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Microsoft-Gründer Bill Gates erhält Millionen mit seinen Givaudan-Aktien.
(Keystone)Heute eröffnet der Pharmamulti Novartis die Saison der Generalversammlungen. Ein Blick in die Traktandenliste zeigt: Der Verwaltungsrat will den Aktionären Dividenden in der Höhe von knapp sechs Milliarden Franken ausschütten.
Bei den übrigen Titeln des Swiss Market Index (SMI) dasselbe Bild. Von den 20 grössten Firmen an der Schweizer Börse haben bis auf Adecco, Holcim, Richemont und Swiss Re alle ihre Dividendenauszahlungen bereits bekannt gegeben. Und von Krise ist da keine Spur – die Aktionäre dürfen sich über einen wahren Geldsegen freuen.
Die Firmen können es sich leisten. Bis auf das angeschlagene Biotechunternehmen Actelion schreiben alle schwarze Zahlen. Für das letzte Jahr haben die Schweizer Grosskonzerne bis jetzt 45 Milliarden Franken Gewinn ausgewiesen. Weit mehr als die Hälfte davon, rund 27 Milliarden, geht als Dividende an die Aktionäre. Am Schluss dürfte die ausbezahlte Dividendensumme noch höher liegen. Denn die Analysten gehen davon aus, dass auch die vier ausstehenden SMI-Firmen ihre Aktionäre erfreuen werden. Dadurch wird die Gesamtsumme der Dividenden aller SMI-Firmen schliesslich auf rund 29 Milliarden Franken klettern. Die meisten Unternehmen haben die Dividenden sogar gegenüber dem Vorjahr erhöht. Am meisten die Bank Julius Bär (+67%). Und einige schütten sogar mehr aus, als sie gewonnen haben.
Einzelnen Grossaktionären spült der Geldregen Millionen in die Kasse. So zum Beispiel beim Pharmariesen Roche. Die Gründerfamilien Hoffmann und Oeri können mit knapp einer halbe Milliarde Franken an Dividenden rechnen.
Die Hände reiben dürfte sich auch Bill Gates. Vor einem Jahr wurde bekannt, dass der Microsoft-Gründer einen namhaften Anteil am Schweizer Riechstoffhersteller Givaudan hält. Im Dezember erreichte sein Anteil über zehn Prozent. Jetzt bezahlt Givaudan je Aktie 22 Franken Dividende. Das heisst für Gates ein Plus von 21 Millionen Franken auf dem Konto.
Aber auch der Bund profitiert. Als Mehrheitsaktion beim Telecom-Riesen Swisscom. Trotz des Debakels bei der italienischen Swisscom-Tochter Fastweb kann die Eidgenossenschaft 650 Millionen Franken an Dividenden verbuchen.
Ansonsten heisst es beim Staat eher Augen zu und durch: Denn Millionen an Dividenden fliessen zu den Aktionären, ohne dass Verrechnungs- oder Einkommenssteuern fällig werden. Möglich macht es das Schlupfloch, das Ex-Finanzminister Hans-Rudolf Merz mit seiner Unternehmenssteuerreform II hinterlassen hat. Bund, Kantonen und Gemeinden gehen dadurch jährlich 400 bis 600 Millionen an Steuereinnahmen durch die Lappen. Insgesamt haben Schweizer Firmen laut der letzten amtlichen Zahl 545 Milliarden Franken gemeldet, die steuerfrei an die Aktionäre fliessen sollen. ABB macht es so, Credit Suisse, Julius Bär oder Zurich ebenso.
«Wer kann, zahlt eine steuerfreie Dividende», sagt Aktienspezialistin Stefanie Scholtysik von der UBS. In einer Studie hat die Bank kürzlich ermittelt, dass etwa ein Drittel der Unternehmen, steuerfreie Dividenden zahlen wird.
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