Leser
- René, Wetzikon - 13:28 | 09.10.2008
- » Wirtschaft ist ein ewiges auf und ab. Man kann gar nicht die Wirtschaft immer auf Wachstum halten. dies ist völliger Schwachsinn. Es gibt Abschwünge. Was man jetzt macht ist einerseits einfach eine Verschiebung nach hinten und zweitens eine Aufschiebung eines Kollapses. Irgendeinmal krachts heftig. Warum? Weil jeder und vor allem auch jeder Staat nur noch auf Pump lebt, geht das so lange bis man die Zinsen für das geliehene Geld nicht mehr zurückahlen kann. Irgendwann fällt das ganze Kartenhaus zusammen!
- Tokar, Bern - 13:12 | 09.10.2008
- » Legt doch euer Geld in einer Versicherung an. 100 Prozent Garantie selbst bei Konkurs dank Sicherungsfonds (Siehe Sicherstellungsgesetz)! Wer heute noch auf einer Bank spart ist sowiso nicht ganz bei trost!
- Marcel, Zug - 13:06 | 09.10.2008
- » Schuld ist allein die Dummheit und Geldgier der Menschheit... habe fertig.
- Uwe, Affoltern - 13:00 | 09.10.2008
- » Nein, Osama und der 09.11. sind nicht schuld an dieser weltweiten Krise. Schuld haben wir alle. Die Anleger, die Banken, die Broker und der Konkurrenzdruck zwischen den Banken für noch effezientere Produkte die den Aktionären noch mehr Dividende bringen. Mal ehrlich, vor 20-30 Jahren, als die Finanzwelt noch in Ordnung war, hatten wir alle unser Geld auf einem schlecht verzinsten Sparbuch und nur die Reichen haben mit Wertpapieren spekuliert. Heute, wo ich an jeder Internet-Ecke eine neue vielversprechende Anlage entdecke und in Zeiten in denen Börsennachrichten den ganzen Tag über den Live-Ticker laufen, greift auch der biedere Sparer nach einem Strohhalm, der ihm mehr Gewinn verspricht. Ja, das haben wir nun davon. Wie bei allem was "Mensch" übertreibt. Das "Finanzierungs-Dreieck" hat uns schon in der Stifte gelehrt, dass nur mit hohem Risiko ein schneller Gewinn gemacht wird. Und wenn wir verlieren, schreien wir alle wie arm wir dran sind. Leute besinnt Euch auf die "alten" Werte. Denn wir - die Anlage Kunden - ermöglichen es den Banken erst so schamlos verantwortungslos mit unserem Kapital umzugehen.
- Andy, Meilen - 13:00 | 09.10.2008
- » Ja ja der Osama. Muss für alles hinhalten. Wer hat den all die Milliarden vernichtet aus lauter Geldgier? Osama? Sicher nicht! Es waren unsere Pomadenjungs mit Nadelstreifen, die vor lauter Gier alle Risken eingegangen sind und verloren haben! Verloren haben aber nicht diese Jungs in Nadelstreifen, sondern der kleine Sparer, der ein paar Prozent mehr Rendite wollte. Die Jungs in Nadelstreifen lassen es sich gut gehen, ein Cüpli da, ein Cüpli dort, dem dummen Steuerzahler sei dank.
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