Kernkraft AKW Mühleberg abgeschaltet - Speisewassersystem ausgefallen

  • Publiziert: 08.02.2012

MÜHLEBERG - BE - Wegen einer Panne bei einer Messung ist es am Mittwoch zu einer Schnellabschaltung des AKW Mühleberg gekommen. Radioaktivität wurde dabei nach Angaben des Betreibers BKW nicht freigesetzt.

Die Messungen am Speisewassersystem wurden im Rahmen von wiederkehrenden Prüfungen durchgeführt, wie Antonio Sommavilla, Sprecher des Berner Energiekonzerns BKW, am Mittwoch auf Anfrage sagte.

Der Kommandoraum sei über die Messungen an einem Strang des Speisewassersystems im Bild gewesen. Die Mitarbeitenden hätten dann aber das Messgerät an einem anderen Strang angebracht als im Kommandoraum erwartet. Darauf habe der Reaktor kurz vor 14 Uhr bestimmungsgemäss mit einer Schnellabschaltung reagiert.

Der Zwischenfall sei also nicht etwa wegen eines Defekts aufgetreten, betonte Sommavilla. Der Reaktor befinde sich in einem sicheren Zustand, heisst es auch in der am Mittwoch veröffentlichten Medienmitteilung des Energiekonzerns BKW, der Betreiberin von "Mühleberg".

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI wurde nach Angaben der BKW informiert. Die AKW-Betreiberin rechnet damit, dass das ENSI bis am frühen Abend die Anlage wieder frei gibt und dass das Werk Mühleberg anschliessend wieder hochgefahren werden kann.

Die Schnellabschaltung eines Atomkraftwerks ist in der Schweiz nicht ganz ungewöhnlich. Seit der Inbetriebnahme der AKWs 1969 gab es in den Reaktoren Mühleberg, Gösgen, Leibstadt und Beznau lediglich drei Jahre ohne ungeplante Schnellabschaltung. Im AKW Mühleberg kam es letztmals 2007 zu einer Schnellabschaltung. (SDA)

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