Schweizer Grosskonzernen geht es hervorragend Aktionäre sahnen 29 Milliarden ab!

Fetter Zahltag für die Aktionäre. Wegen der Milliardengewinne gibt es noch mehr als letztes Jahr.

  • Aktualisiert: 22.02.2012
  • Von Philipp Albrecht,Matthias Pfander und Claudia Stahel
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Microsoft-Gründer Bill Gates erhält Millionen mit seinen Givaudan-Aktien.

(Keystone)

Heute eröffnet der Pharmamulti Novartis die Saison der Generalversammlungen. Ein Blick in die Traktandenliste zeigt: Der Verwaltungsrat will den Aktionären Dividenden in der Höhe von knapp sechs Milliarden Franken ausschütten.

Bei den übrigen Titeln des Swiss Market Index (SMI) dasselbe Bild. Von den 20 grössten Firmen an der Schweizer Börse haben bis auf Adecco, Holcim, Richemont und Swiss Re alle ihre Dividendenauszahlungen bereits bekannt gegeben. Und von Krise ist da keine Spur – die Aktionäre dürfen sich über einen wahren Geldsegen freuen.

Den Schweizer Grosskonzernen geht es gut

Die Firmen können es sich leisten. Bis auf das angeschlagene Biotechunternehmen Actelion schreiben alle schwarze Zahlen. Für das letzte Jahr haben die Schweizer Grosskonzerne bis jetzt 45 Milliarden Franken Gewinn ausgewiesen. Weit mehr als die Hälfte davon, rund 27 Milliarden, geht als Dividende an die Aktionäre. Am Schluss dürfte die ausbezahlte Dividendensumme noch höher liegen. Denn die Analysten gehen davon aus, dass auch die vier ausstehenden SMI-Firmen ihre Aktionäre erfreuen werden. Dadurch wird die Gesamtsumme der Dividenden aller SMI-Firmen schliesslich auf rund 29 Milliarden Franken klettern. Die meisten Unternehmen haben die Dividenden sogar gegenüber dem Vorjahr erhöht. Am meisten die Bank Julius Bär (+67%). Und einige schütten sogar mehr aus, als sie gewonnen haben.

Einzelnen Grossaktionären spült der Geldregen Millionen in die Kasse. So zum Beispiel beim Pharmariesen Roche. Die Gründerfamilien Hoffmann und Oeri können mit knapp einer halbe Milliarde Franken an Dividenden rechnen.

Bill Gates wird noch reicher

Die Hände reiben dürfte sich auch Bill Gates. Vor einem Jahr wurde bekannt, dass der Micro­soft-Gründer einen namhaften Anteil am Schweizer Riechstoffhersteller Givaudan hält. Im Dezember erreichte sein Anteil über zehn Prozent. Jetzt bezahlt Givaudan je Aktie 22 Franken Dividende. Das heisst für Gates ein Plus von 21 Millionen Franken auf dem Konto.

Aber auch der Bund profitiert. Als Mehrheitsaktion beim Telecom-Riesen Swisscom. Trotz des Debakels bei der italienischen Swisscom-Tochter Fastweb kann die Eidgenossenschaft 650 Mil­lionen Franken an Dividenden verbuchen.

Dem Staat entgehen viele Steuergelder

Ansonsten heisst es beim Staat eher Augen zu und durch: Denn Millionen an Dividenden fliessen zu den Aktionären, ohne dass Verrechnungs- oder Einkommenssteuern fällig werden. Möglich macht es das Schlupfloch, das Ex-Finanzminister Hans-Rudolf Merz mit seiner Unternehmenssteuerreform II hinterlassen hat. Bund, Kantonen und Gemeinden gehen dadurch jährlich 400 bis 600 Millionen an Steuereinnahmen durch die Lappen. Insgesamt haben Schweizer Firmen laut der letzten amtlichen Zahl 545 Milliarden Franken gemeldet, die steuerfrei an die Aktionäre fliessen sollen. ABB macht es so, Credit Suisse, Julius Bär oder Zurich ebenso.

«Wer kann, zahlt eine steuerfreie Dividende», sagt Aktienspezialistin Stefanie Scholtysik von der UBS. In einer Studie hat die Bank kürzlich ermittelt, dass etwa ein Drittel der Unternehmen, steuerfreie Dividenden zahlen wird.

Kommentare (22)

  • Rolf  Merz
    Diese Säcke haben alles von den Arbeitern abgezwackt.
    • 23.02.2012
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  • Bernhard  Moser , Olten
    Aber für 6 Wochen Ferien ist kein Geld da...
    • 23.02.2012
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    • Frank  Bussmann , Solothurn
      Jetzt schon schreibt 1/3 der Schweizer Unternehmen rote zahlen, Ende Jahr werden es vermutlich 2/3 sein. Die EU rechnet mit einer Rezession in der Euro-Zone. Und einige Tagträumer schwafeln von einer 6. Ferienwoche. Die Fasnächtler möchten den 11.11. zum nationalen Feiertag erklären etc. - Lasst uns mal die Augen aufmachen: In Südkorea z.B. haben sie 1 Woche Ferien. Bald haben wir hier das ganze Jahr über "Ferien"!
      • 23.02.2012
      • als Kommentar auf Bernhard  Moser , Olten
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  • Rocco  Martignoni
    Und der Bundesrat verteilt immer noch Hunderte von Millionen an Unternehmern .Die Reiche immer Reicher das ist im Bundesrat auch seit lange Gang und Gabe weil alle auch mehrfach Millionär sind und nur für ihre Reiche Eidgenossen da ,zum noch mehr Steuer Befreiung zu sorgen.
    • 23.02.2012
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  • Alexander  Müller
    Wenn man aus Neid und Missgunst alles besteuert, investiert am Ende niemand mehr und dann geht es allen schlecht. Woll ihr Kommunismus und Gulag?
    • 23.02.2012
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  • Ruedi  Frauchiger , Egg
    Ja, das sind die Folgen des *besten" Finanzminister aller Zeiten. Mit seinem biedermännischen Auftreten hat er jeweils alle eingenommen. Dabei war er die Marionette der Hochfinanz. Oder wie er einmal gesagt hat:" es ist ja normal, dass der Finanzminister jeden Tag mit Marcel Ospel telefoniert".
    • 23.02.2012
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