Alstom streicht 1300 Jobs in der Schweiz Schneider-Ammann wurde brandschwarz belogen!

Harter Schlag für den Kanton Aargau: Weil Alstom jetzt zum US-Konzern General Electric gehört, werden hierzulande 1300 Stellen wegfallen - obwohl man Johann Schneider-Ammann das Gegenteil versichert hatte. Europaweit sind es 6500.

Der TGV-Hersteller Alstom beschäftigt in der Schweiz 5500 Mitarbeiter. play
Der TGV-Hersteller Alstom beschäftigt in der Schweiz 5500 Mitarbeiter. KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT

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Kahlschlag bei Alstom: Die Übernahme durch General Electric hat Folgen für die Mitarbeiter in der Schweiz. Der Konzern will bis zu 1300 Stellen streichen! Noch im August rechnete man damit, dass 600 Jobs wegfallen sollen. Eine Schliessung von Standorten ist offenbar aber nicht vorgesehen.

In Europa sollen insgesamt 6500 Jobs wegfallen. Hierzulande betroffen sind die Standorte Baden, Turgi, Oberentfelden und Dättwil – allesamt im Kanton Aargau.

„Ich bin zuversichtlich, dass diese Tätigkeiten weiter geführt werden und damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben“, sagte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (63) 2014 nach Gesprächen mit der Alstom-Spitze gesagt.

«Ein Schlag ins Gesicht der Angestellten»

«Dass in einem so massiven Umfang Stellen so rasch nach der Übernahme abgebaut werden, ist ein Schlag ins Gesicht aller Angestellten – the american style of management ist definitiv auf dem Werkplatz Schweiz angekommen!», kritisiert Christof Burkard, stellvertretender Geschäftsführer der Angestellten Schweiz.

Die Gewerkschaft Syna ist «entsetzt», wie sie schreibt. «Das ist ein weiterer Tiefschlag für den Werkplatz Schweiz. Das wird der durch die Frankenstärke arg gebeutelte Industriesektor nur schwer verdauen», heisst es. Man wolle sich mit aller Kraft für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen.

«Politik hat keinen Finger gekrümmt»

Mathias Regotz, Leiter Sektor Industrie bei der Syna, kritisiert die Politik: «Frankreich hat sich im Laufe der Übernahmeverhandlungen Garantien für seine Standorte geben lassen. Die Schweizer Politik hat indes keinen Finger gekrümmt», sagt er.

Erst im September 2015 hat die EU-Kommission die 12 Milliarden Euro schwere Übernahmen genehmigt. Allerdings gab es Auflagen. So musste GE einen Teil des Gasturbinen-Geschäfts von Alstom an die italienische Ansaldo Energia verkaufen. (bam/pbe/SDA)

Publiziert am 13.01.2016 | Aktualisiert am 13.01.2016
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  • werner  hürlimann 14.01.2016
    In der Schweiz wird alles ins Auslandverkauft
    Wie lange geht es noch bis die Politiker reagieren
  • Peter  Grelling aus Zürich
    14.01.2016
    Unsere Politik glaubt, dass der Marktplatz Schweiz geschützt sei. Wir driften aber immer weiter weg vom Niveau unserer Anrainer. Unsere Bevölkerung wird bald insolvent wegen der Lebenshaltungskosten. Wenn die Zinsen ansteigen, werden die Mietkosten astronomisch und dies muss sich auf die Produktionskosten durchschlagen. Das Einzige, was in Bern geschützt wird, ist die Besitzstandvermehrung, ohne Rücksicht auf die Kostenexplosion.
  • Thomas   Kurz aus solorhurn
    13.01.2016
    Langsam versteht auch der letzte wieso in langthal alle jubelten als er Bundesrat wurde.
    Ein solch schwacher naiver kann nur in der Politik überleben.

    Naiv u dümmlich Amerikaner zu glauben.

  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    13.01.2016
    Alle Beteiligten hatten eine Sache unterschätzt: die massiven Auswirkungen des EZB-Programms auf die Realwirtschaft. Die Übernahme wurde in 2014 beschlossen, da hielten die meisten das für 2015 angekündigte Programm der EZB für ein technisches Finanzmarkt-Instrument. Das erwies sie aber innert weniger Monate als Subventionsmaschine für die EURO-Zonen-Industrie wodurch die Marktprognosen zur Übernahme von Alstom hinfällig wurden. Wenn jemand anzuklagen wäre dann die EZB.
  • Jean-Pierre  Hubschmid aus Bülach
    13.01.2016
    Wann lernt unser Politik endlich das sie von den Amis nur Angelogen werden. Obwohl man Johann Schneider-Ammann das Gegenteil versichert hatte macht die General Electric genau das gegenteil. Man Verkauft solche Unternehmen nicht ins Ausland sonder unsere Politiker sind verpflichtet unsere Arbeitsplätze zu sichern. Der harte Franken ist auch hier nur eine faule Ausrede. Alstom war bisher ein sicheres Unternehmen mit genügend Aufträgen.
    • Johannes von  Manesse-Manegg aus Zürich
      13.01.2016
      Dummerweise für Sie ist war Alstom nie eine CH-Firma, sondern eine französische. Der Verkaufsfehler von ? an Frankreich wurde schon lange gemacht.