Krieg der Discounter Aldi und Lidl schiessen zurück

  • Publiziert: 29.12.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

ZÜRICH – Der brutale Preiskampf von Aldi und Lidl habe ganze Unternehmen und Existenzen vernichtet, so der Migros-Chef. Jetzt wehren sich die Billig-Discounter und gehen mit harten Zahlen in die Offensive.

Migros-Chef Herbert Bolliger attackierte die in der Schweiz tätigen deutschen Discounter scharf: «Die Besitzer von Aldi und Lidl werden immer reicher und drücken auf Kosten der Produzenten und Mitarbeiter permanent die Preise», so Bolliger in der Zeitung «Sonntag». «Der brutale Preiskampf vernichtete ganze Unternehmen und Existenzen.»

Diesen Vorwurf wollen Aldi und Lidl nicht auf sich sitzen lassen. Günther Helm, Chef von Aldi Suisse, kontert gegenüber der «Mittelland Zeitung»: «Für Aldi steht der Mitarbeiter im Zentrum der Firma. Wir bieten sichere Arbeitsplätze an und haben eine motivierte sowie zufriedene Belegschaft.»

Arbeitsplätze geschaffen, lokal verankert

Aldi habe seit dem Eintritt in den Schweizer Markt im Jahr 2005 über 2000 Arbeitsplätze geschaffen. Zudem stütze der Discounter die Schweizer Wirtschaft, weil er mit regionalen Firmen und Bauern zusammenarbeite.

Auch Lidl nimmt Stellung: «Wir pflegen zu unseren Lieferanten ein gutes und faires Verhältnis», so ein Sprecher. Und «Anfragen von Lieferanten, die gerne mit Lidl Schweiz zusammenarbeiten würden, haben weiter zugenommen».

Wer zahlt die besseren Löhne?


Die Billigdiscounter aus Deutschland liessen sich zudem in die Salärstruktur blicken. Ein 20-jähriger, ungelernter Verkäufer bei Aldi verdient demnach mit einer 100-Prozent-Anstellung im ersten Jahr 4016 Franken pro Monat. Bei Lidl werden es im nächsten Jahr 3800 Franken sein.

Migros garantiert einem 20-jährigen Angestellten ein Mindestlohn von 3700 Franken. Laut Sprecher Urs-Peter Näf könne dieses Gehalt je nach Leistung jedoch deutlich steigen. (noo)

play Happige Vorwürfe an die Konkurrenz aus Deutschland: Migros-Chef Herbert Bolliger sagte, die Besitzer von Aldi und Lidl würden sich auf Kosten von Mitarbeitern und Produzenten bereichern. (Blick)

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